Epicor CFO-Studie zeigt Handlungsbedarf bei Unternehmens-IT

Finanzentscheider kompensieren fehlende Fakten mit Intuition

| Redakteur: Elke Witmer-Goßner

CFOs sind keine einsamen Wölfe: Sie müssen in Zusammenarbeit mit interdisziplinären Teams Entscheidungen von strategischer Bedeutung treffen, die Compliance-Vorgaben unterliegen.
CFOs sind keine einsamen Wölfe: Sie müssen in Zusammenarbeit mit interdisziplinären Teams Entscheidungen von strategischer Bedeutung treffen, die Compliance-Vorgaben unterliegen. (Bild: Cartoonresource, Fotolia)

Führungskräfte im Finanzwesen müssen sich bei Entscheidungen häufig auf ihren Instinkt oder ihre Erfahrung verlassen. Der Mangel an fundierten Daten ist dabei Hauptursache für viele Fehlentscheidungen; Excel-Tabellen und isolierte IT-Anwendungen bestimmen häufig den Alltag der CFOs.

Die internationale CFO-Studie „Instinct meets insight: Do CFOs have the tools they need to make the best decisions for business growth?“, die von der Epicor Software Corporation beauftragt wurde, zeigt: Viele Entscheidungen im Finanzwesen sind von Instinkt, Erfahrung und Emotionen geprägt, da Informationen fehlen oder nicht schnell genug verfügbar sind. Mehr als ein Drittel der für die Untersuchung befragten CFOs setzt noch auf Excel-Tabellen. Weniger als ein Drittel nutzt überhaupt moderne, effiziente IT-Systeme, die die nötigen Daten für ihren Verantwortungsbereich zur Verfügung stellen.

Fehler und verzögerte Entscheidungen

Im Rahmen der CFO-Studie wertete Redshift im Auftrag des Anbieters von Unternehmenssoftware für Fertigungs- und Handelsunternehmen die Antworten von 1.532 CFOs aus elf Ländern aus. Demnach müssen sich 39 Prozent der deutschen CFOs und Entscheider im Finanzwesen häufig oder sogar sehr häufig bei Entscheidungen auf ihren Instinkt und ihre Erfahrung verlassen, da konkrete, präzise Informationen fehlen. Bei 42 Prozent kommt dies immerhin gelegentlich vor. 44 Prozent müssen zugegen, sich bei Entscheidungen von Emotionen leiten zu lassen.

Oft müssen Entscheidungen auch verschoben werden, da relevante Informationen fehlen. Dies trifft 80 Prozent der deutschen CFOs manchmal bis sehr oft. Da bleiben auch Fehler nicht aus, weil die nötigen fundamentalen Informationen nicht zur Verfügung standen (36 Prozent), nicht schnell genug vorlagen (26 Prozent) oder zu ungenau waren (25 Prozent). Kritische Werte angesichts der Tatsache, dass Entscheidungen häufig Regulierungsvorschriften bzw. Compliance unterliegen.

Note 6 für die IT

Aus den Befragungsergebnissen lässt sich ableiten: Viele IT-Systeme sind für die Entscheidungsprozesse im Finanzwesen mangelhaft bis ungenügend. 36 Prozent der Befragten aus Deutschland nutzen nach wie vor Excel-Tabellen. Weitere 36 Prozent setzen auf einfache Standalone-Lösungen für das Rechnungswesen, 27 Prozent auf separate Systeme für die Lohnbuchhaltung und 38 Prozent auf individuelle proprietäre Lösungen, die im eigenen Unternehmen oder von externen Spezialisten entwickelt wurden. Damit fehlen in vielen Unternehmen die nötigen Standards und Schnittstellen, wodurch eine integrierte Gesamtsicht auf finanzrelevante Daten aus der Organisation von vornherein unmöglich wird.

Inkonsistente Informationen

Dies ist auch deshalb kritisch, da Entscheidungen häufig interdisziplinär getroffen werden. Knapp die Hälfte der deutschen Studienteilnehmer sagen, dass sehr oft oder oft Mitarbeiter außerhalb des Finanzwesens bei Entscheidungen einbezogen werden, sehr häufig sind auch externe Partner oder Kunden involviert. Und nicht immer haben alle Beteiligten den gleichen Informationsstand. Oft nutzen interdisziplinäre Teams sehr unterschiedliche und sich widersprechende Informationen.

Abgesehen von eigenen Finanzdaten sowie Intuition und Erfahrungswerten werden bei Entscheidungen zudem externe Informationen berücksichtig. Häufigste Quelle sind Kollegen aus anderen Abteilungen, gefolgt von Informationen und Ratschlägen von Unternehmensberatern sowie professionellen Informationsdiensten für Rechnungswesen. Hinzu kommen Unternehmensdaten nicht-finanzieller Natur, Nachrichten und Trendberichte oder Informationen von Rechnungsprüfungsvereinigungen.

ERP modernisieren

Angesichts solcher Erkenntnisse sieht Hermann Stehlik, Vice President Zentraleuropa von Epicor Software dringenden Handlungsbedarf bei der Modernisierung der IT-Systeme. Es sei für CFOs und Entscheider im Finanzwesen heute unverzichtbar, Zugriff auf ebenso vollständige wie auch präzise und aktuelle Daten zu haben – einfach und mit möglichst automatisierten Analysen, um Zusammenhänge und Abhängigkeiten bewerten zu können: „Die Erfahrung und Intuition von CFOs sollten als Wettbewerbsvorteil dienen und nicht als Kompensation unzureichender IT-Unterstützung und Datenqualität.“

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