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Auszug aus dem MSFTbriefing 10/2014 Kosten SPLA rauf – Azure runter: Microsoft spielt an den Preisen

| Autor / Redakteur: Axel Oppermann, Avispador / Florian Karlstetter

Microsoft hat – wie regelmäßig üblich – im August die Preise für eine Vielzahl von Software und Services erhöht. Für die Lizenzierung im Bereich SPLA (Service Provider Licensing Agreement) werden zum 1. Januar 2015 weitere Preiserhöhungen erwartet.

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Microsoft plant in München-Schwabing auf 26.000 Quadratmetern und sieben Ebenen die neue Unternehmenszentrale für Deutschland.
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(Bild: Microsoft)

Microsoft passt die Preise für Produkte und Lösungen permanent an. Ziel ist es einerseits, in kompetitiven Märkten wettbewerbsfähige Preispunkte anbieten zu können. Bestes Beispiel sind die ständigen Preisnachlässe für Azure-Service in der aktuell noch intensiven Wettbewerbssituation mit AWS und Google im Cloud-Segment. So wurden unter anderem im März 2014 die Preise für Computing um 35 Prozent und für Storage um bis zu 65 Prozent reduziert. Auch zum 1. Oktober gab es für unterschiedliche Azure-Services zahlreiche Preisanpassungen (siehe unten).

Andererseits werden die Preise auch nach oben angepasst. Insbesondere dann, wenn es der Markt, also die relative Stärke des Anbieters, hergibt. So wurden im August (im Vergleich zum Juli) die Preise für einige Client-Access-Lizenzen um 12 Prozent und für Office-Client-Produkte sowie Office-365-Services bis zu 24 Prozent angehoben.

Preiserhöhungen im August

Zwar passt Microsoft regelmäßig die Preise für seine Produkte und Services an. Größere Preiserhöhungen finden jedoch regelmäßig im August und zum Januar statt. Diese Preisentwicklungen dienen einer Optimierung des Share of Wallet, die durch die Anwender wahrgenommene preisliche Wettbewerbsfähigkeit, und sind bei enormen Investitionen in Infrastrukturen und rückläufigen Marktanteilen notwendig, um die von den Investoren geforderten Renditen zu liefern.

Microsoft hat im August zahlreiche zentrale und umfassend beim Kunden genutzte Produkte auf der „Enterprise-Agreement-Preisliste“ erhöht. Hierzu zählt unter anderem auch ein Variante von Office Professional Plus (SKU 269-12445). Diese Lizenz wurde um 5,3 Prozent erhöht. Stärker fallen die Erhöhungen im Umfeld von Office 365 aus. So wurden Core-CAL-Bridge-Office-365-Nutzungsrechte um knappe 10 Prozent erhöht. Step-up-Lizenzen von Windows Server Standard auf Datacenter kosten schon mal „geschmeidige“ 34 Prozent mehr.

Für einige SQL-CALs muss seit August deutlich über 25 Prozent mehr bezahlt werden als noch im Juli. Bei Dynamics-Lizenzen schlägt Microsoft besonders umfassend zu: Preiserhöhungen von über 60 Prozent sind keine Seltenheit.

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Empfehlungen
  • Kunden von Microsoft, die in einer signifikanten Größe Lizenzen benutzen, beziehen oder beschaffen wollen, sollten sich regelmäßig mit den Preisentwicklungen beschäftigen. Hierzu gilt es, die Entwicklungen für die aktuell genutzten Produkte auf Item-Ebene (SKU-Ebene) zu verfolgen. Gleichzeitig wird eine wiederkehrende Beobachtung der genutzten/beschafften Pools sowie Produktfamilien empfohlen.
  • Es wird empfohlen, während der Vertragslaufzeit eines Volumenlizenzvertrags (exemplarisch Enterprise Agreement/EA) feste Zeitpunkte zu definieren, an denen die jeweils aktuellen Preispunkte aus der relevanten Preisliste mit den individuell vereinbarten Preisen verglichen werden. Auf dieser Basis gilt es, rechtzeitig Ableitungen für etwaige Renewals zu treffen.
  • Wenn Sie in den kommenden Wochen oder Monaten einen EA abschließen wollen, so sollten Sie zwingend die Auswirkungen etwaiger Preisentwicklungen auf Basis unterschiedlicher Szenarien in Ihre Betrachtung mit einbeziehen. Hierzu zählen klassische Renewals, ein-, zwei- und dreijährige Breaks zwischen den Vertragsperioden und eine (teilweise) Transition zu Office 365 und anderen Cloud-Services.
  • Gehen Sie für Ihre Kalkulationen – mit Ausnahme von Azure-Services – von Preiserhöhungen deutlich über 5 Prozent pro Jahr aus.
  • Vereinbaren Sie insbesondere für Cloud-Services wie Office 365 einen Preisschutz für steigende Preise und für Azure-Dienste eine Agilität bei Preisnachlässen. Vereinbaren Sie in diesem Kontext auch Preispunkte für einen Umstieg auf On-premises-Lizenzen; also zurück vom Cloud-Service auf klassische Lizenzen.
  • Beobachten Sie auch die Preisentwicklungen bei ergänzenden oder den Service erweiternden SKUs – exemplarisch Archivierungslösungen für Office 365.

Es wird empfohlen, sich bei einem zuständigen Licensing Solution Partner (LSP) oder dem Lizenzverkäufer die komplette Liste der Preisänderungen zu beschaffen.

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