Daten weltweit verfügbar machen - ab SQL Server 2005

Datenbanken auf Azure migrieren

| Autor / Redakteur: Thomas Joos / Florian Karlstetter

Assistenten helfen bei der Datenbank-Migration in die Microsoft Cloud.
Assistenten helfen bei der Datenbank-Migration in die Microsoft Cloud. (Bild: © Maksim Kabakou - Fotolia.com)

Viele Unternehmen stehen vor der Entscheidung zu einer neuen Microsoft SQL Server-Version zu wechseln, oder Datenbanken in die Cloud zu migrieren, damit diese an anderen Standorten verfügbar ist. Microsoft unterstützt Administratoren dabei Datenbanken ab SQL Server 2005 in Azure SQL zu übernehmen, aber auch Datenbanken anderer Hersteller.

Neben Microsoft SQL-Server- und Access-Datenbanken lassen sich auch Oracle-, DB2-, MySQL-, Sybase-Datenbanken zu Microsoft Azure migrieren. Dazu wird der SQL Server Migration Assistant (SSMA) verwendet. Diesen entwickelt Microsoft ständig weiter. Ab Version 7.0 unterstützt der Assistent auch SQL Server 2016 sowie die neuste Version von Azure SQL.

Mit dem SQL Server Migration Assistant (SSMA) migrieren Unternehmen Datenbanken in Microsoft Azure.
Mit dem SQL Server Migration Assistant (SSMA) migrieren Unternehmen Datenbanken in Microsoft Azure. (Bild: Thomas Joos)

Die Entwickler des SSMA geben in ihrem Blog Einblick in die neuen Versionen und Möglichkeiten des Tools. Für Migrationen sollte am besten immer die aktuellste Version genutzt werden.

Datenbanken lassen sich in Microsoft Azure über Azure SQL erstellen, oder als VM im Rahmen einer virtuellen Installation von SQL Server 2014/2016. Im SQL Server Management Studio lassen sich Datenbanken relativ problemlos zur Microsoft Azure migrieren. Hier steht auch die Möglichkeit zur Auswahl, die lokale Datenbank als Datenbank in Azure importiert werden soll, oder als Datenbank in einen virtuellen SQL-Server in Microsoft Azure. Zusätzlich lassen sich Datenbanken auch als Datenebenenanwendung in eine BACPAC-Datei exportieren und in Microsoft Azure importieren, auch hier in Azure SQL oder in einen virtuellen SQL-Server. Dazu kann ebenfalls das SQL Server Management Studio verwendet werden.

Neben dem Assistenten im SQL Server Management Studio können Entwickler aber auch die SQL Server Data Tools mit Visual Studio 2015 für die Migration lokaler Datenbanken in Microsoft Azure verwenden.

Kompatibilität von Datenbanken sicherstellen

Bevor eine SQL-Datenbank in Microsoft Azure übernommen werden kann, muss deren Kompatibilität mit der aktuellen Version 12 in Microsoft Azure sichergestellt werden. Ab dieser SQL-Version ist Microsoft Azure effizienter bei der Zusammenarbeit mit SQL Server 2014. In Microsoft Azure erhalten Datenbanken in Azure SQL automatisch den Kompatibilitätsgrad 130. Mehr dazu ist in der Dokumentation zu den Neuerungen der Version 12 in Microsoft Azure SQL zu lesen.

Die Kompatibilität zu Azure-SQL und der neuen Version 12 lässt sich über verschiedene Werkzeuge testen. Entwickler können zum Beispiel SQL Server Data Tools für Visual Studio (SSDT) verwenden. Der Vorteil des Tools ist, dass es nicht nur die Kompatibilität testen, sondern auch gleich Fehler beheben kann. Das kostenlose Tool steht im MSDN zum Download zur Verfügung.

Zusätzlich stellt Microsoft für Administratoren auch das Tool SqlPackage zur Verfügung. Dieses bietet in der Befehlszeile skriptbasierte Möglichkeiten zur Kompatibilitätsprüfung von Datenbanken. Allerdings können Sie mit sqlpackage.exe keine Kompatibilitätsprobleme beheben, sondern diese nur überprüfen. Zur Behebung von Problemen empfiehlt Microsoft die SQL Server Data Tools für Visual Studio (SSDT).

Mit dem Assistenten zum Exportieren von Datenebenenanwendungen im SQL Server Management Studio, lassen sich Fehler in Datenbanken und Inkompatibilitäten mit Azure SQL ebenfalls anzeigen. Der Assistent ist hilfreich für einen schnellen Überblick, und zum Sicherstellen, dass die Migration durchlaufen kann. Tauchen hier noch Fehler auf, sollten diese mit den SQL Server Data Tools für Visual Studio (SSDT) behoben werden.

