Die Delos Cloud GmbH wurde erst im vergangenen Jahr gegründet. Sie soll eine souveräne Cloud-Plattform für den öffentlichen Dienst und damit auch die Polizei entwickeln – basierend auf der Hyperscaler-Technologie Azure von Microsoft. Wie das gehen soll, erläutern Christian Bender von Delos und Thomas Garbe von SoftwareOne im Gespräch mit CloudComputing-Insider.
Die Delos Cloud GmbH wurde erst im vergangenen Jahr gegründet. Sie soll eine souveräne Cloud-Plattform für den öffentlichen Dienst entwickeln – basierend auf Azure von Microsoft.
(Bild: frei lizenziert, Coernl / Pixabay)
Die Delos Cloud wurde nach einer griechischen Insel benannt, die in der Antike u.a. ein bedeutsames Handelszentrum war. Ein solches Zentrum speziell für die deutsche Verwaltung soll die Delos Cloud nach dem Willen von Christian Bender, Leiter Programm-Management bei Delos, auch bald werden. „Gleichzeitig ist unsere Cloud-Plattform sinnbildlich eine ‚Insel‘, da sie die höchsten Standards in den Bereichen IT-Sicherheit, Datenschutz und Geheimschutz erfüllen wird und damit bestens gegen Angriffe und Zugriffe von außen geschützt ist.“
Christian Bender, Leiter Programm-Management bei Delos
(Bild: Delos)
Allerdings weist sie ein gewisses Manko auf: Die Plattform basiert auf Microsoft Azure. Dabei ist das Konzept der „souveränen Cloud“ gerade im Hinblick auf das datenschutzrechtlich fragile Potenzial der US-Hyperscaler entstanden. Man wollte denen etwas rein Europäisches entgegensetzen, damit ja keine Daten auf US-Server finden. Doch das ist für Bender kein Problem, im Gegenteil: Die Delos-Plattform basiere eben gerade auf der Hyperscaler-Technologie Azure, „um dem öffentlichen Dienst in Deutschland Zugang zu der Innovationskraft und -geschwindigkeit der Hyperscaler-Technologie zu bieten. Gleichzeitig wird der Zugang zu Azure durch die Delos Cloud GmbH als deutsches Unternehmen einer deutschen Muttergesellschaft technisch, betrieblich und juristisch souverän sein.“
Das bedeute unter anderem, dass die Plattform physisch separiert von Microsoft sein werde: „Updates von Microsoft unterliegen durchgängig der Kontrolle der zuständigen Behörden. Alle Daten, die auf der Plattform verarbeitet werden, verbleiben zudem auf deutschem Boden, weshalb die Verwaltung volle Datensouveränität behält.“ Das unterschreibt auch Georges Welz, Chief Executive Officer (CEO) der Delos Cloud. Er war vor seinem Wechsel zu Delos verantwortlich für den Bereich Government bei Microsoft Deutschland.
Georges Welz, Chief Executive Officer (CEO) der Delos Cloud
(Bild: Delos)
Souverän dank Hyperscaler-Nutzung
Und tatsächlich wird Delos von Analysten bereits vor dem Start als „sehr souverän“ eingeordnet. Das ist für Bender kein Wunder: „Delos Cloud ist als einziger Anbieter aktuell Teil eines offiziellen Prüfprojekts auf Bundesebene, in dem es um die Entwicklung und den Aufbau einer souveränen Cloud für die deutsche Verwaltung geht.“ Dieses Projekt war 2021 von der Bundesregierung unter Leitung des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) initiiert worden, nachdem Microsoft angekündigt hatte, seine On-Premises-Dienste abzukündigen und einige seiner Produkte ab 2029 nur noch als Cloud-Lösungen anzubieten. Ziel sind gemeinsame Standards und verwaltungsübergreifende Schnittstellen für Cloud-Lösungen sowie die „Erschließung des Marktes für sichere Hyperscale-Clouds“ beziehungsweise „staatliche Hyperscale-Cloud-Lösungen“.
