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Eco-Prognose Die Cloud nimmt neue Dimensionen an

| Autor: Heidemarie Schuster

Über 80 Prozent des weltweiten Datenverkehrs zwischen Rechenzentren werden dem Eco Verband zufolge noch vor dem Jahr 2020 aus der Cloud kommen.

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Unter anderem soll das IoT für enorme Datenströme sorgen.
Unter anderem soll das IoT für enorme Datenströme sorgen.
(Bild: www.pixabay.com)

Eco, Verband der Internetwirtschaft prognostiziert, das innerhalb der kommenden vier Jahre 80 Prozent des Datenverkehrs zwischen Rechenzentren aus der Cloud kommen. „Vier von fünf Datenzentren werden laut Studien schon 2019 Cloud-Daten verarbeiten”, sagt Andreas Weiss, Direktor der EuroCloud Deutschland – Eco e. V., unter Bezugnahme auf den Cisco Global Cloud Index.

Grundlage bildet die Annahme, dass bis dahin rund 25 Milliarden Geräte mit Internetanschluss weltweit im Einsatz sind. Das erzeugte Datenvolumen wird laut dem Cisco Global Cloud Index auf mehr als 40 Zetabyte pro Monat geschätzt. Der Datenverkehr zwischen den Rechenzentren soll sich bis dahin je nach Prognose verdrei- bis verzehnfachen.

Popularität nimmt zu

Der Eco Verband nimmt an, dass in den nächsten Jahren weite Teile der Wirtschaft ihre Datenspeicherung und Datenverarbeitung in die Cloud legen werden. „Die Funktions- und vor allem die Kostenvorteile der Cloudservices gegenüber firmeneigenen Rechenzentren sind derart hoch, dass Konzerne wie Mittelständler ihre bisherige Zurückhaltung gegenüber Cloud-Lösungen zügig ablegen werden“, so Weiss.

Darüber hinaus wird sich nach Einschätzung von Eco das „Internet of Things“ (IoT) in den nächsten Jahren massiv ausbreiten und für heute noch kaum vorstellbare Datenströme sorgen. „Künftig wird jede Maschine, jedes Haushaltsgerät und so weiter mit dem Internet verbunden sein“, erklärt Dr. Béla Waldhauser, Leiter der Kompetenzgruppe Datacenter Infrastruktur beim Eco Verband. Allein die Digitalisierung der Kraftfahrzeuge und die Verbreitung von Mobile Payment als Standardzahlungsmittel werde enorme Datenmengen produzieren.

„Wir reden nicht davon, dass das Auto eine Internetverbindung bereitstellt, wenn gelegentlich ein Mitfahrer surfen will, sondern davon, dass der Wagen im Millisekunden-Takt Informationen an den Hersteller und die Verkehrsinfrastruktur übermittelt, die Musik via Streaming ankommt und die Windschutzscheibe fortlaufend mit Virtual Reality aktualisiert wird”, verdeutlicht Waldhauser. Er verweist auf Schätzungen aus dem Cisco VNI Complete Forecast Update 2015, die von mehr als zehn Milliarden Machine-to-Machine-Internetverbindungen noch vor dem Jahr 2020 ausgehen.

Markenartikelindustrie

Als einen wesentlichen Treiber des „Internet of Things“ nennt Eco die Markenartikelindustrie. „Jede Zahnbürste, jeder Rasierer und jede Kaffeemaschine, die der Hersteller mit einem Internetanschluss und einer mobilen App versieht, adressiert eine neue Zielgruppe, die zudem gerne bereit ist, für die Innovation einen Aufpreis zu bezahlen“, so Waldhauser. Als strategisch noch wichtiger bezeichnet der Eco-Experte die Erkenntnis, dass sich aus den von den Geräten übermittelten Daten neue Geschäftsmodelle entwickeln lassen, die unter Umständen noch größer als der Ursprungsmarkt sein können.

Ausweichstrategien

Angesichts dieser Datenmengen könnten die Breitbandinfrastrukturen auch in Deutschland an ihre Grenzen stoßen, so der Eco Verband. Die Anbieter würden sich schon heute auf „Ausweichstrategien“ einstellen. Als Beispiel nennt der Verband „Fog Computing“, also die Erstverarbeitung der Daten nahe am Datengeber wie beispielsweise im Auto oder im Kühlschrank, bevor es überhaupt zur Weiterleitung an Clouddienste kommt. „Die Mehrzahl der Datenberge wird jedoch in Rechenzentren verarbeitet, die daher eine Schlüsselrolle für die zu erwartende Allgegenwart des Internet darstellen“, sagt Waldhauser.

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