In seinem Cloud-Monitor 2023 untersuchte KPMG Österreich die dortige Cloud-Nutzung durch Unternehmen. Fazit: Österreich hinkt der Cloud-Nutzung in Deutschland noch etwas hinterher, holt aber kräftig auf.
Unternehmen in Österreich stehen mit Cloud Computing vor ähnlichen Herausforderungen, wie deutsche Cloud-Anwender – und machen die gleichen Erfahrungen.
KPMG befragte auch 2023 wie schon seit 2020 österreichische Unternehmen nach ihrer Cloud-Nutzung. Vertreten waren 200 Firmen ab 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Dabei beschäftigten 35 Prozent bis 249 Personen, 52 Prozent 250 bis 4.999 und der Rest über 5.000. Der Schwerpunkt lag also auf dem klassischen bis gehobenen Mittelstand.
Wichtigste Feststellung: Die Cloud ist auch in Österreich für alle Unternehmen mit wenigen Ausnahmen unverzichtbar geworden. 93 Prozent sagen, sie nutzen die Cloud in irgendeiner Form.
Bildergalerie
Zwei Drittel in der Multi-Cloud
Und auch die Multi-Cloud ist inzwischen keine exotische Erscheinung mehr: 68 Prozent der österreichischen Befragten gaben an, Multi-Cloud-Computing zu betreiben, also mehr als einen Cloud Service Provider zu nutzen. Besonders groß ist der Anteil bei den Unternehmen ab 250 Mitarbeiter mit 73 Prozent. Hier zeigt sich allerdings derzeit noch eine große Differenz zu Deutschland, denn dort sind bereits 82 Prozent Multi-Cloud-Nutzer.
Große Unternehmen sind in Österreich übrigens besonders zurückhaltend, wenn es darum geht, voll auf Public Cloud umzusteigen. Sie bevorzugen entweder die Private Cloud (54 %) oder aber hybride Modelle (43 %).
Cloud First wird Standard
Hinsichtlich der Cloud-Transformation ist die Norm mittlerweile auch in Österreich die Umsetzung neuer Anwendungen als Cloud First (43 %). Das ist gegenüber dem Vorjahr ein erheblicher Anstieg um etwa ein Viertel, denn 2022 setzten nur 33 Prozent auf diese Anwendungsstrategie.
Dennoch ist Deutschland auch in diesem Bereich schon weiter in der Cloud-Transformation. Hier sind es 57 Prozent, die Cloud First bevorzugen. Allerdings ist wohl davon auszugehen, dass sich diese Unterschiede eher schnell als langsam einebnen.
Cloud-Only-Anteil verdreifacht
Besonders stark hat sich der Anteil der österreichischen Befragten erhöht, die bereits eine Cloud-only-Strategie verfolgen. Es sind nämlich inzwischen 22 Prozent – 2022 waren es nur sieben Prozent. Diejenigen, die Cloud Only überzeugt, haben sich also verdreifacht. Vergleichszahlen zu Deutschland gab es hier nicht.
Die KPMG-Analysten spekulieren inzwischen, ob man Cloud First als Brückentechnologie in die Cloud-Only-welt betrachten muss. Das würde langfristig das Ende von On-prem-Infrastrukturen mit Ausnahme der Private/Hybrid Cloud bedeuten.
Immer mehr Anwendungen in die Cloud
Die im Folgenden genannten Zahlen beziehen sich ausschließlich auf Österreich. Für eine rasante Durchdringung gerade auch mit Public-Cloud-Services spricht die Zahl der Anwendungen, die die Befragten jetzt und in Zukunft in die Public Cloud verlegen wollen oder bereits dort betreiben.
Abgefragt wurden die Werte für heute und die Prognosen für 2026. Danach gaben 39 Prozent der Unternehmen über 250 Mitarbeiter an, dass sie schon heute mehr als vier von zehn Applikationen in der Cloud haben. In Deutschland lautet der entsprechende Wert 43 Prozent und ist damit nicht weit entfernt.
42 Prozent dieser Befragten sagen, sie wollten in drei Jahren, also 2026, schon mehr als sechs von zehn Anwendungen in die Public Cloud verlagert haben. In Deutschland wollen 50 Prozent in drei Jahren auf diesem Stand sein.
Transformationstreiber IT
Wer treibt die IT-Transformation voran? Vor allem die IT-Leitung mit 59 Prozent. Deren Rolle scheint in Deutschland übrigens stärker zu sein. Hier gaben 75 Prozent der Befragten ein, die IT habe bezüglich der Cloud den Hut auf.
