Datensicherung mit Backup sowie Datenwiederherstellung (Disaster Recovery, DR) sind die fundamentalen Services, die jeder Storage-Nutzer verwenden sollte. Alles andere wäre grob fahrlässig. Die Möglichkeiten für Backup-Speicherung On-Premises und in der Public oder Managed Cloud sind fast endlos, aber im Open-Source-Markt beschränkt sich die Auswahl auf eine Handvoll Software-Lösungen.
Um das Unternehmen vor Datenverlust zu schützen, sind Backup- und Disaster-Recovery-Maßnahmen Pflicht. Entsprechende Software gibt es auch als Open-Source-Varianten.
(Bild: Funtap - stock.adobe.com)
Areca Backup
Areca Backup ist eine Datensicherungslösung für den persönlichen Gebrauch unter Windows und Linux. Sie wird unter der GPL2-Lizenz angeboten, ist leicht zu installieren und zu bedienen, ähnlich wie WinZip. Zu den ausgefeilteren Backup-Modi zählt das Sichern von Deltas. Die Anwender können die Archivdateien durchsuchen, eine bestimmte Dateiversion lässt sich suchen, verfolgen und wiederherstellen, und Archivdateien lassen mit anderen kombinieren.
Box Backup
Box funktioniert wie Dropbox und bietet zunächst einmal die gleichen Funktionen: Datensicherung eines Arbeitsplatzes mit maximaler Ausfallsicherheit, Teilen von Inhalten mit anderen Mitarbeitern, die dazu auch befugt sind. Admins können die Zugriffs- und Freigaberichtlinien im Unternehmen verwalten und dabei das Risiko von Datenverlusten mit einer unkomplizierten Sicherung in der Cloud minimieren. Durch die Cloud-Sicherung von Box erfolgen Governance und Compliance nahtlos mit einer zuverlässigen Aufbewahrung von Dokumenten.
Die Integrationen sind es, die den Mehrwert von Box Backup ausmachen. Mit Box lassen sich Inhalte der Office-Suite Microsoft 365 sichern, wobei „Sicherheit und Compliance der Enterprise-Klasse“ gewährleistet sein sollen. Box verfügt über Schnittstellen zu Google-Apps, um Inhaltsverwaltung, Dateisicherung und Sicherheit sowie erweiterten Support für über 100 Dokumententypen und ein effektives Projektmanagement bieten zu können.
Box für iPhone und iPad soll für positive Nutzungserlebnisse bei Anzeige und Zusammenarbeit sorgen. „IBM und Box vereinen ihre Bemühungen für die Transformation der Arbeit in der Cloud, um die Sicherheit und Sicherung von Inhalten auf Enterprise-Ebene zu vereinheitlichen und inhaltsreiche Apps und Lösungen der nächsten Generation zu erschaffen“, verspricht die Webseite.
Clonezilla
Clonezilla ist eine freie Datensicherungs-Software des taiwanischen National Center for High Performance Computing (NCHC) zum Herstellen von 1:1-Abbildern von PC-Festplatten (Images). Das Programm ist für das „Klonen“ einheitlicher Software-Konfigurationen auf mehreren Computern, etwa im Firmenumfeld, konzipiert. Funktionalität und Präsentation sind relativ einfach gehalten. Manche zeichenbasierten Bildschirme sehen aus wie bei einem BIOS.
Clonezilla Live braucht nicht installiert zu werden, sondern wird von einer bootfähigen CD, einem bootfähigen USB-Stick oder mittels Preboot Execution Environment (PXE) direkt über das Netzwerk gestartet. Über eine textbasierte Menüführung kann der Nutzer eine Festplatte oder einzelne Partitionen kopieren und später wiederherstellen. Das Partitions- oder Festplattenabbild wird als Datei auf einem anderen Datenträger (Festplatte, USB-Stick, DVD) gespeichert.
Unterstützt werden interne und externe Festplatten sowie der Netzwerkzugriff auf Speichermedien, zum Beispiel mittels NFS-, SSH- oder Samba-Servern. Mit Clonezilla SE kann über ein Netzwerk eine Vielzahl von Rechnern gleichzeitig mit einer identischen Software-Konfiguration versehen werden. Diese Version wird in Zusammenspiel mit einem DRBL-Server (Diskless Remote Boot in Linux) verwendet.
Das ist nicht alles. Für den eigentlichen Kopiervorgang greift Clonezilla auf verschiedene (freie) Programme zurück:
ntfsclone – für NTFS-Dateisysteme,
drbl-winroll – um Computernamen, Gruppenzugehörigkeit und Security Identifier (SID) von geklonten Windows-Systemen automatisch anzupassen,
Partclone – FAT, NTFS, ext2/ext3, ext4, reiserfs, xfs, HFS Plus, UFS2, VMFS ab Version 0.2.3,
Partimage – FAT, ext2/ext3, ReiserFS Version 3, xfs, jfs,
dd – Sektor-für-Sektor-Kopie für nicht unterstützte Dateisysteme.
Cryptomator
Cryptomator ist eine freie Software zur Cloud-optimierten verschlüsselten Speicherung von Dateien. Diese können dann mit einem Cloud-Anbieter wie Dropbox synchronisiert werden, ohne dass der Anbieter die Daten im Klartext lesen kann. Cryptomator funktioniert mit jeder Cloud, die mit einem Ordner im Dateisystem synchronisiert werden kann.
