BT CIO-Report 2016

IT-Chefs haben kaum Zeit für digitale Transformation

| Autor: Elke Witmer-Goßner

Ein Kraftakt für CIOs: Den Wandel vorantreiben und sich gleichzeitig um Altsysteme kümmern.
Ein Kraftakt für CIOs: Den Wandel vorantreiben und sich gleichzeitig um Altsysteme kümmern. (Bild: Jeanette Dietl, Fotolia)

Der Druck auf die CIOs ist gestiegen: Sie sind immer mehr gefordert, ambitionierte Pläne für die digitale Transfomation ihrer Unternehmen zu verfolgen und umzusetzen. Anspruch und Realität klaffen dabei auseinander.

Die aktuelle Studie „The BT CIO report 2016 – the digital CIO“ im Auftrag des Netzwerk- und IT-Dienstleisters BT zeigt deutlich: Die CIOs rund um die Welt treiben zwar die digitale Transformation voran, um die Prozesse und Systeme ihrer Unternehmen und Organisationen neu zu erfinden. Und ihre Bedeutung auf Führungsebene steigt unter dem Einfluss der Digitalisierung weiter. Mehr als siebzig Prozent der befragten rund tausend IT-Entscheider aus elf Ländern sagten, dass die Rolle des CIO in der Unternehmensführung in den vergangenen zwei Jahren wichtiger geworden sei (in Deutschland sind es sogar 84 Prozent). Und 43 Prozent der Befragten gaben an, dass sie heute mehr Zeit für Fragestellungen aufwenden, die das Unternehmen als Ganzes betreffen.

Burnout droht

Die Kehrseite dieses Trends ist aber, dass es für die IT-Chefs zunehmend schwieriger wird, überhaupt noch Zeit zu finden, um kreative Lösungen für das Tagesgeschäft zu entwickeln. Annähernd zwei Drittel der IT-Entscheider (in Deutschland: 51 Prozent) haben das Gefühl, der CIO verbringe mehr Zeit damit, die bestehenden IT-Systeme am Laufen zu halten als damit, neue Lösungen zu finden. CIOs haben also, ungeachtet ihrer Ambitionen in Sachen digitale Transformation, nach wie vor viel mit Altlasten zu tun.

Nahezu 80 Prozent der großen Unternehmen und Organisationen weltweit verfolgen oder planen einen „multi-speed“-Ansatz: Technologie-getriebene Initiativen werden mit unterschiedlicher Geschwindigkeit und Priorität vorangetrieben – mit dem CIO als treibende Kraft. Das erfordert mehr Kreativität, höhere Flexibilität und ein dynamischeres Betriebsmodell. Laut BT-Studie stellen zwei Drittel der CIOs außerdem fest, dass sich die Leistungsindikatoren (KPIs), mit deren ihre eigene Performance gemessen wird, rasch verändern. Dabei rückt die digitale Transformation eindeutig in den Mittelpunkt ihrer gesamten Aktivitäten.

In den meisten Unternehmen, die von der neuen BT-Studie erfasst wurden, sind verschiedene Abteilungen damit beschäftigt, IT-Produkte und -Services zu beschaffen und einzusetzen, ohne die IT-Verantwortlichen einzubeziehen (Deutschland: 54 Prozent). Offenbar finden die IT-Abteilungen immer mehr Gefallen an einer bereichsübergreifenden, geschäftsunterstützenden Rolle. In dieser Funktion konzentrieren sie sich insbesondere auf Datensicherheit, die Bereitstellung einer leistungsfähigen Infrastruktur und darauf, dass es innerhalb des Unternehmens keine Doppelung der Arbeiten gibt. Diese veränderten Verantwortlichkeiten unterliegen der neuen Rolle des digitalen CIO, der über alle Unternehmensbereiche hinweg als „Enabler“ fungiert. Dabei sind sich die IT-Chefs bei den wichtigsten Technologie-Trends einig: Cloud, Mobility und Collaboration sowie Daten (Big Data). Laut Report ist bereits ein Fünftel der weltweit untersuchten Unternehmen vollständig cloud-zentriert (in Deutschland: 17 Prozent). Fast die Hälfte bezieht bereits mehr als die Hälfte ihrer Applikationen und ihrer Infrastruktur aus der Cloud; hierzulande liegt dieser Anteil bei 36 Prozent.

Ergänzendes zum Thema
 
„BT CIO-Report 2016 – „The digital CIO“

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