MuleSoft

Anypoint Plattform: Auf Du und Du mit den APIs

| Autor: Dr. Stefan Riedl

Die Programmierung so gut wie jeder Mobile-App geht mit Datenintegration und deswegen Schnittstellenarbeit einher.
Die Programmierung so gut wie jeder Mobile-App geht mit Datenintegration und deswegen Schnittstellenarbeit einher. (Bild: © kirill_makarov - stock.adobe.com)

Anwendungsprogrammierschnittstellen (APIs) sind jener Programmteil in Software, der ­anderen Systemen das „Andocken“ ermöglicht. MuleSoft liefert einen Werkzeugkasten für übergeordnete Arbeiten damit und rennt offene Türen ein.

MuleSoft hat ein einziges Produkt: die Anypoint Platform, die man als API-Store verstehen kann, in dem Sinne, dass hier in App-Store-Manier Application Programming Interfaces zur weiteren Verwendung gesammelt werden. Das Unternehmen hat in den vergangenen Jahren ein schnelles Wachstum hingelegt: 2014 betrug der Jahresumsatz noch 50 Millionen; im Jahr 2017 waren es schon 289 Millionen US-Dollar. 2018 erfolgte dann die Übernahme durch Salesforce für 6,5 Milliarden US-Dollar. In Deutschland ist MuleSoft in den vergangenen 18 Monaten von vier auf 45 Mitarbeiter gewachsen. Weltweit arbeiten rund 1.700 Mitarbeiter bei MuleSoft.

Die Digitalisierung fordert ihren Tribut

Rüdiger Fabian, VP DACH bei MuleSoft
Rüdiger Fabian, VP DACH bei MuleSoft (Bild: MuleSoft)

„Der Grund für dieses schnelle Wachstum liegt wohl vor allem darin, dass jede digitale Initiative, wie beispielsweise die Umsetzung einer Mobile App mit Datenintegration und Schnittstellenarbeit einher geht“, sagt Rüdiger Fabian, VP DACH bei ­MuleSoft. „Aufgrund des massiven Wachstums im Markt, wachsen auch unsere Partner schnell.“

Digitalisierung geht damit einher, dass Datentöpfe und Applikationen verbunden werden müssen und mit IoT kommt ein weiterer Treiber hinzu. Fabian, seit zwei Jahren als Vicepresident für die DACH-Region zuständig, erläutert: „Wir bringen Daten aus Backoffice-Systemen, externen Marktplätzen, eigenen Apps, CRM-, ERP- und eCommerce-Systemen zusammen und bedienen uns dabei der REST-APIs.“ Zurück zum „API-Store“: Standardmäßig sind im System rund 200 Konnektoren zu verbreiteten Anwendungen wie Salesforce, SAP oder Servicenow vordefiniert, sowie rund 100 Templates im Sinne von Blueprints, wie APIs aufgebaut sind und entwickelt werden können – beispielsweise für Legacy-Systeme. Der Anspruch ist es, einmal aufgebaute APIs verständlich zu dokumentieren, damit sie für andere, spätere Zwecke wiederverwertet werden können.

Business-APIs

Wenn für Integrationsprojekte früher sechs Monate angelegt wurden, sind heutzutage von der Idee bis zur Umsetzung oft nur sechs Wochen veranschlagt, beschreibt der MuleSoft-Manager den Grund, warum der Umgang mit Anwendungsprogrammierschnittstellen quasi neu gedacht werden musste. Die Anypoint-Plattform setzt vor diesem Hintergrund auf so genannte „Business-APIs“ – auch Process-API genannt. „Hierbei werden beispielsweise Kundendaten zur Weiterverwendung aus verschiedenen Systemen wie SAP, Salesforce und ­Legacy-Anwendungen strukturiert zusammengefasst und von der Business-API ausgeliefert“, so Fabian. Weitere Beispiele für dergestalt aus verschiedenen Systemen zusammengetragene Inhalte für Business-APIs wären Bestellungen, Kundendaten oder Shipments.

Werkzeugkasten für Developer und Software-Architekten

„Der Trend“, so Fabian, „geht dahin, dass Unternehmen sukzessive Segmente aus ihren monolithischen Anwendungen in die Cloud geben, beispielsweise raus dem SAP-Umfeld und rein in Salesforce, Workday und Servicenow.“ MuleSoft-Partner setzen diese Projekte in der Praxis um, sind in der Regel also Developer und Software-Architekten, die teilweise auch als Reseller für die Anypoint-Plattform in Erscheinung treten. Sie managen über die Plattform ihre API-Arbeit, wenn man so will. Ein lukratives Geschäft, sagt der MuleSoft-Manager: „Nach Erfahrungswerten ist es so, dass auf jeden investierten Euro des Kunden in die Plattform-Software weitere fünf Euro in Dienstleistung gehen.“ Das Unternehmen arbeitet mit großen Systemintegratoren zusammen, wie Deloitte, Accenture und Capgemini, aber auch mit kleineren Partnern, wie Terra aus Darmstadt, Codecentric aus Solingen oder Cap4 Lab aus München.

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