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Partnerschaft und Paket kontra SaaS-Anbieter und US Cloud Act Nextcloud Hub setzt auf Hosting von IONOS

Autor / Redakteur: M.A. Dirk Srocke / Florian Karlstetter

Nextcloud bringt sich abermals als Herausforderer von Office 365 und Google Docs in Stellung. Dabei setzt der Anbieter nun auf den Namenszusatz „Hub“ sowie standardmäßig vorinstallierte Collaboration-Tools. Hinzu kommt eine strategische Partnerschaft mit dem Hoster IONOS.

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Nextcloud verspricht eine Collaboration-Plattform inklusive automatisierter Workflows.
Nextcloud verspricht eine Collaboration-Plattform inklusive automatisierter Workflows.
(Bild: Nextcloud)

Dieser Wunsch treibt Nextcloud schon seit einiger Zeit an: Der Anbieter will seine Lösung nicht mehr nur als bloße Filesharing-Plattform verstanden wissen, sondern als komplette Collaboration-Lösung, die mit Diensten à la Office 365 oder Google Docs konkurriert. Release 18 untermauert diesen Anspruch nun mit einem neuen Namen und einer umfassenderen Standardinstallation.

Vollständige Collaboration-Plattform

Das nun als Nextcloud Hub angebotene Produkt präsentiert sich dabei nicht nur mit neuem Beinamen, sondern installiert standardmäßig auch gleich zusätzliche Groupware-Komponenten mit. Neben Nextcloud Files (Enterprise File Sync and Share) erhalten Anwender damit sofort auch die einheitliche Teamchat- und Video-Meeting-Plattform Nextcloud Talk sowie die „Personal Information Management“-Lösung Nextcloud Groupware samt integrierter Collaborative Office Suite.

Wenngleich Kunden so eine vollständige und gut integrierte Collaboration-Plattform erhalten, schlägt sich das nicht automatisch in höheren Wartungskosten nieder. Die vorinstallierten Pakete lassen sich in beschränktem Umfang kostenlos nutzen; für Unternehmensanforderungen lässt sich auf Wunsch ONLYOFFICE Enterprise gegen nachbuchen.

Workspaces, Automatismen und Rich-Text-E-Mails

Mit Hub verspricht Nextcloud zudem wesentliche Verbesserungen bei Nextcloud Files, Talk und Groupware.

Files führt Workspaces für Ordner, Notizen und ToDo-Listen ein. Anwender sollen benötigte Daten so rasch finden, ohne dafür mühsam Verzeichnisebenen zu durchsuchen. Per Flow können Benutzer wiederholt auftretende Aufgaben in Nextcloud automatisieren und Workflows erstellen. Die reagieren auf interne oder externe Ereignisse; so kann etwa immer dann eine Nachricht in einem Chatraum versendet werden, wenn eine Datei hochgeladen wird.

Nun ebenfalls verfügbare Dateisperren in Dateien unterstützen Anwender dabei, ihre Arbeit effizient zu synchronisieren. Eine brandneue Photos App vereinfache und beschleunige das Betrachten von Bildern.

Nextcloud Talk for Hub hat überdies eine neu geschriebene Benutzeroberfläche erhalten. Die biete Benachrichtigungen über die Nachrichtenzustellung, Verbesserungen der Benutzeroberfläche in der Konversationsliste, Circles Integration für benutzerdefiniertes Gruppenmanagement sowie Antworten und Benachrichtigung für Hintergrund-Tabs.

Schließlich habe man auch die Nextcloud Groupware verbessert. Calendar 2.0 biete mit der Talk-Integration eine erweiterte Wiederholung, eine Besprechungsansicht oder die Buchung von Ressourcen. Mail 1.0 kann Reiseinformationen aus per E-Mail versandten Reiseplänen extrahieren. Neu sei ebenfalls die volle Unterstützung von Rich-Text-E-Mails sowie eine verbesserte Handhabung von Konten.

Jos Poortvliet, Marketingleiter der Nextcloud GmbH, kommentiert: „Es gibt eine wachsende Nachfrage nach einer On-Premises-Cloud-Collaboration-Lösung, die der IT-Abteilung die Kontrolle über ihre Arbeit gibt [...] Der rollierende Release-Plan eines SAAS-Anbieters und die fehlende Integration der Infrastruktur bereiten vielen Unternehmen Kopfzerbrechen“.

Partnerschaft mit IONOS

Nichtdestostrotz können Nutzer Nextcloud aus der Cloud beziehen. Während sich das bereits 2018 vorgestellte „Simple Signup Program“ dabei mit geteilten Instanzen an kleinere Nutzer richtete, will Nextcloud nun gemeinsam mit dem zur United Internet AG gehörenden Anbieter IONOS größere Unternehmen unterstützen.

Denen sollen auf der IONOS-Infrastruktur dedizierte Nextcloud-Instanzen bereitgestellt werden. Die könnten Kunden wahlweise als gemanagten Dienst beziehen oder selbst verwalten.

Im Rahmen ihrer exklusiven Partnerschaft werfen die beiden Anbieter ihre Herkunft in den Ring: Als deutsche Unternehmen seien Nextcloud sowie IONOS nicht dem US Cloud Act unterworfen und könnten Nutzern eine Datenhoheit garantieren.

Künftig wollen beide Unternehmen ihre Partnerschaft zudem ausbauen.

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