Citrix-Studie zeigt Nachholbedarf bei moderner Büroarbeit

Digitale Arbeitsplätze sind oft ineffizient und unsicher

| Autor: Elke Witmer-Goßner

E-Mails, Telefon und Visitenkarten bestimmen noch immer die berufliche Kommunikation und den Datenaustausch.
E-Mails, Telefon und Visitenkarten bestimmen noch immer die berufliche Kommunikation und den Datenaustausch. (Bild: © Gajus - stock.adobe.com)

Fast die Hälfte der deutschen Arbeitnehmer verzichtet auf Cloud-Speicher. Stattdessen werden berufliche Dokumente lieber an die eigene E-Mail-Adresse geschickt, um sie außerhalb des Büros zu nutzen. Und ein Fünftel der Arbeitnehmer muss immer noch mit veralteten Tools arbeiten.

Dabei beurteilen 67 Prozent der Deutschen neue Technologien durchaus positiv. Laut einer neuen Citrix-Umfrage unter tausend Berufstätigen, die für die Ausübung ihres Berufs wesentlich auf IT-Geräte angewiesen sind, wird die Kommunikation mit Kollegen und der Datenaustausch noch immer von Telefon und E-Mail dominiert. So melden sich 36 Prozent der Umfrageteilnehmer am liebsten telefonisch bei anderen Mitarbeitern, 32 Prozent bevorzugen E-Mail. Interne Messenger-Lösungen (z.B. Slack) nutzen jedoch nur sechs Prozent. Und um außerhalb des Büros auf Dateien zuzugreifen, schicken 44 Prozent der deutschen Arbeitnehmer diese an ihre private E-Mail-Adresse. 12 Prozent legen Dokumente etc. auf dem Desktop ab, so dass sie darauf auch offline zugreifen können.

Nur 8 Prozent der Befragten nutzen eine persönliche Cloud, um ihre beruflichen Dateien verfügbar zu machen. Einen firmeneigenen, von der IT-Abteilung verwalteten Online-Speicher (z.B. Share Point) nutzen lediglich 12 Prozent. Außerdem hat nur ein Viertel der Befragten ein Tool auf ihrem Laptop installiert, dass es ihnen erlaubt, über öffentliche WLAN-Netze zu kommunizieren. Wenn es um die Organisation beruflicher Kontakte geht, bevorzugt die Mehrheit (40 Prozent) die klassische Visitenkarte. Digitale Lösungen, OCR-Apps, CRM-Systeme oder die Kontaktliste des Smartphones, setzen dagegen nur rund 30 Prozent der Befragten ein.

Technologie im Unternehmen muss aufholen

Dabei ist die Mehrheit der Befragten eigentlich der Meinung, dass neue Technologien den Unternehmen nur nutzen könnten. 44 Prozent sind überzeugt, dass neue Technologien essentiell sind, um ein Unternehmen zu stärken und die Mitarbeiter effizient arbeiten zu lassen. Für 23 Prozent sind neue Technologien meist gleichbedeutend mit Produktivitätssteigerungen, sollten aber nicht zum Selbstzweck werden. 60 Prozent geben außerdem an, dass sie neugierig sind, wenn ihre Firma alte Tools durch neue ersetzt.

Kommunikation und Datenaustausch sind noch immer „old school“: Telefon, E-Mail oder der Austausch von Visitenkarten zur Kontaktpflege gehören zum Arbeitsalltag vieler Beschäftigter.
Kommunikation und Datenaustausch sind noch immer „old school“: Telefon, E-Mail oder der Austausch von Visitenkarten zur Kontaktpflege gehören zum Arbeitsalltag vieler Beschäftigter. (Bild: Citrix)

Denn wenn es darum geht, die richtigen Tools für neue Aufgaben zu finden, vertraut ein Viertel der Befragten auf die Kompetenz ihrer IT-Abteilung, um ein passendes Tool zu finden. Immerhin ein Fünftel der Beschäftigten geht trotzdem selbst online auf die Suche und bittet dann die IT-Abteilung, ein gefundenes Programm zu installieren. Und 12 Prozent werden lieber selbst aktiv und installieren Software auf eigene Faust. Denn für viele (32 Prozent) ist es ein Problem, dass sie Lösungen benutzen müssen, die ihnen ungeeignet für ihre Bedürfnisse erschienen, sie aber im Rahmen ihrer Möglichkeiten dennoch benutzen. Ein Viertel der Umfrageteilnehmer beschäftigte sich demnach intensiv mit der Lösung, bis alle Grenzen erkannt waren. 15 Prozent haben sich beim IT-Team über die ihrer Meinung nach ungeeignete Software beschwert. Eine Minderheit von 5 Prozent entschied sich, die Lösung zu boykottieren.

Konsistente digitale Arbeitsplätze fehlen

Die größten Probleme beim IT-Einsatz in Unternehmen sehen die Befragten bei der Verwendung veralteter Tools (20 Prozent), dem Fehlen einer echten IT-Strategie (19 Prozent) und einer Kultur, die Technologie und IT über Fähigkeiten und Erfahrungen stellt (16 Prozent). Eigentlich könne man deutschen Arbeitnehmern kein mangelndes Interesse für neue Technologien vorwerfen, kommentiert Oliver Ebel, Area Vice President CE von Citrix die Ergebnisse. Doch für viele Anwender zeigten sich die Vorteile und Möglichkeiten moderner IT vor allem im Privatleben. Im Job sei es dagegen immer noch oft nicht möglich, schnell ein paar Dokumente in die Cloud zu ziehen. „Unternehmen sind nun gefordert, ihren Mitarbeitern konsistente digitale Arbeitsplätze zur Verfügung zu stellen, mit denen sie die Vorteile der Digitalisierung auch im Büro erleben“, fordert Ebel, um Frustration der Mitarbeiter und Schatten-IT im Unternehmen zu verhindern. Denn darunter, so Ebel, leide schnell die Effizienz.

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