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Software-Lagekarten liefern Entscheidungshilfen für Projektsteuerung Business Intelligence für Softwaresysteme

| Autor / Redakteur: Marc Hildebrandt * / Florian Karlstetter

Wenn Softwareprojekte scheitern, liegt dies meistens daran, dass die Entscheidungsträger im Vorfeld falsch oder nicht ausreichend informiert waren. Dabei stehen ihnen mittlerweile Werkzeuge zur Verfügung, die Fehlentwicklungen rechtzeitig erkennen lassen und sie darin unterstützen, die richtigen Maßnahmen zu treffen. Aussagekräftige Software-Lagekarten, basierend auf dem neuartigen Extraktions- und Analyse-Verfahren Software Mining sowie leistungsfähiger Visualisierung, liefern die entscheidenden Hinweise.

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Mit Hilfe von Software-Lagekarten das Projektmanagement verbessern.
Mit Hilfe von Software-Lagekarten das Projektmanagement verbessern.
( Bild: Software Diagnostics )

Manager setzen schon lange auf Data Mining und Business-Intelligence-Lösungen, wenn es darum geht, betriebswirtschaftliche Kennzahlen aus unterschiedlichen Quellen auszuwerten und Entwicklungen im Unternehmen zu analysieren. Auf Knopfdruck sind zumindest ausführliche Auswertungen als Tabellen oder aussagekräftige Grafiken zu erhalten - als State-of-the-art gelten mittlerweile gar Management-Dashboards mit Echtzeit-Alarmierung per SMS, sollten die Sollwerte einmal aus dem Ruder laufen.

Ein Softwaresystem, so viele betriebswirtschaftliche Risiken es auch enthalten mag, entzieht sich dagegen jedem Einblick durch das Management. Verantwortlichen von Softwareentwicklungs- und Wartungsprojekten, die ihre Kosten- und Risikofaktoren ebenfalls im Auge behalten müssen, bleibt bislang nur ein Weg, um den Zustand, die Entwicklung und den Fortschritt des Softwaresystems, an dem gearbeitet wird, zu überblicken und Schwierigkeiten rechtzeitig zu erkennen und einzuordnen: die subjektive Einschätzung der einzelnen Entwickler einzuholen.

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Software Mining und Visualisierung machen Systemdaten nutzbar

Dies zu ändern ist der Anspruch von Software Mining. Dazu will die neue Disziplin die „Sourcecode-Wirklichkeit“ in Software-Entwicklungs- und Maintenance-Projekten in geeigneter Form aufbereiten, um dem Management gesicherte Entscheidungsgrundlagen zu geben. Software Mining extrahiert und analysiert dazu automatisch alle nutzbaren Informationen aus dem vorhandenen Quellcode, einer dynamischen Laufzeitanalyse sowie den eingesetzten Repositorien und Lösungen für den Bereich Software Qualität und Maintenance des Softwaresystems, verdichtet diese und setzt sie miteinander in Beziehung. Der Programmcode wird dabei nicht verändert.

Eine grafische Visualisierung macht die Informationen aus dem System schließlich für den Menschen intuitiv erfassbar und zeigt Zusammenhänge auf. Das Ergebnis sind dreidimensionale Software-Lagekarten, die den Aufbau und Zustand eines Softwaresystems als großes Ganzes zeigen und mit denen sich die bestehenden Lücken im Projektmanagement schließen lassen.

Die Stärken des Software Minings kommen um so mehr zum Tragen, je größer und komplexer die Systeme sind, an denen entwickelt wird. Bei 50.000 Lines-of-Code oder Teams von mehr als drei Entwicklern ist ohne ein leistungsfähiges Informationssystem kein Überblick mehr möglich, von gezielter Projektsteuerung ganz zu schweigen. Software-Lagekarten indessen machen ein System mit seiner Architektur und seinen Entwicklungsprozessen in seiner Gesamtheit sichtbar.

Das auf diese Weise aus dem Softwaresystem gewonnene Wissen liefert der Unternehmensführung wertvolle Entscheidungsgrundlagen über den gesamten Lebenszyklus eines Softwaresystems hinweg. Es unterstützt sie dabei, das eigene Entwickler-Team, möglicherweise an verschiedenen Standorten, oder externe Partner zielgerichtet zu steuern. Mit dem neuen Verfahren können nicht nur selbst entwickelte, sondern auch wenig bekannte, zugekaufte und zugelieferte Code-Teile durchleuchtet werden. So werden die Projektrisiken erheblich gesenkt.

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