Network-as-a-Service Global Fabric in der BMW Welt

Von Dr. Dietmar Müller 3 min Lesedauer

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In der BMW Welt hat BT seine Global Fabric vorgestellt, mit der der weltweite Netzwerkverkehr fit für die Multi Cloud gemacht werden soll. Die BMW Group nutzt ein ganz ähnliches Konzept, das Projekt dazu steht vor seinem Abschluss.

Die BMW Group nutzt als einer der ersten großen Kunden die neue Network-as-a-Service-Plattform Global Fabric von BT.(Bild:  (c) www.MarcusBuck.com +49(0)89 3590180)
Die BMW Group nutzt als einer der ersten großen Kunden die neue Network-as-a-Service-Plattform Global Fabric von BT.
(Bild: (c) www.MarcusBuck.com +49(0)89 3590180)

Der Geschäftsführer von BT Germany, Harald Egler, präsentierte in der BMW Welt in München eine neue Network-as-a-Service-Plattform. Die vor rund einem Jahr angekündigte Global Fabric NaaS offeriert eine Cloud-zentrierte Infrastruktur, mit der Anwender Netzwerkverbindungen, Bandbreiten und Cloud-Ressourcen und zusätzliche Features über ein Portal buchen können. Der Ort der Präsentation war mit Bedacht gewählt: BMW ist ein großer Kunden von BT, wenngleich nicht von der Global Fabric. Die Group hat aber eine eigene Lösung namens „Interconnection Backbone“ gestaltet, die ähnlich der Global Fabric funktioniert und Teile der Services abdeckt.

„Zum Zeitpunkt unserer Entscheidung für den Interconnection Backbone war die Global Fabric Lösung leider noch nicht verfügbar“, so Rainer Laubenbacher, Initiative Lead Cloud Connectivity, Group IT, BMW Group. „BT ist unser primärer Vertragspartner im Rahmen unserer eigenen Lösung und hat uns geholfen, diese zu realisieren.“

Diese stellte er dann in der Praxis vor. Laut seinem Bekunden startete der praktische Betrieb in der BMW Group bereits im Februar dieses Jahres: „Das Thema beschäftigt mich aber bereits seit drei Jahren.“ Der Projektverantwortliche schilderte daraufhin sein Vorgehen: „In den Jahren 2019 und 2020 wurde uns zunehmend klar, dass die bisherige Netzwerkarchitektur der BMW Group den neuen Anforderungen nicht mehr gewachsen ist. Die zunehmende Digitalisierung im Unternehmen, Cloud und Virtualisierung benötigten mehr Bandbreite als bis dahin möglich war“, berichtete Laubenbacher. Die Leitung von München nach Frankfurt/M zum Beispiel sei aufgrund diverser Anforderungen von 20 Gbit/s redundant auf 2x100 Gbit/s redundant ausgebaut worden.

Dezentral ist näher am Anwender

„Noch vor zehn Jahren verfolgte die BMW Group eine Strategie der Zentralisierung mit einem Rechenzentrum in München als Mittelpunkt. Um aber beispielsweise den vielen neuen SaaS-Angeboten Rechnung tragen zu können, mussten wir aber wieder dezentraler werden. Dafür wurden neuralgische Netzwerkknoten auf der ganzen Welt benötigt. Außerdem war uns klar, dass die neue Lösung skalieren können muss, um zukunftsfähig zu sein.“

Tatsächlich hat BT die erstmals im Oktober vergangenen Jahres vorgestellte Global Fabric positioniert, um dem neuen, geringeren Stellenwert von hauseigenen Data Centers Rechnung zu tragen. Statt Anwendungen von dort an die Arbeitsplätze zu verteilen, kommen diese bekanntermaßen zunehmend von Hyperscalern sowie von Cloud- und SaaS-Anbieter aller Color.

„Im Wesentlichen gab es drei Phasen“, erklärt Laubenbacher weiter: „2022 erarbeiteten wir einen Proof of Concept (PoC), den wir mit verschiedenen Netzwerkanbietern durchspielten. BMW ist ja ein eher wettbewerbsorientiertes Unternehmen. BT erwies sich dabei als verlässlicher und professionaler Partner.“ Gemeinsam habe man dann neutalgische Knotenpunkte z.B. an der Westküste der USA, in Deutschland, in Südafrika und an verschiedenen Orten in Asien wie Peking eingerichtet. Die Verbindungen untereinander sind katastrophensicher ausgelegt, was sich Anfang des Jahres, als verschiedene Untersee-Kabel beschädigt wurden, bereits als sehr hilfreich erwiesen hat. Generell habe das Thema Risikomanagement eine große Rolle gespielt.

Unter drei Jahren sei die Umsetzung nicht machbar gewesen, das letzte Greenfield werde im Dezember dieses Jahres aufgebaut. Phase 2 (BMW-interner Netzwerkverkehr) und Phase 3 (BMW-zu-Cloud Netzwerkverkehr) wurde je Region / Knotenpunkt im Rahmen des Rollouts in den vergangenen Monaten umgesetzt und wird auch 2025 noch fortgeführt.

Vorbereitung ist alles

Die Reise sei jedoch noch nicht vorbei, bis Mitte kommenden Jahres gehe der Umbau der „on-prem-fokussierten Unternehmenswelt der BMW Group“ hin zu einer dezentralen Kommunikation noch weiter. Laubenbachers Tipp an Kollegen: „Vorbereitung ist alles.“ Seiner Erfahrung nach würden sich Pläne ständig ändern, aber was einmal versäumt worden ist, könne kaum mehr nachgebessert werden. „Seien Sie auf Widrigkeiten vorbereitet.“ Am wichtigsten sei aber die beständige Kommunikation, etwa von Terminen für Netzwerkumstellungen. Und zwar immer und immer wieder.

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Dr. Bernd Meurer, BTs CTO Europe, hob anschließend nochmals die Vorzüge der Global Fabric hervor: In der Endausbaustufe sollen 160 Netzwerkknoten (PoPs) weltweit in Form von Carrier Neutral Facilities mehrere Hundert vorintegrierte Cloud-Produkte wie SaaS, SASE, Office 365 sowie ERP- und CRM-Anwendungen liefern, hinzu kämen Storage, Computing-Power, virtualisierte Netzwerkfunktionen (VNF) und anderes. Der globale Aufbau sorge dafür, dass der Netzwerkverkehr um Länder herumgeführt werden könne, um die ein Unternehmen lieber einen Bogen mache, aus welchen Gründen auch immer.

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