Unternehmen müssen mehr Cloud-Sicherheitsexperten schulen

Sicherheit in der Cloud fängt bei den Mitarbeitern an

| Autor / Redakteur: Dr. Adrian Davis* / Elke Witmer-Goßner

Die fortschreitende Digitalisierung eröffnet nicht nur den Unternehmen neue Wege in Produktion, Handel und Dienstleistung. Sie macht diese auch verwundbarer. Sicherheitsexperten sind daher gefragter denn je.
Die fortschreitende Digitalisierung eröffnet nicht nur den Unternehmen neue Wege in Produktion, Handel und Dienstleistung. Sie macht diese auch verwundbarer. Sicherheitsexperten sind daher gefragter denn je. (Bild: Lassedesignen, Fotolia)

Europa ist in der Cloud-Thematik angekommen: Die EU plant in ihrer Digitalstrategie eine „Initiative für eine europäische Cloud“ und will diese bald vorstellen. Unternehmen sind einen Schritt weiter und Nutzen die Angebote von Amazon, Microsoft, Google und Co. schon längst.

Cloud-Services haben den Nutzern die Vorteile der Rechnerwolken gezeigt und Unternehmen merken, wie sie ihre Kosten in der IT durch die Technologie reduzieren können. Durch OpenStack und weitere anpassbare Plattformen ist die Entwicklung soweit fortgeschritten, dass Unternehmen bereits eigene Clouds erstellen können.

Cloud Computing ist ein wachsender Zukunftsmarkt und wird einen immer höheren Stellenwert einnehmen. Dies zeigt eine aktuelle Studie von Frost & Sullivan, die im Auftrag von (ISC)2 durchgeführt wurde (Download-Möglichkeit am Ende dieses Artikels). 57 Prozent der fast 14.000 befragten IT-Sicherheitsexperten sehen Cloud Computing heute als eines der wichtigsten Zukunftsthemen. Egal, ob als Eigenbau oder als eingekaufter Service, Clouds werden den Datenaustausch und damit die IT-Welt verändern.

Der Trend zur eigenen Wolke birgt auch Risiken. Das neue Umfeld bietet Hackern neue Angriffsvektoren und Security-Experten können nicht auf Erfahrungen zu deren Schutz zurückgreifen. Die neue Technologie entwickelt sich nicht in einem Vakuum, sondern verbreitet sich in einer IT-Branche, die einen generellen Wandel der Gefahrenlandschaft erlebt. Durch die zunehmende Digitalisierung von gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Prozessen steigt der Bedarf an IT-Sicherheitsspezialisten. Cyberkriminelle nutzen Advanced Persistant Threats (APT) und gezielte Spear-Phishing-Attacken, um in Netzwerke einzudringen. Malware und Schädlinge werden immer raffinierter und setzen Sicherheitsverantwortliche unter Druck.

Veränderungen nicht nur in der Technik

Unter diesen Umständen sind Sicherheitsexperten gefragter denn je zuvor. Die Bewegung hin zur Cloud lässt den Bedarf an Sicherheitsspezialisten gleich aus zwei Gründen weiter steigen: Einerseits gilt es neue Technologien, wie Clouds, in existierende Sicherheitskonzepte zu integrieren. Anderseits dürfen Unternehmen dabei das Heft nicht aus der Hand geben und müssen Schwachstellen vor den Hackern entdecken und schließen. Andernfalls werden Sicherheitsbeauftragte langfristig in Schwierigkeiten geraten und nur noch auf Angriffe reagieren können, anstatt sie effektiv zu bekämpfen.

Die Zahl der verfügbaren IT-Sicherheitsspezialisten schwindet und neue Mitarbeiter müssten erst in Unternehmensprozesse eingearbeitet werden, selbst wenn sie Know-how über Cloud-Technologie mitbringen. Die Best-Practice-Lösung ist daher eine Weiterbildung von eigenem Personal. Dadurch entstehen eine engere Bindung und ein gemeinsamer Mehrwert für Mitarbeiter und Unternehmen.

Für IT-Sicherheits-Experten sind die Angebote zur Weiterbildung und die Finanzierung von Sicherheitszertifizierungen die wichtigsten Initiativen bei der Wahl des Arbeitgebers. 59 Prozent gaben an, dass ihnen die Bezahlung von Sicherheitszertifikaten sehr wichtig ist. Die Entwicklung hin zur Cloud spiegelt sich ebenfalls in der Art der Weiterbildung wieder: immer mehr Mitarbeiter fragen nach Training und Weiterbildung im Bereich Cloud Computing. Dieser Bereich wird von 57 Prozent der Befragten am Häufigsten genannt, wenn es um Weiterbildungsmöglichkeiten in den nächsten drei Jahren geht.

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