Auch der „Microsoft SQL Server 2016 Upgrade Advisor“ hilft bei der Überprüfung von Datenbanken auf Kompatibilität mit Version 12. Allerdings ist das Tool nicht immer aktuell und sollte nur als Zusatzwerkzeug verwendet werden, um eine weitere Prüfung durchzuführen.

Durchführen der Migration

Im SQL Server Management Studio lassen sich Datenbanken zu Azure migrieren
Im SQL Server Management Studio lassen sich Datenbanken zu Azure migrieren (Bild: Thomas Joos)

Sobald Datenbankentwickler sichergestellt haben, dass die Datenbank kompatibel mit Azure SQL ist, kann die Migration durchgeführt werden. Hier stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Zunächst kann die Datenbank in ein Visual Studio Database Project migriert, und dann mit dem SQL Azure Migration Wizard vorbereitet werden. Durch das Kopieren der Datenbank in Azure SQL lässt sich eine neue Datenbank auf Basis der ursprünglichen Datenbank erstellen.

Für die Migration kann der SSMS-Migrations-Assistent verwendet werden, oder der Weg eine BACPAC-Datei zu exportieren und zu importieren. Natürlich lässt sich auch eine Transaktionsreplikation durchführen. Der Assistent zum Migrieren von Datenbanken im SQL Server Management-Studio, steht im Kontextmenü der jeweiligen Datenbank zur Verfügung.

Export über BACPAC-Datei

Eine solche Migration ist allerdings nur dann sinnvoll, wenn die Datenbank nicht zu groß, und die Verbindung zum Internet leistungsstark ist. Bei sehr großen Datenbanken, oder wenn die Internetverbindung zu gering ist, empfiehlt Microsoft die Verwendung einer BACPAC-Datei. Im Rahmen einer solchen Migration werden Schema und Daten separat migriert. Diese Vorgehensweise ist natürlich deutlich komplizierter als die Verwendung des Migrationsassistenten.

Mit dem Menüpunkt „Datenebenenanwendung exportieren“ im Kontextmenü von Datenbanken im SQL Server Management Studio steht ebenfalls eine Export-Möglichkeit in Microsoft Azure zur Verfügung. Bei diesem Vorgang werden die Daten der Datenbank in einen Blob-Storage in Microsoft Azure exportiert. Sobald die Datenbank in Microsoft Azure verfügbar ist, lässt sie sich in Azure-SQL oder in einen virtuellen SQL-Server importieren, der auf Microsoft Azure bereitsteht. Für den Import wird die BACPAC-Datei im Blob-Storage von Microsoft Azure verwendet.

Ablauf bei der Migration über SQL Server Data Tools in Visual Studio

Wird bei der Migration auf Azure SQL auf die SQL Server Data Tools gesetzt, läuft die Migration etwas anders ab. Zunächst erstellen Entwickler ein neues Projekt und verbinden sich mit dem lokalen SQL-Server. Über das Kontextmenü einer Datenbank lässt sich jetzt ein neues, untergeordnetes Objekt erstellen. Als Ziel-Plattform steht hier „Microsoft Azure SQL Database V12“ bereit. Dieses wird über das Kontextmenü des Projektes als Ziel festgelegt.

Über das Kontextmenü des Projektes lässt sich eine Überprüfung durchführen, ob die Datenbank erfolgreich in Microsoft Azure importiert werden kann. Nachdem alle Fehler behoben sind, lässt sich die Migration in den SSDT durchführen. Im Rahmen der Erstellung des Migrationsprojektes können auch Schema und andere Einstellungen der Datenbank festgelegt werden.

Fazit

Lokale SQL-Datenbanken lassen sich recht problemlos in Microsoft Azure überführen. Microsoft stellt dazu alle notwendigen Tools kostenlos zur Verfügung. Während Entwickler vor allem auf SQL Server Data Tools in Visual Studio setzen, können Administratoren das SQL Server Management Studio verwenden, um die Daten zu migrieren. Es ist allerdings sehr empfehlenswert, dass die Migration nur dann durchgeführt wird, wenn die Internetleitung zu Microsoft Azure genügend Leistung bietet. Außerdem sollten im Rahmen der Migration möglichst wenige Anwender mit dem Server und der Datenbank arbeiten.

Sollen externe Datenbanken migriert werden, also DB2, Oracle, MySQL oder Sybase, dann empfiehlt Microsoft die Verwendung des SQL Server Migrations Assistenten.

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