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CLOUD Technology & Services Conference 2020 Eagle werden oder Chicken bleiben?

| Autor: Dr. Stefan Riedl

Stefan Wendt ist Partner bei Microfin und referiert auf der CLOUD Technology & Services Conference 2020 über den ­Feinschliff bei Prozessen in Cloud-Fragen. Wendt erläutert, wie man vom Chicken am Boden zum Eagle in der Luft wird.

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Rhetorische Frage: Ist es besser als Eagle abzuheben oder als Chicken am Boden zu bleiben?
Rhetorische Frage: Ist es besser als Eagle abzuheben oder als Chicken am Boden zu bleiben?
(Bild: © TTstudio - stock.adobe.com)

Sie sprechen zum Thema „Fly with the eagle, or scratch with the chicken“. Was bedeutet die Adler-Hühnchen-Metapher, und worum geht es?

Stefan Wendt, Partner bei Microfin Unternehmensberatung
Stefan Wendt, Partner bei Microfin Unternehmensberatung
(Bild: Microfin)

Wendt: Es könnte so einfach sein: Die Cloud-Lösung ist ausgesucht, Business und IT stehen in den Startlöchern. Doch langwierige Freigabeprozesse, komplexe Fragebögen, fehlende Koordination in der Abstimmung mit Architektur, Datenschutz, Informationssicherheit & Co. machen dem Cloudpiloten das Leben schwer. Nicht die Technik bremst, sondern die Organisation. Anstatt stolz und frei wie ein Adler abzuheben und über den Wolken zu schweben, bleibt man wie ein Hühnchen am Boden stecken. Kurzum, es geht um die Sensibilisierung für organisatorische Fragen bei Einführung und Nutzung der Cloud.

Wie stellt man Cloud Readiness sicher?

Wendt: Zunächst einmal empfiehlt es sich, zwischen der technischen und der organisatorischen Cloud Readiness zu unterscheiden. Bei der technischen Readiness untersuchen wir etwa die Interoperabilität und Portabilität der Daten in Richtung Cloud. Aber auch Fragen zu Schnittstellen, Bandbreite und Netzanbindung stehen oben auf der Agenda. Die organisatorische Cloud Readiness ist ähnlich komplex. Hier haben wir es regelmäßig mit querschnittlichen Funktionsträgern eines Unternehmens und der Umsetzung der von Ihnen an eine Cloud-Nutzung gestellten Anforderungen zu tun. Neben den „üblichen Verdächtigen“ wie Datenschutz und Informationssicherheit gilt es auch, die Belange von Einkauf, Recht und möglicherweise Revision zu berücksichtigen. Letztere spielt bei regulierten Branchen wie Banken, Versicherungen und Finanzdienstleistern eine Rolle, die zusätzliche Vorgaben des Gesetzgebers und der Aufsichtsbehörden in der Cloud beachten müssen. Aber auch das Provider- und Lizenzmanagement, das im Cloud-Zeitalter organisatorisch immer stärker zusammenwächst, ist einzubinden, denn Vertragssteuerung und Lizenzierung lassen sich nicht mehr strikt trennen. Die Herstellung der organsiatorischen Cloud Readiness sollte mindestens mit derselben Intensität betrieben werden wie die technische Readiness. Das ist keineswegs selbstverständlich. Projektpraxis, Studien und Umfragen lassen hier eine klare Lernkurve der Cloud nutzenden Unternehmen erkennen. Das Bewusstsein, sich mit der Herstellung einer organisatorischen Cloud Readiness auseinandersetzen zu müssen, ist noch relativ jung. Noch vor rund eineinhalb bis zwei Jahren hat Ihnen zu diesem Thema kaum jemand zugehört, geschweige denn Budget bereitgestellt.

Warum dauern Freigabeprozesse so lange, und wie lässt sich das verkürzen?

Wendt: Es soll nicht wie ein Vorwurf klingen, aber alle diese organsiatorischen Stake­holder sind es gewohnt, sehr autark mit eigenen Checklisten und auf Grund­lage eigener Richtlinien und Prüfprozesse zu arbeiten. Für den Use Case Owner ist es nicht einfach, hier Orientierung zu gewinnen. Vieles ist häufig dezentral abgelegt, mal im Intranet, mal auf dem SharePoint. Mitunter werden noch Exceltabellen per E‑Mail hin und her geschickt. Das kostet Zeit, geht zu Lasten von Transparenz und übersieht sich wiederholende oder auch widersprechende Prüfpunkte. Im Ergebnis ist das vollkommen konterkarierend zu den eigentlichen Cloud-Tugenden wie „Time-to-Market“ oder „Selbstorganisation“. Und ich will damit ausdrücklich nicht sagen, dass die genannten Anforderungen nicht ihre Berechtigung haben – ganz im Gegenteil. Wir sollten aber versuchen, die Komplexität aus den Abläufen zu nehmen, Checklisten, Richtlinien und Policies zu konsolidieren und idealerweise zu einem standardisierten Cloud-Onboarding-Verfahren zusammenzuführen. Ich weiß, Skeptiker werden sagen, das sei utopisch. Ich sehe aber in der Praxis, dass es gelingen kann. Ein erster Schritt kann zum Beispiel die Bildung eines cross-funktionalen Teams sein, das alle diese organisatorischen Themen kanalisiert, Workflow-orientiert und Tool-gestützt die Cloud-Freigaben bündelt und abarbeitet. Und es kann zumindest anfangs vollkommen ausreichend sein, ein solches Cloud-Kompetenzteam „nur“ virtuell aufzustellen. Organisationsverantwortliche sollten zudem technisches Cloud-Wissen stärker aufbauen – und Use-Case-Owner mehr organisatorisches Verständnis haben. Denn die organisatorische Durchsatz-Geschwindigkeit eines Cloud Use Case ist erfahrungsgemäß sehr stark von dessen inhaltlicher Vorbereitung durch den Use-Case-Owner abhängig.

Können Sie ein Beispiel für gelöste ­organisatorische Blockaden nennen?

Wendt: Für eine Rechtsabteilung war es sehr hilfreich, die in Frage stehende Kollaborationslösung aus der Cloud in der Sprache eines „Non-ITlers“ zu erklären und die Funktionen zu erläutern. Die Prüfung der AGB des Lösungsanbieters konnte dann an diesen Beispielen reflektiert und beschleunigt geprüft werden.

Agenda, Anmeldung und Hygienekonzept

IT-BUSINESS ist Mitveranstalter und Medienpartner der CLOUD Technology & Services Conference 2020. Wenn Sie Stefan Wendt und viele weitere interessante Speaker live erleben wollen, melden Sie sich hier mit dem VIP-Code „CTS202-iTB“ an! Die Fachkonferenz findet unter Berücksichtigung eines detailliert ausgearbeiteten Hygiene-Konzepts der Vogel IT-Akademie statt.

► Zur Agenda & Anmeldung – CLOUD Technology & Services Conference 2020

 

+++ Ihre Sicherheit liegt uns am Herzen +++

Selbstverständlich hat die Gesundheit der Veranstaltungsteilnehmer, Aussteller und aller Mitarbeiter höchste Priorität. Aus diesem Grund hat die Vogel IT-Akademie die notwendigen Sicherheitsvorkehrungen zusammen mit den Veranstaltungslocations erhöht und ein Hygienekonzept ausgearbeitet.

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Über den Autor

Dr. Stefan Riedl

Dr. Stefan Riedl

Leitender Redakteur