Nutanix hat die fünfte Ausgabe des „Enterprise Cloud Index“ vorgestellt. Besonders interessant ist der Vergleich der Ergebnisse für Deutschland mit den Weltweiten - er lässt deutsche CIOs nämlich wahlweise als besonders dumm oder ausgesprochen ehrlich dastehen.
Der Vergleich der ECI-Ergebnisse für Deutschland mit den weltweiten lässt deutsche CIOs wahlweise als besonders vergesslich oder ausgesprochen ehrlich dastehen.
Es ist immer dasselbe Muster, und das schon seit den Anfängen der Telekommunikation und der IT: Die USA übernehmen die Technologieführerschaft, Großbritannien folgt, danach Frankreich. Deutschland hält sich zunächst bedeckt, um dann an Frankreich und England vorbeizuziehen. Das war zu sehen bei der Einführung des Telefons, des Fernsehens, von Computern oder dem Internet. Und nun auch beim Cloud Computing:
Jahrelang wurde die German Angst vor der Cloud belächelt, wieder einmal schien sich das Land im internationalen Vergleich abhängen zu lassen. Jetzt wird aber rasant aufgeholt: Die Modernisierung deutscher Rechenzentren in Richtung private Cloud scheint weit fortgeschritten zu sein, laut dem 5. Enterprise Cloud Index (ECI) nehmen hiesige IT-Manager nun vehement die hybride Multi-Cloud in Angriff. Bis 2026 soll deren Verbreitung in Deutschland von heute sechs auf dann 50 Prozent steigen! Das ist ein deutlich höherer Zuwachs als im weltweiten Durchschnitt von zwölf auf 38 Prozent. Hybride Multi-Cloud-Infrastrukturen definieren sich in der Diktion von Nutanix übrigens als eine private Cloud in Verbindung mit mehr als einer Public Cloud.
Als Nebeneffekt werden sowohl die ausschließliche Nutzung gehosteter Infrastrukturen als auch das Nebeneinander von gehosteten und On-Premises-Infrastrukturen stark sinken. Ähnlich lassen hybriden Cloud-Umgebungen, also einer Kombination von On-Premises-Infrastrukturen mit einem einzigen Public-Cloud-Angebot, deutlich nach. Zuwächse verzeichnen neben der hybriden Multi-Cloud nur die Nutzung eines einzigen Public-Cloud-Anbieters von drei auch acht Prozent und mehrerer, aber ausschließlich öffentlicher Cloud-Anbieter von heute null auf acht Prozent 2026.
„Während aktuell der Anteil derer, die allein auf eine On- Premises-Infrastruktur setzen, noch bei 22 Prozent liegt und die hybride Multi-Cloud erst bei sechs Prozent der Unternehmen in Deutschland Einzug gehalten hat, werden sich die Verhältnisse in den kommenden drei Jahren grundlegend wandeln“, erläuterte Peter Goldbrunner, Vice President und General Manager Central Europe bei Nutanix. „Zwar werden auch dann noch 18 Prozent der Unternehmen ihrem eigenen Rechenzentrum den Vorzug geben oder aus bestimmten Gründen geben müssen. Demgegenüber aber wird die hybride Multi-Cloud zum Goldstandard in Sachen Infrastruktur.“
Der weltweite Status Quo
Zur Einordnung: Weltweit nutzt die Mehrheit (60 %) der IT-Teams mehr als eine IT-Infrastruktur, sei es eine Mischung aus privaten und öffentlichen Clouds, mehrere Public Clouds oder ein Rechenzentrum vor Ort zusammen mit einem gehosteten Rechenzentrum. Es wird erwartet, dass diese Zahl in naher Zukunft auf fast drei Viertel (74 %) ansteigt.
Die drei wichtigsten Beweggründe für eine Migration von Daten sind in Deutschland laut dem aktuellen ECI Verbesserungen in Sachen Sicherheit und Compliance (52 %), schnellerer Datenzugriff (46 %) und eine bessere Anwendungskontrolle (40 %). Europa- und weltweit rangierten diese Gründe zwar gleichermaßen ganz oben auf der Prioritätenliste, allerdings lagen dort die dort ermittelten Werte in der Regel niedriger: 44 und 46 Prozent (Sicherheit und Compliance), 42 und 41 Prozent (Datenzugriff) sowie 37 und 40 Prozent (Applikationskontrolle).
Ja wo laufen sie denn?
Die Migration von Arbeitslasten in modernisierten und zunehmend hybriden Umgebungen hat jedoch zahlreiche Herausforderungen mit sich gebracht, die vor allem die Daten betreffen: 84 Prozent der Unternehmen aus Deutschland (81 % in EMEA und 85 % weltweit) bezeichneten die Fähigkeit, ihre Kosten für die Datenhaltung in der Cloud kontrollieren zu können, als Herausforderung, ein Drittel sogar als signifikante Herausforderung.
Die Kosten, die bei der Migration von Anwendungen anfallen, sinken in der Rangfolge der Beweggründe für die Migration immer weiter nach unten. Rangierten sie im vierten ECI-Bericht 2022 noch an vierter Stelle, landen sie in der aktuellen Studie in Deutschland mit 18 Prozent (19 % in EMEA und 21 % weltweit) auf Platz 11 und damit wie in Europa und weltweit an letzter Stelle.
