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Handelsplattform für standardisierte IaaS-Ressourcen Deutsche Börse Cloud Exchange schaltet Cloud-Marktplatz frei

| Autor: Florian Karlstetter, M.A. Dirk Srocke

Der Cloud-Marktplatz der Deutschen Börse Cloud Exchange (DBCE) läuft ab sofort produktiv. Nutzern und Providern steht damit eine zentrale Handelsplattform für standardisierte IaaS-Ressourcen zur Verfügung.

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DBCE geht zunächst von einem Handelsvolumen im unteren siebenstelligen Bereich aus.
DBCE geht zunächst von einem Handelsvolumen im unteren siebenstelligen Bereich aus.
(Bild: DBCE )

Nach einer ausgedehnten Testphase hat die DBCE am 20. Mai schließlich den produktiven Betrieb ihres Online-Markplatzes für Cloud-Ressourcen gestartet. Damit können sich Cloud-Anwender nun direkt über die Webseite der B2B-Plattform anmelden und standardisierte IaaS-Dienste von zunächst vier verschiedenen Anbietern vergleichen oder buchen.

Von Anfang an im Boot sind dabei die Cloud-Provider Cloud&Heat, ServiceNow, DARZ, iNNOVO CLOUD und Ultimum Technologies. Weitere werden folgen, kündigt die DBCE an. Voraussetzung hierfür ist freilich, dass die jeweiligen Anbieter ein Onboarding samt Assessment erfolgreich durchlaufen und eine Settlement Software auf ihren Systemen installieren.

Vergleichbare Konditionen

Was die DBCE leistet, beschreibt Vorstandsmitglied Maximilian Ahrens wie folgt: „Auf unserem Marktplatz erhalten Cloud User die Möglichkeit, Angebote verschiedener Provider zu vergleichen und gezielt die für sie passenden Services zu beziehen.“ IaaS-Ressourcen werden zu standardisierten Konditionen angeboten. Das betrifft einerseits technische Rahmendaten für Performance Units, Memory und Storage. Zum anderen sorgt die DBCE auch für standardisierte Verträge und Governing Regions, also vom Anbieter garantierte Serverstandorte und verbindliche Rechtsrahmenwerke. Für alle Handelspartner gelten damit vergleichbare Qualitätskategorien.

Flexible Buchungsoptionen

Kunden können Services entweder für einen festen Zeitraum („fixed end“) buchen und zahlen dann – ganz gleich ob die IaaS tatsächlich genutzt wird oder nicht. Alternativ erwerben Cloud-Nutzer ein Kontingent an Rechenleistung, Arbeitsspeicher und Storage, das sie zu einer beliebigen Zeit beanspruchen dürfen („pas as you go“). Cloud-Provider können die Preise ihrer Angebote frei bestimmen. Verglichen zu AWS oder DigitalOcean seien die Offerten laut DBCE derzeit sehr konkurrenzfähig und auch transparenter.

Vollständiges Lifecyclemanagement

Mit ihrer technischen Plattform bildet die DBCE sowohl den Kaufprozess als auch das Management virtueller Maschinen ab. Dabei wickelt der Anbieter über einen Payment Servcie Provider auch gleich die Bezahlprozesse zwischen Cloud-Providern und ihren Kunden ab. Beide Lager profitieren damit von einer einheitlichen Abrechnung.

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Kunden können über die Plattform ihren Provider wählen, Ressourcen nutzen und überwachen. Zusätzlich lassen sich SSH-Keys setzen, virtuelle Maschinen starten oder Automatisierungen deployen. Alle per Web zugänglichen Funktionen können auch per API angesprochen werden.

Agileres Backend

Während der – länger als zunächst geplanten – Pilotphase hat die DBCE den Cloud-Marktplatz an zahlreichen Stellen überarbeitet. Kundenfeedback wurde umgesetzt, das User-Interface optimiert und die Settlement-Technologie verbessert. Den Optimierungen fiel beispielsweise die zunächst angedachte, strikte Rollentrennung zwischen Capacity Manager/Trader (Anbieterseite) respektive Purchasing Manager/Trader (Kundenseite) zum Opfer. Nutzer der Plattform können freilich noch immer bestimmte Anwenderrollen definieren. Zudem habe man in das technische Backend investiert; künftige Anforderungen sollen sich somit agiler umsetzen lassen. Trotz ihres verspäteten Starts sieht sich DBCE noch immer als Vorreiter in einem wachsenden Cloudmarkt.

Kunden können die den Cloud-Marktplatz der DBCE ohne Weiteres nutzen, einzige Voraussetzung sind Umsatzsteuer-Identifikationsnummer und Kreditkarte. Anbieter müssen zunächst einen Onboarding-Prozess durchlaufen.

Für Anwender ist die Nutzung der Börse kostenfrei, Provider zahlen einen Prozentsatz des gehandelten Volumens an den Plattformbetreiber. Der geht zunächst von einem Handelsvolumen im unteren siebenstelligen Bereich aus.

Die Deutsche Börse Cloud Exchange AG wurde im März 2013 als Tochter von Deutsche Börse AG und Zimory AG gegründet. Die geschlossene Beta des Marktplatzes startete 2014.

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