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Nur geringe Schäden zu beklagen, aber Hilfe für die Tsunami-Opfer angekündigt Für japanische IT-Firmen steht Solidarität im Vordergrund

| Redakteur: M.A. Sylvia Lösel

Die erschütternden Meldungen aus Japan nehmen kein Ende. Nach dem Erdbeben und dem anschließenden Tsunami hat das Land nun auch noch mit massiven Problemen seiner Atommeiler zu kämpfen. Unter diesen Bedingungen fällt es schwer, ans Tagesgeschäft zu denken. Japanische IT-Hersteller sind in unterschiedlichem Maß von der Katastrophe betroffen. Sie wollen vor allem: helfen.

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Auch IT-Firmen haben Opfer, Verluste von Produktionsstätten und Stromausfälle zu beklagen. Quelle: U.S. Geological Survey
Auch IT-Firmen haben Opfer, Verluste von Produktionsstätten und Stromausfälle zu beklagen. Quelle: U.S. Geological Survey
( Archiv: Vogel Business Media )

Neben allem menschlichen Leid, das die Katastrophe in Japan hervorruft, stellt sich für manchen auch die Frage nach den wirtschaftlichen Konsequenzen. Produktionsausfälle durch die Katastrophe in Japan sind nach Einschätzung des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) unvermeidlich. In einer Meldung des Instituts heißt es, die wirtschaftlichen Auswirkungen der Katastrophe in Japan seien derzeit nicht abschätzbar. Die Produktion sei gestört, die Menschen seien verunsichert.

Die Wirkung des Erdbebens und des Tsunamis auf die Produktion dürfte weit über die Gebiete hinausgehen, in denen Infrastruktur und Unternehmen zerstört worden seien. So litten möglicherweise auch Unternehmen in nicht betroffenen Regionen unter ausbleibenden Zulieferungen und Energie-Engpässen. Und all dies werde kein kurzfristiges Problem für die japanische Wirtschaft sein, sondern sich noch über einen längeren Zeitraum hinziehen, schreiben die Experten.

Hoffnung im Chaos

Die Zentren der japanischen Wirtschaft liegen weiter im Süden. Dort sind die Hauptsitze der IT- und CE-Hersteller zu finden. Jedoch sind in den drei Präfekturen, die von den Zerstörungen durch die Naturgewalten besonders betroffen sind – Fukushima, Sendai und Miyagi – auch einige Produktionsstätten angesiedelt.

IT-BUSINESS hat für Sie zusammengetragen, was die betroffenen Unternehmen an Informationen bereitstellen. Eines ist deutlich: In den eigenen Reihen scheint es nur wenige Opfer gegeben zu haben. Für die Firmen hat nun die Unterstützung der Überlebenden oberste Priorität beim Umgang mit dieser Katastrophe.

Brother

Brother hat den Opfern der Katastrophe sein Beileid ausgesprochen und rund eine Million Euro für die dringend benötigte Hilfe im Krisengebiet bereitgestellt.

Canon

Beim Kamerahersteller Canon sind einige Werke auf der japanischen Hauptinsel Honshu so schwer beschädigt, dass die Produktion möglicherweise einen Monat oder länger ausgesetzt werden muss. Das Unternehmen werde wahrscheinlich auf andere Werke ausweichen, die nicht betroffen sind. Dies teilt Canon auf seiner internationalen Homepage mit. Besonders betroffen ist eine Fabrik in Utsunomiya. Hier wurden 15 Mitarbeiter verletzt. Auch bei einer Fabrik in Fukushima ist kein Betrieb mehr möglich.

Epson

Beim Druckerhersteller Epson wurden die Produktionsstätten in Sakata und Tohoku beschädigt. Dort sind bis zum jetzigen Zeitpunkt allerdings keine Opfer zu beklagen. Deutlich schlimmer sieht es in der Fabrik Fukushima aus, die nur 16 Kilometer vom Atommeiler Fukushima 1 entfernt liegt und zum Evakuierungsgebiet gehört.

Zudem hat das Unternehmen die Color Imaging Exhibition, die vom 19. bis 21. März in Tokio stattfinden sollte, abgesagt. Epson hat ebenfalls rund eine Million Euro als Soforthilfe bereitgestellt.

Fujitsu

Fujitsu meldet Schäden an Gebäuden und Maschinen in Iwate und Miyagi. Das Unternehmen stellt ebenfalls eine Hilfe von rund einer Million Euro zur Verfügung.

NEC

Das Unternehmen NEC stellt Gelder, Computer, TK-Equipment and IT-Network-Equipment im Wert von etwa einer Million Euro zur Verfügung.

Kyocera

Die Kyocera-Gruppe hat ebenfalls zirka eine Million Euro als Soforthilfe und für den Wiederaufbau im Nordosten Japans bereitgestellt. Außerdem hat das Unternehmen weltweit unter seinen Mitarbeitern zu einer Spendenaktion aufgerufen.

Mitsubishi

Die Mitsubishi Electric Corporation stellt rund 4,4 Millionen Euro als Soforthilfe zur Verfügung und organisiert ein weltweites Spendenprogramm für Mitarbeiter.

Ricoh

Die Ricoh-Gruppe unterstützt die Opfer und die allgemeinen Bergungsarbeiten mit einer Spende von insgesamt 2,6 Millionen Euro. Außerdem verzichtet das Unternehmen für die absehbare Zukunft auf den unnötigen Verbrauch von Strom, beispielsweise für Leuchtreklamen oder Werbetafeln.

Sharp

Der japanische Technologiekonzern ließ am Montag verlauten, dass es keine erheblichen Schäden an Sharp-Gebäuden oder -Produktionsstätten in Japan gibt, eingeschlossen der Fabrik in Yaita-City, in der Präfektur Tochigi. Die LCD-Panel-Produktionsstätten in Sakai-City, Kameyama-City, Taki-cho, und Tenri-City arbeiten unter den gegebenen Umständen normal.

Sharp kündigt zudem die Unterstützung des Tohoku-Gebiets im Erdbebengebiet der Pazifikküste mit einer Spende von rund einer Million Euro an. Darüber hinaus wird die Möglichkeit einer Spende von LCD-Fernsehern und anderen Gegenständen für das Evakuierungsgebiet geprüft.

Sony

Einige Produktionsstätten von Sony waren vom Erdbeben und Tsunami betroffen. Im Moment ist Sony dabei, sich einen Überblick über die Schäden zu verschaffen. Mitarbeiter wurden nach heutigem Stand nicht verletzt. Das Unternehmen hat außerdem freiwillig den Betrieb in zahlreichen anderen Fabriken heruntergefahren, um Strom zu sparen. Das Unternehmen hat 2,5 Millionen Euro Soforthilfe bereitgestellt und wird 30.000 Radios und andere Geräte spenden, um die Rettungsmaßnahmen zu unterstützen.

Toshiba

Toshiba will seinen Stromverbrauch drastisch reduzieren und nur die absolut notwendigen Unternehmenszweige weiter unterhalten. Für heute hat das Unternehmen alle Fabriken geschlossen, die in der Region liegen, die von der Stromverknappung betroffen ist.

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