Bei 38 Prozent der befragten österreichischen Unternehmen widmet sich die Geschäftsleitung oder der Vorstand dem Cloud-Thema. 33 Prozent der Firmen haben ein Cloud Excellence Center. Außerdem verwendet rund ein Drittel besonders der großen Unternehmen die Services externer Dienstleister für die Durch- und Umsetzung des Cloud Computing.
Leistung ganz vorn bei Auswahlkriterien
Welche Kriterien dominieren die Auswahl eines Cloud-Services oder -Dienstleisters? Stabilität und Leistungsfähigkeit liegen hier mit 70 Prozent Nennungen eindeutig vor. Für österreichische Mittelständler (250 bis 4.999 Beschäftigte) ist die Vertrauenswürdigkeit und Compliance des Anbieters besonders wichtig (76 %, insgesamt 69 %).
Drittwichtigstes Kriterium sind Unabhängigkeit und Offenheit des Cloud-Providers (60 %). Besonders für Großunternehmen spielt es eine Rolle, dass der Anbieter Rechenzentren im EU-Gebiet hat (insgesamt 52 %, Großunternehmen 57 %).
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel IT-Medien GmbH, Max-Josef-Metzger-Straße 21, 86157 Augsburg, einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von Newslettern und Werbung nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung.
Sicherheit wichtigstes strategisches Ziel
Bei den strategischen Zielen der Cloud-Nutzung liegt inzwischen die Sicherheit mit 57 Prozent ganz vorn, während in den Anfangsjahren der Cloud stets Kostenaspekte das Bild dominierten. Die schaffen es mit 41 Prozent gerade noch auf Platz 5. Am zweitwichtigsten ist die Digitalisierung interner Prozesse (48 %). Auf Platz drei liegt die Entwicklung innovativer Produkte und Dienste (43 %), an vierter Stelle die Entwicklung neuer, digitaler Geschäftsmodelle (42 %).
Die letztgenannten Gründe werden, so vermutet KPMG im sich derzeit verschlechternden ökonomischen Umfeld eher an Bedeutung gewinnen. Bieten sie doch die Chance, sich vom Wettbewerb positiv abzuheben.
Sicherheits-Services zunehmend vom CSP
Dass Sicherheit das wichtigste strategische Ziel ist, hat Gründe: Immerhin nutzen inzwischen 54 Prozent der Befragten Cloud-native Sicherheitsservices ihres Cloud-Providers. Hier haben die Dienstleister also deutlich nachgerüstet, obwohl noch immer 60 Prozent der Anwender für Sicherheitsdienste auch auf Dritttanbieter zurückgreifen. Von den bezogenen Cloud-Security-Services dienen 57 Prozent der Netzwerksicherheit.
Sicherheit ist auch in einem anderen Aspekt ein Top-Thema: DevOps und DevSecOps werden inzwischen von 71 Prozent der Anwender verwendet. Dabei liegen Public-Cloud-User mit 80 Prozent vorn. Diese Technologien und Prozesse bringen vor allem mehr Sicherheit (81 %), bessere Qualität (56 %) und mehr Agilität (50 %). Kostensenkung nennen als Vorteil demgegenüber nur 29 Prozent.
Bildergalerie
Cloud-Services als ESG-Tool
Interessant ist, dass rund ein Viertel der Befragten Cloud-Services auch aus ESG-Gründen strategisch einsetzen. Beispielsweise, so KPMG, sei es ohne Cloud-Services kaum möglich, das komplexe ESG-Reporting form- und fristgerecht zu erledigen.
Die Umstellung auf das cloud-basierte SAP S/4 HANA ist heute für 32 Prozent der befragten Cloud-Anwender ein Ziel. Auch dieser Anteil dürfte, so KPMG, mit dem herannahenden Serviceende für Nicht-Cloud-Bezugsmodelle steigen.
Kostenmanagement
Schließlich noch einige Ergebnisse zum Kostenmanagement, das im Bereich der Cloud-Nutzung als FinOps bezeichnet wird. Grundsätzlich ist Cloud Computing kosteneffizient. So konnten 57 Prozent der Befragten ihre IT-Kosten durch den Cloud-Einsatz senken – laut KPMG um bis zu 50 Prozent.
Dennoch ist das kein Selbstläufer, denn bei 15 Prozent der Anwender stiegen die Kosten durch den Cloud-Einstieg. Die wichtigsten Probleme liegen dabei anscheinend auf Seiten der Entwickler: 29 Prozent sagen, sie könnten diese Zielgruppe nur schwer zu Maßnahmen der Kostenoptimierung motivieren. 27 Prozent beklagen Verständigungsschwierigkeiten zwischen Finanz- und Technik/Engineering. Und 25 Prozent haben Schwierigkeiten dabei, den von der Cloud versprochenen Automatisierungsgrad zu erreichen.