IDC-Umfrage von Promerit über Trends im Personalwesen

Anforderungen an HR aus der Cloud

| Autor / Redakteur: Karolin Böhm / Ulrike Ostler

Welche Herausforderungen kommen bei der Frage Human Resource – aus der Cloud, on premise oder hybrid – auf Fach- und IT-Abteilungen zu? Dieser Frage ist IDC im Auftrag der Promerit HR + IT Consulting AG nachgegangen.
Welche Herausforderungen kommen bei der Frage Human Resource – aus der Cloud, on premise oder hybrid – auf Fach- und IT-Abteilungen zu? Dieser Frage ist IDC im Auftrag der Promerit HR + IT Consulting AG nachgegangen. (Bild: Vege - Fotolia.com)

Wie werden IT-Lösungen für Human Resource (HR) heute und in Zukunft eingesetzt: lokal, in der Cloud oder als Mix aus beiden Welten, also hybrid? Welche Herausforderungen kommen auf IT-Abteilungen zu? Antworten liefert eine IDC-Untersuchung zum Thema Human Resource Management und Cloud im deutschsprachigen Raum.

IT-Lösungen aus der Cloud: Sie sollen kostengünstig und skalierbar sein, Ressourcen sparen und eine höhere Ausfallsicherheit bieten. Doch wie steht es um den Bereich Personalwesen? Die Durchführung und Auswertung der Untersuchung zum Thema HR und Cloud im deutschsprachigen Raum erfolgte durch das renommierte IT-Marktforschungsunternehmen IDC im Auftrag der Promerit HR + IT Consulting AG.

On premise, durch Cloud Services oder als hybride Lösungen – für viele Unternehmen stellt sich die Frage, in welcher Form HR-Prozesse künftig abgebildet werden sollten. Diese strategische Entscheidung will getroffen werden, da moderne und zukunftsorientierte Aufgaben im HR-Management nach maßgeschneiderten Softwarelösungen verlangen. Egal ob es sich dabei um Nachfolgemanagement, Potential Management oder Performance Management handelt. Zu diesem Thema gaben aktuell über 190 Entscheider aus der DACH-Region Auskunft.

Die Auswertung zeigt: bereits 27 Prozent der befragten Unternehmen (Großunternehmen mit mehr als 2.500 Mitarbeitern) nutzen HR-Lösungen aus der Cloud, aktuell beschäftigt sich über ein Drittel mit dieser Frage. HR-Cloud Services werden im deutschsprachigen Raum also immer wichtiger. Auf IT-Abteilungen kommen somit neue Aufgaben und Herausforderungen zu.

Die HR-IT-Strategie gehört aktualisiert

Um den Herausforderungen künftiger HR-Prozesse erfolgreich zu begegnen, ist eine aktuelle HR IT-Strategie unverzichtbar. Hier haben jedoch 42 Prozent der Unternehmen Nachholbedarf. Sie haben keine HR IT-Strategie (10 Prozent) oder eine, die älter als zwei Jahre ist (32 Prozent).

Die Ergebnisse zeigen: Je aktueller die HR IT-Strategie, desto eher werden HR-Cloud-Dienste eingesetzt. So nutzen 35 Prozent der Firmen, die in den letzten zwei Jahren ihre Human Resource IT-Strategie entwickelt oder aktualisiert haben, bereits Cloud Services. 25 Prozent, die derzeit eine Strategie entwickeln, planen den Einsatz in den nächsten zwei Jahren. Dagegen entscheiden sich 42 Prozent der Unternehmen ohne HR IT-Strategie gegen HR-Cloud-Lösungen.

Die Analyse zeigt weiterhin: HR aus der Cloud überzeugt, sobald man sich mit den Angeboten beschäftigt. So nennen Firmen, die sich gegen HR-Cloud Services aussprechen, Sicherheitsbedenken (87 Prozent) und den Datenstandort außerhalb Deutschland (74 Prozent) als Hauptgründe.

Axel Singler ist der studienverantwortliche Partner bei Promerit.
Axel Singler ist der studienverantwortliche Partner bei Promerit. (Bild: Promerit HR + IT Consulting)

Firmen, die HR-Cloud-Services nutzen, nennen diese Hemmnisse nur zu 55 Prozent beziehungsweise 63 Prozent. So scheint es bei der Einführung von HR-Cloud Services einen Zusammenhang zwischen Sicherheitsbedenken und Unkenntnis zu geben.

Axel Singler, studienverantwortlicher Partner bei Promerit, sieht bei der Einführung bzw. Aktualisierung einer HR-IT-Strategie folgende Herausforderungen: „Die IT muss einerseits den Kundenbedarf der HR decken, andererseits Abhängigkeiten zu den Systemen anderer Fachbereiche erkennen. Dabei ist es für IT wichtig, das Thema aktiv zu treiben, da HR nicht für diese Integration zuständig ist.“

HR und IT müssen sich abstimmen

Neben einer aktuellen HR IT-Strategie ist es von großer Wichtigkeit, dass sich HR- und IT-Abteilungen künftig enger abstimmen, wollen Unternehmen den Weg in ein modernes und effizientes HR Management gehen. Dies ist insbesondere bei der notwendigen Stammdatenkonsolidierung und bei der Anpassung der Software an die Personalprozesse der Fall. Die Befragung zeigt: Hier gehen die Einschätzungen der IT- und HR-Verantwortlichen oftmals auseinander.

Unterschiede zeigen sich beispielsweise bei der Integration von HR-Cloud-Angeboten: Während 44 Prozent der befragten Personaler von einem einfachen Integrationsprozess überzeugt sind und dies als Antriebsfaktor für die Einführung sehen, teilen nur 32 Prozent der IT-Experten diese Ansicht.

Uneinigkeit herrscht auch darüber, wer sich zukünftig um Anpassungen, Releases, Support oder das User Management der HR-Cloud Services kümmern wird: Während sich die IT-Abteilung hier selbst weiterhin stark in der Pflicht sieht, spricht sich interessanterweise auch der HR-Bereich eine immer wichtigere Rolle zu.

Die Einschätzungen von IT- und Fachabteilungen liegen weit auseinander

Im Durchschnitt lagen die Angaben 20 Prozentpunkte auseinander. „Durch langwierige und teure on-premise-Projekte in der Vergangenheit, bei denen eventuell nicht immer das gewünschte Ergebnis von IT geliefert wurde, sieht HR nun die Chance, mit Cloud-Diensten Tool-Hoheit zu erlangen.

So wird HR zum Treiber, IT zum Getriebenen. Eine gemeinsame Definition der Ziele und deren Umsetzung im Zuge der HR IT-Strategie ist deshalb immens wichtig“, so Axel Singler.

Und weiter: „Durch den Einsatz von HR-Cloud-Angeboten muss sich die IT umstrukturieren, weil der Support nun häufiger beim Provider liegt oder durch HR getragen wird. Auch nehmen die Basis- und Infrastrukturthemen ab und es ist weniger IT-Unterstützung bei der Implementierung gefragt. Hier gilt es, die freien Kapazitäten sinnvoll einzusetzen.“

Mobility, Usability und die Herausforderungen an eine konsistente Stammdatenhaltung

Auf der nächsten Seite erfahren Sie, welche Anforderungen moderne Human Resource Management-Lösungen bereits heute erfüllen müssen und warum das Thema der konsistenten Stammdatenhaltung so wichtig ist.

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