Erste Local Zones eröffnet OVHcloud rückt an den Rand vor

Von Elke Witmer-Goßner 3 min Lesedauer

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Die Technologie der 2023 übernommenen Gridscale ermöglicht OVHcloud nun den Betrieb von Basis-Cloud-Infrastrukturen, um neue internationale Standorte zu bedienen. Die ersten beiden „Local Zones“ befinden sich in Spanien und Belgien.

Rechenleistung „am Edge“: Mit Local Zones rückt OVHcloud näher an Kunden mit rechenintensiven Workloads heran.(Bild:  peacehunter - stock.adobe.com)
Rechenleistung „am Edge“: Mit Local Zones rückt OVHcloud näher an Kunden mit rechenintensiven Workloads heran.
(Bild: peacehunter - stock.adobe.com)

Die ersten beiden Public Cloud Local Zones befinden sich in Madrid und Brüssel und sollen Kunden neue Optionen für den Zugang zu den Public-Cloud-Diensten des europäischen Anbieters OVHcloud mit niedrigen Latenzzeiten und lokaler Datenresidenz bieten. Beide Local Zones sind ab sofort in der Beta-Phase verfügbar. Kunden können ihre Public Cloud Services direkt über die OVHcloud-Kundenschnittstelle bereitstellen.

Falk Weinreich, General Manager CE bei OVHcloud.(Bild:  OVHcloud)
Falk Weinreich, General Manager CE bei OVHcloud.
(Bild: OVHcloud)

„Bisher“, erklärt Falk Weinreich, General Manager Central Europe bei OVHcloud, „konnten wir nur groß, aber nicht klein skalieren.“ Die bis 2026 geplanten 150 Local Zones – Falk Weinreich nennt sie auch „Pops“ – sind Grundlage für die Wachstumsstrategie auf dem Edge-Computing-Markt. Mit der Gridscale-Software ist OVHcloud jetzt in der Lage, schnell und mit wenig technischem Aufwand – „ein, zwei Server in einem Schrank“ – Public-Cloud-Kapazitäten in neuen Märkten zur Verfügung zu stellen.

Die Public-Cloud-Funktionen der Local Zones umfassen u.a. Compute, Block Storage und Networking, einschließlich lokaler Public IP. Dank eines iterativen Entwicklungsmodells sollen in den kommenden Monaten weitere Services verfügbar sein. Kunden können in Zukunft Zugang zu Funktionen wie Object Storage und Managed Rancher Service für Multi-Cloud-Kubernetes-Management erwarten.

Die Local Zones bieten außerdem eine bessere Latenz. Das bedeutet, dass Workloads bei Latenz-sensitiven Diensten wie Echtzeit-Analysen, E-Commerce-Websites, Content Delivery Network (CDN) für Replay und Video-Streaming sowie Cloud-Gaming von schnelleren Antwortzeiten profitieren und ein besseres Nutzererlebnis bieten. Für die meisten Kunden versprechen die Local Zones von OVHcloud Latenzen im einstelligen Millisekundenbereich und ermöglichen so Anwendungsfälle wie hochleistungsfähiges Cloud-Gaming mit minimalen Verzögerungen.

Die neuen Local Zones bieten den Kunden den Vorteil der Open & Trusted Cloud von OVHcloud sowie die Vorzüge der Datenresidenz. Die Daten sind nun näher an dem Ort, an dem sie erzeugt oder benötigt werden, und über die Cloud zugänglich. Kunden sollen darauf vertrauen können, dass ihre Daten innerhalb der geografischen Grenzen bleiben, die entweder durch lokale Vorschriften oder Sicherheitsrichtlinien definiert sind – wichtig für Unternehmensberatungen, Finanzdienstleister oder das Gesundheitswesen.

Wachstumsstrategie bis 2026

Über die „Pops“ könne OVHcloud schnell überall auf der Welt präsent sein und wachsen, sagt Weinreich. Über den Bau eigener Rechenzentren – „sehr teuer“ –

müsse man erst dann nachdenken, wenn die neu geschaffene Kundenbasis über die Local Zones nicht mehr adäquat bedient werden könne. Die Local Zones erfordern nur eine überschaubare Infrastruktur mit effektivem Hosting in Colocation-Rechenzentren und sind agiler und flexibler, aber auch weniger CAPEX-intensiv als reguläre Rechenzentren.

Erstmals weicht OVHcloud somit von der Firmenphilosophie „Cloud-Business immer nur bei uns“ mit eigener Server-Fertigung und eigenem Rechenzentrumsbetrieb ab, indem die Local Zones bei Colocation-Partnern angesiedelt sind. „Wir wollen ohne großen finanziellen Aufwand in die Fläche gehen“, sagt Weinreich. Künftig soll bei OVHcloud – wie es Gründer und Visionär Octave Klaba erst kürzlich postuliert hat – der Fokus nicht auf noch mehr Rechenzentren liegen, sondern Produktentwicklung sowie die Kundenwünsche.

Im Laufe des Jahres 2024 plant OVHcloud die Eröffnung von bis zu 15 Local Zones. Dabei werden unter anderem folgende Standorte in Betracht gezogen: In Europa sind Eröffnungen in Prag (Tschechische Republik), Marseille (Frankreich), Mailand (Italien), Amsterdam (Niederlande) und Zürich (Schweiz) geplant. In den USA ist die Eröffnung neuer Local Zones unter anderem in Atlanta (Georgia), Denver (Colorado), Chicago (Illinois), Dallas (Texas), New York City und San José (Kalifornien) vorgesehen.

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