Open Manufacturing Platform für Automobil- und Fertigungsindustrie

Microsoft und BMW planen Technologieplattform

| Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Florian Karlstetter

BMW will Lösungen für autonome Transportsysteme in die OMP-Community einbringen.
BMW will Lösungen für autonome Transportsysteme in die OMP-Community einbringen. (Bild: BMW/ bild@me.com)

Mit der Open Manufacturing Platform planen BMW Group und Microsoft eine offene Fertigungsplattform samt branchenübergreifender Community von Herstellern und Zulieferern. Ziel sei es, die Entwicklung von Industrie-4.0-Lösungen zu beschleunigen.

Auf der Hannover Messe haben BMW Group und Microsoft am 2. April die Open Manufacturing Platform (OMP) vorgestellt. Mit der gemeinsamen Initiative wollen beide Unternehmen proprietäre IT-Systeme sowie Datensilos ablösen, die Entwicklung von Smart-Factory-Lösungen vorantreiben und jene schließlich einer Community von Automobil- und Fertigungsindustrie bereitstellen. Knapp eine Woche zuvor hatten übrigens VW und AWS mit der Industrial Cloud ein ganz ähnliches Vorhaben verkündet.

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Open Source, offene Standards, offenes Datenmodell

Die OMP basiert auf der Microsoft Industrial IoT Cloud Plattform. Damit biete man Community-Mitgliedern eine Referenzarchitektur mit Open-Source-Komponenten auf Basis offener Industriestandards sowie eines offenen Datenmodells; das solle Zusammenarbeit und Datenaustausch verbessern. Die Plattform standardisiere zudem industrielle Datenmodelle, um die Analyse von Informationen zu beschleunigen. Damit würden auch Daten zugänglich, die bislang vorwiegend in proprietären Systemen gespeichert worden seien.

Auch bei Datenanbindung von Maschinen und der Systemintegration vor Ort solle die OMP den gemeinsamen Herausforderungen der Branche gerecht werden. So werde beispielsweise eine ROS-basierte Lösung zur Integration und Koordination autonomer Transportsysteme für die Logistik in die OMP eingebracht. Die OMP ist mit der bestehenden Referenzarchitektur für Industrie 4.0 (RAMI4.0) kompatibel und nutzt unter anderem den industriellen Interoperabilitätsstandard OPC UA.

Advisory Board bis Ende 2019 im Einsatz

Die OMP-Community soll mit zusätzlichen Partnern ausgebaut werden. Das OMP Advisory Board wird voraussichtlich bis Ende 2019 mit zunächst vier bis sechs Partnern und mindestens 15 Anwendungsfällen in ausgewählten Produktionsumgebungen im Einsatz sein. Erste Anwendungsfälle will BMW in die OMP-Community einbringen, darunter den Einsatz einer IoT-Plattform für die zweite Generation der autonomen Transportsysteme des Unternehmens im BMW Group Werk Regensburg. Zu weiteren Anwendungsfällen zählen digitale Feedbackschleifen, digitales Supply Chain Management und vorausschauende Wartung. Die Anwendungen könnten innerhalb der OMP-Community bereitgestellt und weiterentwickelt werden, wobei die BMW Group die Rechte am bereits vorhandenen geistigen Eigentum und den Daten ihres Unternehmens behalte.

Erweiterung langjähriger Technologiepartnerschaft

Microsoft und BMW Group bezeichnen die OMP als Weiterentwicklung einer langjährigen Technologiepartnerschaft. Der Autobauer setzt nach eigenem Bekunden bereits seit 2016 auf Cloud-Dienste und entwickelt neue Ansätze. Mit OMP wolle man die Lösungen nun auch für andere Unternehmen verfügbar machen und gemeinschaftlich Potenziale heben. Angesprochen sind dabei Hersteller und Zulieferer – einschließlich Unternehmen, die nicht der Automobilindustrie angehören.

Scott Guthrie, Executive Vice President, Microsoft Cloud and AI Group, kommentiert: „Unser Engagement für den Aufbau einer offenen Community wird neue Möglichkeiten für die Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette im Fertigungsbereich eröffnen.“

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