In der Desktop-Variante befinden sich die Dateien in einem Tresor auf einem virtuellen Laufwerk. Dadurch können Nutzer über das Dateisystem des Betriebssystems auf sie zugreifen. Die verschlüsselten Dateien werden von Cryptomator in einem Ordner gespeichert, der mit einer Cloud synchronisiert wird. Das kann zum Beispiel ein Ordner von Dropbox oder MS OneDrive sein. Dadurch können Nutzer auf ihrem jeweiligen Computer ganz normal auf die Dateien zugreifen, aber der Cloud-Anbieter hat keinen Zugriff auf die unverschlüsselten Dateien.
Im Gegensatz zu anderen Verschlüsselungsprogrammen wie VeraCrypt speichert Cryptomator die Dateien nicht in einer großen Containerdatei, sondern in einzelnen Dateien. Dadurch können sie dann einfacher mit einer Cloud synchronisiert werden; es muss nicht bei jeder Änderung der gesamte Datenbestand des Tresors neu hochgeladen werden.
Stand: 08.12.2025
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Wenn auf eine verschlüsselte Datei zugegriffen wird, wird diese von Cryptomator in diesem Moment entschlüsselt und im virtuellen Laufwerk bereitgestellt. Es werden keine unverschlüsselten Versionen der Dateien auf der Festplatte gespeichert. Neben den Dateien selbst werden auch die Dateinamen und Pfadnamen verschlüsselt. Bei der Verschlüsselung kommt der Verschlüsselungsalgorithmus AES-256 zum Einsatz. Durch die Quelloffenheit der Software können Hintertüren ausgeschlossen werden. Bei Cryptomator selbst wird kein Benutzerkonto benötigt. Selbst wenn das Unternehmen nicht mehr existieren würde, könnten alle Dateien noch entschlüsselt werden.
OpenEBS
OpenEBS ist nach eigenen Angaben das größte Open-Source-Projekt für Kubernetes-Storage. Die Software bietet zuverlässigen Container-Attached Storage und will so Entwickler und Software Reliability Engineers (SREs) helfen, Kubernetes Stateful Workloads leicht zu deployen. OpenEBS wandelt jeden Speicher, der auf den Kubernetes Worker Nodes zur Verfügung steht, in lokale oder verteilte Kubernetes Persistent Volumes.
Automatische Provisionierung und Speicherreplikation über K8S-Pods hinweg ist nicht einfach. OpenEBS beansprucht, diese Prozesse über Clouds hinweg als Stateful-Applikations-Speicher zu vereinfachen. Es gibt Plug-ins für das Container Storage Interface (CSI) sowie Software, die vom Linux Kernel abhängig ist, doch OpenEBS läuft nach eigenen Angaben zur Gänze im Userspace ab, wodurch das Deployment und die Wartung ein Kinderspiel seien.
MinIO
Der freie Objektspeicher MinIO wendet sich an Unternehmen, für die Active-Active-Multi-Site-Replikation essentiell für unterbrechungsfreie Produktionsumgebungen ist. Nach eigenen Angaben ist MinIO der einzige Anbieter, der diesen Service offeriert. Die Replikation erfolgt synchron oder nahezu synchron, je nachdem welche Architektur und welche Deltas der Nutzer gewählt hat.
Die Kompatibilität zu AWS S3 ist unabdingbar für Cloud-native Anwendungen, schreibt MinIO; seine Software erfülle alle Anforderungen der S3-API. Tatsächlich werde S3 bereits seit der API v2 unterstützt. Daher kann MinIO auch S3-Leistungsmerkmale wie Object Locking in dessen beiden Modi anbieten. MinIO unterstütze auch S3 Select.
Die Verschlüsselung ist „stark“, und der Rechenaufwand dafür wird durch spezielle Optimierungen ausgeglichen. Um Schutz gegen Löschen, Manipulation sowie Ransomware zu bieten, bietet MinIO Objekt- und Bucket-Sperrung, gesetzliche Hürden, Governance und Compliance an. Diese Unveränderlichkeit sei von Veeam zertifiziert und von Cohasset Partners gemäß anspruchsvollen Vorgaben validiert worden.
Über eine GUI, eine Befehlszeile und eine API können verschiedene Rolleninhaber die Software für ihr Datenmanagement nutzen. Dieses soll skalierbar, performant und granular sein und den ganzen Lebenszyklus von Daten abdecken, sei es innerhalb einer Cloud oder über Clouds hinweg: Versionierung, Objektsperrung und die entsprechenden Komponenten. Die Skalierung erfolgt nach dem Scale-Out-Prinzip nach dem Konzept der Server-Pools. Jeder Server-Pool besteht aus einer unabhängigen Menge von Rechnerknoten, die jeweils über eigene Ressourcen für Rechnen, Speichern und das Netzwerk verfügen.
Die Zugangsverwaltung erfolgt mithilfe von AWS Identity and Access Management (IAM) im Kern von MinIO und bietet dieses Rahmenwerk den Anwendungen und Nutzern an, ganz gleich in welcher Umgebung: Public oder Private Cloud und am Edge. MinIO erweitert AWS IAM um Support für verschiedene verbreitete Identitätsdienstleister wie etwa MS Active Directory, LDAP, Okta und Keycloak. Admins können daher stets die für ihr Unternehmen bevorzugte Single-Sign-On-Lösung wählen.