Backend-as-a-Service im Praxiseinsatz – Teil 2 BaaS einrichten und nutzen: So geht es mit StellarDS

Von Elena Bochkor und Dr. Veikko Krypczyk* 6 min Lesedauer

Im ersten Teil haben wir gezeigt, welche Vorteile Backend-as-a-Service (BaaS) für Unternehmen und Entwickler bietet – von schneller Skalierung über Kostentransparenz bis hin zu vereinfachter Datenverwaltung. Der zweite Teil geht nun einen Schritt weiter: Wir zeigen praxisnah, wie sich ein BaaS-Backend konfigurieren lässt und wie Entwickler mithilfe von SDKs direkt aus ihrer Anwendung auf Cloud-Daten zugreifen können.

Schritt für Schritt: So lassen sich BaaS-Backends konfigurieren und per SDK nahtlos in Anwendungen integrieren.(Bild: ©  hakinmhan - stock.adobe.com)
Schritt für Schritt: So lassen sich BaaS-Backends konfigurieren und per SDK nahtlos in Anwendungen integrieren.
(Bild: © hakinmhan - stock.adobe.com)

Um Backend-Services zu nutzen, stellen die Anbieter oft plattformspezifische SDKs (Software Development Kit) und Bibliotheken bereit. Entwickler können so in ihrer bevorzugten Sprache direkt auf den Service zugreifen, anstatt selbst HTTP-Anfragen zu schreiben. Das Vorhandensein eines aktuellen und leistungsfähigen SDKs kann ein entscheidender Grund bei der Auswahl eines BaaS-Anbieters sein.

Die grundsätzliche Vorgehensweise zur Konfiguration des Backends und der Kommunikation aus einer App gestaltet sich nach dem folgenden Muster. Wir haben die Schritte anhand des Dienstes StellarDS beschrieben. Die Vorgehensweise kann auf andere Anbieter übertragen werden.

Die Nutzung von StellarDS beginnt mit der Einrichtung des Backends über das browserbasierte Dashboard. Nach der Registrierung und Anmeldung wird zunächst ein neues Projekt angelegt, das als übergeordnete Einheit für Datenstrukturen und Zugriffsregeln dient. Innerhalb dieses Projekts lassen sich eine oder mehrere Tabellen erstellen, in denen strukturierte Daten gespeichert werden. Jede Tabelle erhält dabei eine eindeutige ID und kann mit einer Beschreibung versehen werden. Für jede Tabelle definiert man die Datenfelder – etwa Namen, Geburtsjahr, E-Mail-Adressen oder boolesche Werte. Die Felder können unterschiedliche Datentypen (z. B. Text, Ganzzahl, Datum, Boolean) annehmen und sind in ihrer Anzahl und Benennung frei konfigurierbar. Diese Strukturierung erlaubt eine klare Modellierung der Datenbank analog zu klassischen relationalen Datenbanken.

Konfiguration einer Tabellenstruktur im Dashboard – hier bei StellarDS.(Bild:  Krypczyk - StellarDS)
Konfiguration einer Tabellenstruktur im Dashboard – hier bei StellarDS.
(Bild: Krypczyk - StellarDS)

Im nächsten Schritt werden Benutzerrollen und Berechtigungen eingerichtet. StellarDS bietet eine feingranulare Zugriffskontrolle, d.h. es kann festgelegt werden, welche Rolle Lese-, Schreib- oder administrative Rechte auf bestimmte Tabellen oder Felder hat. Diese Rollen werden später bestimmten Anwendungen oder OAuth2-Clients zugewiesen. So lässt sich etwa eine App so konfigurieren, dass sie nur bestimmte Daten schreiben, aber nicht lesen darf – oder umgekehrt.

Zur Nutzung der API wird ein Access Token erzeugt. Dieser Token wird im Dashboard unter Applications verwaltet und mit einem Ablaufdatum, einer zugewiesenen Rolle und einem optionalen Nutzer verknüpft. Alternativ lassen sich auch OAuth2-Flows einrichten, um Nutzerdaten und Sitzungen sicher in einer Anwendung zu verwalten. Nach dieser Backend-Einrichtung kann die Integration in eine App oder ein Frontend beginnen – z. B. mit dem JavaScript-SDK, das durch einfache API-Aufrufe den Zugriff auf die Cloud-Daten ermöglicht. Alternative SDKs stehen für die Nutzung der Programmiersprachen TypeScript, Delphi, Python und C# (.NET-basierte Applikationen) zur Verfügung.