Weitere Herausforderungen sind die Datensynchronisierung, also die Fähigkeit, Datensätze über alle verschiedenen Umgebungen hinweg konsistent und frei von Fehlern zu halten, gefolgt von Datenanalyse und -orchestrierung, die 44 Prozent der Studienteilnehmer aus Deutschland offenbar Probleme bereiten.
Stand: 08.12.2025
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Und das ist durchaus beunruhigend: Ausgerechnet in Deutschland müssen 46 Prozent der IT-Verantwortlichen zugeben, dass sie nicht vollumfänglich wissen, wo ihre Daten liegen. Europaweit beträgt die Rate 44 Prozent, weltweit 40 Prozent. Entweder sind deutsche CIOs ehrlicher – oder verpeilter als ihre Kollegen im Rest der Welt. Hier ließe sich herrlich spekulieren.
So oder so – wäre es angesichts dieser desaströsen Zahlen nicht schön, eine zentrale Plattform für das umgebungsübergreifende Management von Anwendungen und Daten in der Cloud zu haben? Ja, 94 Prozent der Befragten aus Deutschland halten das eine für eine gute Idee, das sind ebenso viele wie in EMEA und weltweit. Das einfache Management gemischter Infrastrukturen steht bei der Nutzung der hybriden Multi-Cloud ganz oben auf der Wunschliste.
Auch in der Schweiz kommt die hybride Multi-Cloud
Wagen wir einen Blick über den Zaun zum Nachbarn: Auch in der Schweiz ist die hybride Multi-Cloud-Infrastruktur der größte Wachstumsbereich. Die für den ECI 2023 Befragten erwarten, dass sich die Nutzung dieses Modells innerhalb von drei Jahren um das 16-fache (!) erhöhen wird – allerdings von einer vernachlässigbaren Durchdringung von gerade einmal zwei Prozent Stand heute aus auf fast ein Drittel (32 %) im Jahr 2026.
Sie gehen auch davon aus, dass die ausschliessliche Nutzung mehrerer Public Clouds zur Deckung ihres gesamten IT-Infrastrukturbedarfs von heute 0 Prozent auf 18 Prozent ansteigen wird. In diesem Zeitraum planen sie, die Nutzung privater Infrastrukturen zu reduzieren, wobei die reine On-Premises-Deployments von heute 52 Prozent auf nur noch acht Prozent und die gemischte On-Premises-/Hosting-Infrastruktur von etwa einem Viertel (24 %) auf ebenfalls acht Prozent zurückgehen wird.
Weniger als die Hälfte der eidgenössischen Befragten (44 %) nutzen heute mehrere IT-Betriebsarten, sei es eine Kombination aus on-Premises und gehosteter Rechenzentrumsinfrastruktur oder ein Mix aus Private und Public Clouds. Im Vergleich dazu sind es weltweit 60 Prozent aller befragten Unternehmen. Die befragten Schweizer Organisationen rechnen jedoch damit, dass sich der Einsatz von gemischten Infrastrukturen in den kommenden drei Jahren fast verdoppeln wird. Bis 2026 rechnen sie mit einer 80-prozentigen Durchdringung von gemischten Infrastrukturen, was einem Anstieg von 36 Prozentpunkten gegenüber heute entspricht und die erwartete Nutzung gemischter Infrastrukturen aller befragten ECI-Unternehmen weltweit in diesem Zeitraum (74 %) übertrifft.
Eine Besonderheit der Schweiz besteht darin, dass dort ansässige Firmen etwa doppelt oft wie in der EMEA-Region und im globalen ECI-Antworten-Pool Nachhaltigkeit als den wichtigsten Entscheidungsfaktor (14 %) nannten. Die Verlagerung von Anwendungen wird in der Schweiz also nicht zuletzt durch Nachhaltigkeitsaspekte vorangetrieben.
„Die Ergebnisse der jüngsten ECI-Umfrage sowohl in Deutschland, der Schweiz als auch weltweit belegen, dass die zunehmende Vielfalt der Infrastrukturen und die stärkere Betonung von Datenspeicherung, -management, -sicherheit und -services Unternehmen dazu veranlasst, hybride Operationen anzustreben. Diese gehen über private und öffentliche Infrastrukturen hinaus“, fasste Beat Müller, Technical Director Schweiz bei Nutanix, zusammen.
@ Studie
Für den Enterprise Cloud Index hat das Marktforschungsunternehmen Vanson Bourne im Auftrag von Nutanix im Dezember 2022 sowie Januar 2023 weltweit 1.450 IT-Entscheider befragt, und zwar das fünfte Jahr in Folge. Die Teilnehmer kamen aus Unternehmen unterschiedlichster Branchen und Größe aus Nord- und Südamerika, Europa, dem Nahen und Mittleren Osten sowie Afrika und aus dem asiatisch-pazifischen Raum einschließlich Japan. Aus Deutschland stammten 100.