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Homeoffice und mobiler Datenzugriff auf den eigenen Server ELLY – Private Cloud für kleine Unternehmen

| Autor / Redakteur: Thomas Joos / Elke Witmer-Goßner

Mit ELLY können auch kleine Unternehmen schnell und unkompliziert eine private Cloud-Umgebung im eigenen Netzwerk aufbauen, mit denen Anwender auch von unterwegs und zu Hause effektiv arbeiten können. Wir haben den Private Cloud Server von Uniki getestet.

Der Mini-Server ELLY der Uniki GmbH ist als webbasierendes NAS-System ideal für Anwender in kleinen Unternehmen, die sicher im Homeoffice oder von unterwegs arbeiten wollen.
Der Mini-Server ELLY der Uniki GmbH ist als webbasierendes NAS-System ideal für Anwender in kleinen Unternehmen, die sicher im Homeoffice oder von unterwegs arbeiten wollen.
(Bild: Uniki)

Mit ELLY können kleine Unternehmen im internen Netzwerk einen kleinen Server betreiben, der zunächst ähnlich installiert und eingerichtet wird, wie ein Hardware-NAS. ELLY will aber nicht nur lokalen Datenspeicher mit einigen Apps bieten, sondern schnellen und leichten Zugriff auch über das Internet. Wer auf der Suche nach einem NAS-System mit Zusatzfunktionen ist, sollte eher nicht zur Uniki-Lösung greifen, da hier die lokale Datenspeicherung nicht im Fokus steht, sondern vor allem Funktionen zur Gruppenarbeit und Cloud-Speicher.

ELLY für kleine und mittlere Unternehmen (links) bzw. ELLY Enterprise für Mittelstand und große Unternehmen.
ELLY für kleine und mittlere Unternehmen (links) bzw. ELLY Enterprise für Mittelstand und große Unternehmen.
(Bild: Uniki)

Ideal ist das für kleine Unternehmen, die Anwendern die Möglichkeit geben wollen, unterwegs und von zu Hause arbeiten zu können. Die Datenhoheit bleibt aber beim Unternehmen, genauso wie bei Private-Cloud-Lösungen von ownCloud oder Nextcloud. Im Unterschied zu diesen Open-Source-Produkten kostet ELLY zwar Geld, bietet dafür aber eine automatisierte und sichere Grundeinrichtung sowie Support. Bei Bedarf kann der Support auch auf die Verwaltungsoberfläche zugreifen. Allerdings muss ein lokaler Administrator dieses erst aktivieren und erlauben.

Neben kleinen Unternehmen können auch mittelständische Firmen auf ELLY setzen. Hier wird die Hardware entsprechend angepasst. Allerdings verfügen solche Firmen häufig über eine interne IT-Abteilung, die auch in der Lage ist, mit kostenlosen Open-Source-Produkte den gleichen Umfang wie ELLY darzustellen, in diesem Fall aber eben for free. Allerdings darf auch hier nicht vergessen werden, dass beim Einsatz von Open Source einiges an Aufwand bezüglich der Einrichtung und des sicheren Betriebs entsteht.

Verschiedene OS-Lösungen sind Bestandteile

Nach der Installation werden verschiedene Apps aus dem Store auf dem Gerät installiert. Diese stehen den Anwendern zur Verfügung, sodass Benutzer im Netzwerk, von unterwegs oder auch zu Hause im Homeoffice mit ELLY und den installierten Apps arbeiten können:

  • Passwortmanager Bitwarden,
  • Kopan, ein E-Mail/Collaboration-Server,
  • Rocketchat, eine Kommunikationsplattform, inklusive Videokonferenzen und Chat,
  • der Cloud-Speicher Seafile zum Teilen von Dokumenten,
  • Wekan zur Aufgabenplanung und Projektmanagement,
  • das Videokonferenzsystem Jitsi Meet.

Für den Zugriff auf die Anwendungen sind in vielen Fällen Domänen notwendig. Diese lassen sich in den Einstellungen festlegen. Die Open Source-Anwendungen können natürlich auch auf eigenen Servern betrieben werden, sind aber bereits in die Weboberfläche von ELLY integriert. Die Tools werden ebenfalls mit einer Browseroberfläche verwaltet. Hier bieten die Tools aber in den meisten Fällen eigene Weboberfläche an denen sich die Administratoren erneut anmelden müssen, um das entsprechende Produkt zu verwalten.

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Private-Cloud-Funktionen für kleine Unternehmen und Büros

Der Vorteil beim Einsatz von ELLY ist zunächst, dass Hard- und Software gemeinsam geliefert und über einen Assistenten eingerichtet werden. Die Verwaltung erfolgt anschließend über einen Webbrowser. Alle Verbindungen zum Gerät, auch über das Internet, sind Ende-zu-Ende verschlüsselt. Auch der Hersteller hat daher keinen Zugriff auf die Daten.

Zum Umfang gehört zunächst der ELLY-Server selbst. Dabei handelt es sich um ein kleines Gerät, das mit einem Netzwerkanschluss mit dem Netzwerk verbunden wird. Hier ist es wichtig, dass ELLY eine IP-Adresse erhält, mit der auf das Internet zugegriffen werden kann. Für die Registrierung und Einrichtung ist eine Internetverbindung notwendig. Außerdem muss bereits bei der Einrichtung eine IBAN- oder Kreditkartennummer eingegeben werden, mit der später die Abrechnung erfolgen soll.

In ELLY können zusätzliche Apps und Dienste eingebunden werden, die zum Teil kostenpflichtig sind. Der Private-Cloud-Server selbst kostet neben den Anschaffungskosten monatlich zwischen 39 Euro und 59 Monat. Dazu können weitere Ausgaben kommen, wenn im App-Store weitere Lösungen bezogen werden.

Verwaltung und Datenmigration

Die Verwaltung von ELLY wird über eine Weboberfläche durchgeführt. Diese wird über die URL erreicht, die bei der Einrichtung des Servers angezeigt wird. Dadurch haben Administratoren die Möglichkeit auch von unterwegs auf die Verwaltung der Lösung zugreifen zu können. Nach dem Aufrufen der Weboberfläche stehen im linken Bereich verschiedene Menüpunkte zur Verfügung.

Über „Einstellungen“ werden die wichtigsten Optionen des Produktes konfiguriert. Hier steht auch der Menüpunkt „PST Import“ zur Verfügung, mit dem Daten aus Outlook in ELLY migriert werden können, damit Anwender bei der Umstellung keinen Datenverlust befürchten müssen. Dazu kommt die Konfiguration der Benutzer und der Datensicherungen der Daten auf dem Server. Als Backup-Ziel können an ELLY externe Festplatten angeschlossen werden. Alternativ lassen sich Daten auch auf Netzwerkfreigaben speichern oder in der Cloud.

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Über den Autor

 Thomas Joos

Thomas Joos

Freiberuflicher Autor und Journalist