Inspirationen und Technologien für digitale Transformation

Microsoft verlegt SQL Server in Cloud

| Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Florian Karlstetter

Auf der Inspire 2018 präsentierte Microsoft zahlreiche Programme, Previews und Produkte.
Auf der Inspire 2018 präsentierte Microsoft zahlreiche Programme, Previews und Produkte. (Bild: ©2018 Microsoft)

Auf der Partnerkonferenz Inspire 2018 kündigte Microsoft Mitte Juli kostenlose sowie KI-gestützte Kollaborationslösungen an, warb mit mehr Performance sowie zusätzlichen Migrationspfaden für die Azure-Cloud und zeigte, wie IoT Edge erste Analysen offline erledigt.

In Las Vegas thematisierte Microsoft vom 15. bis 19. Juli all jene Inspirationen und Technologien, welche die digitale Transformation aus Sicht des Softwareanbieters voranbringen. Neben allgemein verfügbaren Produkten gab es dabei auch Previews künftiger Lösungen zu sehen – die beispielsweise bislang lokal ausgeführte Serveranwendungen näher zur Cloud rücken sollen.

Netzwerk und SQL Server aus der Cloud

So griff der Anbieter bereits jetzt dem für 14. Januar 2020 datierten Ende des erweiterten Supports (EoS) für Windows Server sowie SQL Server 2008/2008 R2 vor und legte Bestandskunden einen Wechsel der Plattform nahe, denn: Bisher auf Rechnern der Kunden ausgeführte Workloads will Microsoft künftig offenbar am liebsten aus der Cloud bedienen. Hierfür werde ab viertem Quartal des Jahres eine Variante von Azure SQL angeboten, die eine vollständig in Azure gehostete On-Prem-SQL-Server-Instanz darstelle. Aktuell befindet sich die so genannte Azure DB Managed Instance noch im Vorschau-Status.

Ebenfalls als Preview verfügbar sind Funktionen des Azure Global Network, das Firmennetze mit der Microsoft Cloud verbinden soll. Zu den zwei jetzt vorgestellten Angeboten gehört einerseits Azure Virtual WAN. Mit dem Netzwerkdienst sollen Firmen Niederlassungen einfacher als bisher untereinander und mit Azure zu verbinden. Dabei unterstütze der Service auch SD-WANs von Partnern. Mit der andererseits vorgestellten Azure Firewall bietet Microsoft derweil einen Cloud-basierten Sicherheitsservice für Azure Virtual Networks an.

Performance für SQL Data Warehouse und Power BI

Für SQL Data Warehouse und Power BI verspricht Microsoft indes schnellere Abfragen und Analysen.

Konkret heißt das für Azure Data Warehouse: Abfragen über große Datenmengen sollen künftig doppelt so schnell wie bisher umgesetzt werden. Möglich werde dies durch Instant-Data-Movement-Funktionen. Diese organisieren Tabellen so, dass Operationen auch bei Partitionierung auf anderen Schlüsseln optimal ausgeführt werden können. Zudem seien jetzt 128 gleichzeitige Abfragen auf ein und dieselbe Datenbank möglich – somit sollen sich parallel aktive Nutzer nicht gegenseitig ausbremsen.

Eine noch für Juli angekündigte Preview für Power BI erlaube derweil schnellere Datenanalysen aus verteilten Quellen. Große Datenmengen ließen sich über Power Query direkt in Power BI aufnehmen, transformieren, integrieren und anreichern. Künftig unterstütze Power BI zudem das Microsoft Common Data Model – über das sollen Unternehmen eigene Daten mit Informationen aus anderen Quellen anreichern und Analysen aus einem einheitlichen Datensatz beschleunigen.

Schließlich integriert Microsoft Funktionen von SQL Server Analysis Services in Power BI, die eine inkrementelle Aktualisierung von Daten sowie größere Datensätze und -Aggregationen ermöglichen. Kunden verspricht man ein schnelles und flüssiges Reporting auch bei größeren Datenmengen.

IoT-Daten in Echtzeit visualisieren

Mit Azure IoT Central offeriert Microsoft eine vollständig verwaltete SaaS-Lösung für das Internet der Dinge (IoT). Das Angebot unterstützt ab sofort auch Power BI und Microsoft Flow. So könnten Kunden in Echtzeit Daten visualisieren. Über das Cloud-Solution-Provider-Programm könnten Microsoft-Partner fortan überdies Azure-IoT-Central-Anwendungen problemlos bereitstellen und verwalten.

In den Fokus rückte der Anbieter zudem das bereits seit Juni verfügbare Angebot Azure IoT Edge. Die Lösung verlagert Funktionen für Datenanalysen und künstliche Intelligenz in Geräte, Maschinen und Anlagen. Die können Daten somit auch ohne dauerhafte Verbindung zur Cloud auswerten – und später für genauere Analysen in die Cloud übertragen.

Über das Programm Azure Certified for IoT könnten künftig auch IoT-Edge-Geräte und deren Kernfunktionalitäten wie Gerätemanagement und Sicherheit zertifiziert werden. Bereits zertifizierte Edge-Hardware ist im Gerätekatalog gelistet. Im Azure Marketplace sind bereits erste vorgefertigte IoT-Edge-Module von Microsoft und Microsoft-Partnern verfügbar.

Data Box ab sofort in Europa verfügbar

Apropos Datenübertragung: Die im Vorjahr als Preview eingeführte Azure Data Box ist nun auch in Europa verfügbar. Unternehmen können die SSD-Speicher lokal mit jeweils bis zu 35 TByte bespielen und in Microsofts Rechenzentren schicken. Dort werden die Daten dann in die Cloud eingespielt.

Kollaboration ohne Kosten und mit KI

Updates verkündete Microsoft schließlich im Bereich Kollaboration. So ist nun eine kostenlose Version des Produktes Teams verfügbar, das Chats, Meetings, Anrufe, Dateien und Apps an einer Stelle zusammenführt. Das Angebot richtet sich an Gruppen mit bis zu 300 Nutzern und beinhaltet neben zehn GByte Speicherplatz für Teams auch zwei GByte pro Nutzer.

Live- und On-Demand-Events in Microsoft 365 will der Anbieter künftig mit KI-gestützten Services erweitern: Eine Gesichtserkennung könne so feststellen, wer gerade spricht; eine Speech-to-text-Transkription wandele gesprochene Worte in vollständig durchsuchbare, geschriebene Texte mit Timecodes um.

Eine ebenfalls vorgestellte Preview der neuen Version von Workplace Analytics nutze nun Microsoft Graph, um Meetings effizienter zu gestalten und die Zusammenarbeit im Unternehmen zu verbessern. Die bisher nur als Preview veröffentlichte App Microsoft Whiteboard ist mit der Inspire 2018 generell für Windows 10 verfügbar; eine entsprechende iOS-App werde bald folgen. Mit der Lösung sollen mehrere Personen zugleich physisch oder virtuell in einem Dokument arbeiten – über Windows Pen, Touch-Gesten oder mit Tastatur und Maus und auf verschiedenen Geräten.

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