SAP- und Microsoft-Welt verbinden

SAP-Zugang über SharePoint und Office 365

| Autor / Redakteur: Wolfgang Miedl / Elke Witmer-Goßner

Die Architektur von ERPConnect Services im Überblick: Anbindung von SAP an den SharePoint-Server auf drei verschiedenen Ebenen.
Die Architektur von ERPConnect Services im Überblick: Anbindung von SAP an den SharePoint-Server auf drei verschiedenen Ebenen. (Bild: Theobald Software)

Die SAP- und Microsoft-Systemwelten umfassend zu verbinden, ist für viele Unternehmen ein wichtiges IT-Thema. Doch Aufwand und Kosten dafür sind meist recht hoch.

Betriebswirtschaftliche Software von SAP ist der unangefochtene Platzhirsch in mittleren bis großen Unternehmen. Doch jenseits von SAP wächst die Zahl an Anwendungen rapide – und damit auch der Bedarf, Daten mit den betriebswirtschaftlichen Kernanwendungen auszutauschen und größeren Anwenderkreisen Zugriff auf SAP-Daten zu ermöglichen. Vor allem die Verbindung zu Microsofts SharePoint und Office 365 gewinnt dabei an Bedeutung, weil immer mehr Firmen über diese Plattform Portale, Collaboration und Intranet bereitstellen.

Allerdings gilt das Andocken an SAP alles andere als trivial. Üblicherweise kommt dafür komplexe Middleware wie SAP Gateway oder Fiori zum Einsatz – mit entsprechenden Projekt- und Lizenzkosten. Um den von den Kunden so dringend benötigten Zugang zu bestimmten Geschäftsprozessen zu erleichtern, starteten Microsoft und SAP bereits vor rund zehn Jahren das gemeinsame Integrationsprojekt Duet. Doch bis heute wurden die hohen Erwartungen nicht erfüllt, es finden nur wenige Geschäftsszenarien im Office-Umfeld Unterstützung und die Implementierung gilt als kompliziert.

Diese Lücke adressiert Theobald Software mit seinem Tool-Paket „ERPConnect Services“, einem umfassenden Werkzeugpaket, das Datenanbindungen für Geschäftsanwendungen aller Art im SAP-Microsoft-Umfeld unterstützt. Die Stuttgarter versprechen eine universelle Lösung, die praktisch jedes Integrationsszenario zwischen SAP und der Microsoft-Welt ermöglichen soll, um aus beliebigen Geschäfts- und Office-Anwendungen direkt auf SAP-Daten zugreifen zu können. Im Einzelnen handelt es sich hierbei um die drei Komponenten BCS Connector, WebService Designer und ERPConnect Services Runtime.

SAP-Daten in SharePoint lesen und schreiben

Der schon seit längerem verfügbare BCS Connector ermöglicht eine einfache Verbindung von SharePoint und SAP ohne Programmierung. Im Zentrum steht dabei die Verknüpfung von SharePoint-Listen mit SAP Objekten und Tabellen, als Besonderheiten ist der uneingeschränkte Lese- und Schreibzugriff zu erwähnen. SAP-Daten lassen sich damit einfach als externe Inhaltstypen in SharePoint 2010 und 2013 veröffentlichen, und zwar wahlweise als externe Listen, externe Datenspalten oder als Business-Webparts. BCS-Modelle können auch in Visual Studio exportiert und individuell erweitert werden.

Ergänzendes zum Thema
 
ERP Connect Services kurzgefasst

Wie der Name schon andeutet, steht der BCS Connector in direkter Verbindung mit den in SharePoint integrierten Business Connectivity Services (BCS). Microsoft schuf diese Schnittstelle mit SharePoint 2010, um die Anbindung externer Business-Anwendungen wie SAP zu erleichtern. Allerdings bieten die BCS nur rudimentären Zugriff auf SAP.

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