Das Delos-Konzept füge sich zudem völlig in den Multi-Cloud-Ansatz der Deutschen Verwaltungscloud-Strategie (DVS) ein. Eine der Kernanforderungen der öffentlichen Verwaltung sei beispielsweise, dass eine souveräne Cloud-Plattform Anwendungs- und Anbieterneutral ist. Entsprechend offen sei auch die Delos-Plattform für die Nutzung von Fachanwendungen jeglicher Art, sowohl Open Source, kommerzielle Lösungen oder Eigenentwicklungen. „Gleichzeitig öffnen wir den Markt u.a. für Entwicklungspartner im deutschen Mittelstand durch die Bereitstellung von Plattformdiensten“, so Bender.
Die Geschäftsstellen befinden sich in Schönefeld und Walldorf. In welchen „hochsicheren deutschen Rechenzentren“ sich die Daten der Anwender befinden werden, will er aus Sicherheitsgründen keine Auskunft geben. Es sei aber klar, dass man alle relevanten Vorgaben des BSI an IT-Sicherheit, Datenschutz und Geheimschutz erfüllen werde.
Schulungspartner helfen der öffentlichen Hand
Geplant ist, Behörden und die IT-Dienstleister der öffentlichen Hand auf die Migration in die Cloud durch Schulungspartnern vorzubereiten. „Derzeit kooperieren wir mit dem Schulungsanbieter brainymotion“, berichtet Bender. „Dies ist die erste Partnerschaft dieser Art. Es ist geplant, dass weitere Kooperationen mit Schulungsanbietern folgen werden, um der öffentlichen Verwaltung die Wahlfreiheit zwischen den Anbietern zu überlassen. Für uns steht dabei auch im Vordergrund, dass wir mit Partnern kooperieren, die es der öffentlichen Verwaltung auf Basis bestehender Geschäftsbeziehungen einfach gestalten, diese Angebote zu beziehen und somit zu konsumieren.“
Das Angebot umfasst verschiedene Schulungen für Behördenmitarbeiter, die voraussichtlich mit der Delos Cloud arbeiten werden: IT-Spezialisten, Entscheider und Endanwender. Je nach Rolle variieren die Inhalte. Damit Behörden, Applikationsentwickler oder auch Startups sich schon jetzt mit der neuen Umgebung vertraut machen und ihre Anwendungen auf die kommenden Technologien vorbereiten können, stellt der IT-Dienstleister SoftwareOne gemeinsam mit der Delos Cloud GmbH ab sofort eine Simulationsumgebung auf Basis von Microsoft Azure bereit.
Stand: 08.12.2025
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Es handelt sich laut Thomas Garbe, Leiter des Geschäftsbereiches Öffentliche Auftraggeber bei SoftwareOne in der DACH-Region, um ein funktionales Abbild der späteren souveränen Cloud. „So können Behörden und ihre Partner bereits erste Erfahrungen im Umgang mit Cloud-Technologie sammeln, beispielsweise bei der Verprobung von Rollenkonzepten oder bei der Entwicklung von neuen Fachverfahren.“
Die Delos Cloud soll für alle Anwendungen offen sein. Sie müssten allerdings alle notwendigen Anforderungen, insbesondere seitens der Regulatorik, erfüllen. „Hierbei wird vor allem die Nachfrage auf Seiten des Kunden der entscheidende Faktor sein, welche Lösungsanbieter in Frage kommen werden“, so Garbe.
Zeitplan werde eingehalten
Gut Ding will Weile haben: Da die Delos Cloud alle Vorgaben des BSI im Bereich IT-Sicherheit, Datenschutz und Geheimschutz erfüllen muss, gebe es viele Vorkehrungen zu treffen. Außerdem muss die Infrastruktur, allen voran die Rechenzentren und Operations Center der Delos Cloud, erstellt werden. „Aber der Aufbau der Plattform macht gute Fortschritte“, so Bender. „Die souveräne Cloud-Plattform von Delos Cloud wird 2025 verfügbar sein.“ Die Belegschaft soll daher nach Möglichkeit in den nächsten Jahren auf circa 500 bis 600 Mitarbeiter wachsen.
„Den zu erwartenden Preisrahmen können wir zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht mitteilen“, erläutert Bender abschließend. „Die Preise werden sich jedoch absehbar an dem existierenden Preismodell von Microsofts Public Cloud orientieren.“