Expertenkommentar zur Fusion von Monty Program und SkySQL

Open-Source-Datenbanken: Neue Kräfte am Markt

| Autor / Redakteur: Ludger Schmitz / Florian Karlstetter

Merger: SkySQL und Monty Program fusionieren und bündeln so das Know-how im Bereich Open Source-basierender Datenbanken.
Merger: SkySQL und Monty Program fusionieren und bündeln so das Know-how im Bereich Open Source-basierender Datenbanken. (© ivan kmit - Fotolia.com)

Am 23. April diesen Jahres gab SkySQL die Fusion mit Monty Program, den Schöpfern der Open-Source-Datenbank MariaDB bekannt. Ein Zusammenschluss zweier Open-Source-Anbieter ist noch kein Angriff auf Oracle's MySQL. Andere Faktoren wirken wohl stärker.

Zwei Firmen, in denen sich führende Köpfe aus der Geschichte der Open-Source-Datenbank MySQL nach ihrem Abschied von Oracle gesammelt hatten, haben zu SkySQL sich vereint. Beteiligt sind Monty Program, wo um den MySQL-Mitbegründer Michael „Monty“ Widenius große Teile des einstigen Entwicklerteams die Datenbank MariaDB schufen, und SkySQL, die neue Heimat der Spezialisten für Consulting, Marketing und Support. Diesen Zusammenschluss haben etliche Beobachter als Angriff auf MySQL und Oracle gewertet. Das geht an der Realität vorbei. MySQL steht unter Druck, aber der kommt vor allem von anderen Kräften.

An erster Stelle sind es die MySQL-Anwender, die von Oracle sehr verunsichert sind. Deutlich höhere Preise für Support sorgen immer für Unmut. Ebenso wichtig aber war für viele Anwender, dass Oracle von den bei Open-Source-Produkten aus gutem Grunde üblichen Verfahren abweicht. „Release often and early“ gilt auch für Bug-Reports und Test-Cases, die Oracle hinterm Berg hält. Noch verhängnisvoller ist, dass es einige stark gewünschte neue Features für MySQL nur im Rahmen kostspieliger Lizenzen nutzbar macht. Das führt bei Anwendern zu Zweifeln über die Open-Source-Zukunft der Datenbank, ein den Marktperspektiven des Produkts nicht zuträglicher Faktor.

Gleichwohl gehen Marktanalysten davon aus, dass MySQL im anhaltenden Datenbank-Boom weiter zulegen wird. Denn mit geschätzten 50 Millionen professionellen Installationen weltweit hat das traditionelle Kernelement von Linux-Infrastrukturen (LAMP) eine eigene Marktdynamik. Die gewinnt es vor allem dadurch, dass im MySQL-Umfeld Firmen und Freiberufler Software-Erweiterungen, Installation, Konfiguration, Consulting, Support etc. anbieten. Dieses Angebot, nicht Oracle, macht die Lebendigkeit von MySQL aus.

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