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Klassisches Monitoring frisst Zeit und nährt Probleme Cloud-Komplexität führt zu hohem Alert-Aufkommen

Autor / Redakteur: M.A. Dirk Srocke / Florian Karlstetter

In komplexen Cloudumgebungen liefern klassische Monitoringtools offenbar mehr Informationen als IT-Verantwortliche verdauen können. Das legen jetzt veröffentlichte Studienergebnisse nahe und beziffern zugleich, wieviel Zeit und Geld Unternehmen dadurch verlieren.

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In einer Flut von Alerts gehen relevante Meldungen unter.
In einer Flut von Alerts gehen relevante Meldungen unter.
(Bild: © moneti - stock.adobe.com)

Pro Tag prasseln hierzulande durchschnittlich 2.624 Alerts auf IT- und Cloudteams jedes großen Unternehmens ein. Mit ihrer schieren Zahl werden die Warnungen damit selbst zur Plage für Betreiber komplexer Enterprise-Cloud-Systeme. Das legen jetzt veröffentlichte Zahlen der von Dynatrace beauftragten Studie „Top challenges for CIOs on the road to the AI-driven autonomous cloud“ nahe.

Alerts sorgen selbst für Probleme

Dieser zufolge berichten Vertreter von 64 Prozent der Unternehmen, dass das große Aufkommen an Warnmeldungen Probleme verursache. Über zwei Drittel der Befragten beklagte, nur schwer mit der Zahl der von Monitoring- und Managementwerkzeugen generierten Warnungen mithalten zu können.

Allein das Eingrenzen relevanter Alerts koste IT-Teams im Schnitt neun Prozent der verfügbaren Arbeitszeit – und ihren Unternehmen den entsprechenden Anteil an Lohnkosten. Dennoch gehen im Rauschen der größtenteils nutzlosen Meldungen immer wieder wichtige Warnungen unter oder werden verschleppt. Resultat: Pro deutschem Unternehmen gibt es jährlich 23 Vorfälle, die eigentlich verhindert werden hätten können.

Tendenz steigend

In den vergangenen zwölf Monaten habe sich die Zahl von Alerts um 15 Prozent erhöht. Im globalen Vergleich schneidet Deutschland damit allerdings noch nicht einmal besonders schlecht ab: Über alle international Befragten gemittelt, stieg die Zahl von Warnmeldungen im gleichen Zeitraum um ein knappes Fünftel. Tagtäglich fallen weltweit durchschnittlich 2.973 Warnmeldungen an – Spitzenreiter ist hier übrigens China mit 4.012 Alerts.

China an Spitze bei Zahl und Relevanz

Den Spitzenplatz erreicht China allerdings auch beim Anteil relevanter Alerts: 37 Prozent Meldungen erforderten demnach eine Reaktion – im weltweiten Schnitt sind es 26 Prozent, in Deutschland 22 Prozent, im Vereinigten Königreich lediglich 17 Prozent.

Bei den drei genannten Ländern korrelieren die absolute Zahl relevanter Alerts auch mit den Schwierigkeiten, die IT-Verantwortliche wahrnehmen. Das heißt: Je höher die Zahl relevanter Alarme, desto höher auch die wahrgenommene Belastung.

Brasilianer besonders häufig gestresst

Generalisieren lässt sich diese Aussage jedoch nicht, wie das Beispiel Brasilien zeigt. Die Zahl täglicher Alarme beträgt dort unterdurchschnittliche 2.611, relevant sind davon überdurchschnittliche 31 Prozent. Damit laufen bei brasilianischen Teams deutlich weniger Alerts mit Handlungsbedarf auf als bei den chinesischen Kollegen (809 zu 1.484). Dennoch beklagen sich 98 Prozent der südamerikanischen CIOs über eine große Zahl von Warnmeldungen – in China sind es 95 Prozent.

Inwieweit kulturelle Eigenheiten zu den Antworten beitragen, thematisiert die Studie nicht. Stattdessen nutzt Dynatrace die Erhebung, um für moderne Monitoring-Ansätze mit mehr KI und Automatisierung zu werben.

Auf Nachfrage meinte Michael Allen, VP & EMEA CTO bei Dynatrace, dass es für präzise Schlussfolgerungen weiterer Kontextinformationen bedürfte. Allerdings verwies Allen auch darauf, dass Antwortgeber in China und Brasilien nach eigener Aussage überdurchschnittlich viel Zeit in die Fehler in die Sichtung von Alerts investieren.

Methodologie

Die jetzt veröffentlichten Zahlen sind Ergebnis einer von Dynatrace beauftragten Umfrage unter 800 CIOs in großen Unternehmen mit über 1.000 Angestellten. 200 der Antwortgeber stammten dabei aus den USA; jeweils 100 kamen aus Vereinigtem Königreich, Frankreich, Deutschland und China; Antworten gab es zudem von jeweils 50 Personen aus Australien, Singapur, Brasilien und Mexiko. Durchgeführt wurde die Erhebung vom Marktforschungsdienstleister Vanson Bourne.

Dynatrace beschreibt sich selbst als Anbieter für Software-Intelligenz, welche die Komplexität von Enterprise-Cloud vereinfache sowie die digitale Transformation beschleunigt.

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