Kommen wir zur Interaktion mit dem Backend aus der App. Wir nutzen als Beispiel die Integration in eine Web-App (JavaScript) und zeigen, wie man mit dem SDK arbeitet, um beispielsweise Daten aus einer Tabelle ‘Persons‘ abruft. Die Installation des SDK kann beispielsweise über den Paketmanager npm (Konsole) erfolgen:

npm install stellards-js-sdk –save

Für die Nutzung des SDK wird ein Access Token benötigt. Diesen erzeugt man im StellarDS-Dashboard unter dem Menüpunkt Applications | Access Tokens. Dort erhält man auch die Projekt-ID und die Tabellen-ID. Der Beispielcode zum Abruf aller Datensätze aus der Tabelle „Persons“ sieht wie folgt aus:

import StellarDataStore from 'stellards-js-sdk';let defaultClient = StellarDataStore.ApiClient.instance;let Bearer = defaultClient.authentications['Bearer'];Bearer.apiKey = 'YOUR API KEY';let apiInstance = new StellarDataStore.DataApi();let project = "project_example"; let table = 789;// Alle Datensätze aus der Tabelle abrufendataApi.v1DataTableGet(projectId, tableId, (error, data, response) => { if (error) { console.error("Fehler beim Abrufen der Daten:", error); } else { console.log("Empfangene Daten:"); console.table(data.records); // zeigt die Ergebnisse in Tabellenform }});

Mit Hilfe dieses Codes kann man komfortabel und sicher auf die Daten in der Cloud-Tabelle zugreifen – ohne eigenen Server oder komplexe Backend-Logik. Man kann diesen Ansatz leicht erweitern, um Daten zu erstellen (`v1DataTablePost`), zu aktualisieren oder zu löschen.

Typische Funktionen des SDK

API-Endpunkte bilden die Grundlage für typische CRUD-Operationen, Datei-Handling, Authentifizierung sowie die Verwaltung von Datenstruktur und Berechtigungen. Sie lassen sich über das JavaScript-SDK direkt ansprechen (siehe Beispiele in der Tabelle).

Häufig genutzte Endpunkte der API von StellarDS, die über das SDK ansprechbar sind
Endpunkt Funktion Typischer Einsatz
DataTableGet Abrufen aller Datensätze einer Tabelle Daten anzeigen oder synchronisieren
DataTablePost Hinzufügen neuer Datensätze zu einer Tabelle Neue Einträge erstellen
DataTablePut Aktualisieren vorhandener Datensätze Bestehende Einträge ändern
DataTableDelete Löschen einzelner Datensätze Einträge gezielt entfernen
DataTableClearDelete Löschen aller Datensätze einer Tabelle Tabelle vollständig leeren
DataTableBlobGet Abrufen eines Datei-Inhalts (Blob) aus einem Datensatz Bilder oder Anhänge herunterladen
DataTableBlobPost Hochladen einer Datei in ein Blob-Feld eines Datensatzes Bilder oder Dateien speichern
SchemaTableGet [Post / Put / Delete] Verwaltung von Tabellen: abrufen, erstellen, bearbeiten, löschen Tabellenstruktur definieren
SchemaTableFieldPost [Put / Delete] Verwaltung von Spalten (Felder) innerhalb einer Tabelle Datenfelder hinzufügen oder ändern
OauthTokenPost Anfordern eines OAuth2-Tokens Authentifizierung via Client-Anmeldung
OauthRevokePost Zurückziehen eines Tokens Benutzer abmelden oder Zugriff beenden
UserGet Informationen zum angemeldeten Benutzer abrufen Benutzeridentifikation
PermissionsGet Berechtigungen des Nutzers für das Projekt abfragen Rechteverwaltung im Frontend berücksichtigen
PingGet Prüfen, ob der Dienst erreichbar ist (Ping) Netzwerk-Check vor API-Zugriff

Entwicklerfreundlichkeit und Dokumentation

Die Akzeptanz eines BaaS hängt stark von der Qualität seiner SDKs, Dokumentation und Support-Strukturen ab. Ein intuitives API-Design und ausführliche Guides senken die Einstiegshürde erheblich. Seriöse Anbieter stellen meist umfangreiche Beispiele, Tutorials und eine API-Referenz zur Verfügung. Im Falle von StellarDS ist etwa ein „Getting Started“-Guide vorhanden, der Schritt für Schritt durch die Grundeinrichtung führt (Tabellen anlegen, OAuth konfigurieren, erste Abfragen).

Konfiguration der Berechtigungen im Dashboard – hier bei StellarDS.(Bild:  Krypczyk - StellarDS)
Konfiguration der Berechtigungen im Dashboard – hier bei StellarDS.
(Bild: Krypczyk - StellarDS)

Entwickler sollten kritisch prüfen, ob die Dokumentation alle notwendigen Use Cases abdeckt (z. B. Transaktionsverhalten, Fehlercodes) und ob Libraries für die genutzten Plattformen vorliegen. Studien und Erfahrungsberichte betonen, dass „Ease of Use“ und guter Support entscheidend sind: Eine BaaS-Lösung muss einfach zu nutzen sein und schnelle Hilfe bei Fragen bieten. Für Unternehmensanwendungen sollte der Anbieter idealerweise SLAs (Service-Level-Agreements) und Reaktionszeiten einhalten.

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Letztlich gilt: Eine gute Entwicklererfahrung zeigt sich in klaren Codebeispielen, aktuellen SDK-Paketen und direkter Kontaktmöglichkeit (etwa über Foren oder ein Support-Team). Bei neueren BaaS kann die Community kleiner sein, sodass eigene Tests und Proof-of-Concepts wichtig sind.

Zusammenfassung

Backend-as-a-Service erlaubt Entwicklern, Cloud-Backends (Datenbank, Auth, Hosting etc.) „as a Service“ zu nutzen, statt selbst zu betreiben. Typische BaaS-Funktionen reichen von Datenhaltung über Nutzerverwaltung bis zu Push-Benachrichtigungen. Anbieter wie StellarDS abstrahieren diese Dienste hinter SDKs und Dashboards. Entwickler können in wenigen Schritten ein Projekt und Tabellen anlegen, die API konfigurieren und per Code Daten speichern/abrufen.

Die Kosten stellen sich beispielweise wie folgt dar: StellarDS bietet eine transparente, stufenweise Kostenstruktur. Für kleine oder nicht-kommerzielle Projekte steht ein kostenloser Tarif („Free“) zur Verfügung, der bis zu 5 Tabellen mit je 10 Feldern und maximal 1.000 Datensätzen pro Tabelle erlaubt, inklusive 1.000 API-Requests pro Monat. Der kostenpflichtige Einstieg beginnt mit dem „Basic“-Paket für 19,50 Euro monatlich, das bereits 10 Tabellen, bis zu 10.000 Datensätze pro Tabelle und 100.000 Requests pro Monat erlaubt. Für größere Anwendungen steht das „Pro“-Paket zur Verfügung (39,50 €/Monat), das unter anderem Multi-Tenant-Unterstützung, Blob-Felder und bis zu 500.000 Requests bietet. Das umfangreichste Paket „Ultimate“ richtet sich an datenintensive Business-Anwendungen mit bis zu 50 Tabellen, 1 Million Datensätzen pro Tabelle, 2 Millionen Requests im Monat sowie erweiterten Freigabe- und Nutzerfunktionen. Alle Pakete sind monatlich oder vergünstigt jährlich buchbar.

Durch die Cloud-Nutzung sind Skalierbarkeit und Verfügbarkeit bei einem BaaS inbegriffen, allerdings sollte man API-Kosten, Datenschutz (DSGVO) und Abhängigkeiten der Anbieter im Blick behalten. Insgesamt ermöglicht BaaS einen schnellen Start und einfache Integration moderner Cloud-Backends, ohne einen eigenen Server-Infrastruktur-Park aufsetzen zu müssen.

* Über die Autoren
Dr. Veikko Krypczyk ist Softwareentwickler, Trainer und Fachautor und u.a. auf die Themen Mobile Development, WinUI 3 und .NET MAUI spezialisiert. Sein Wissen gibt er über Fachartikel, Seminare und Workshops gern an Interessierte weiter und steht mit seiner Expertise auch für eine individuelle Unterstützung in Projekten zur Verfügung. Elena Bochkor arbeitet primär am Entwurf und Design mobiler Anwendungen und Webseiten. Weitere Informationen zu den Autoren unter Larinet.com.

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