Microsofts Azure-Cloud ist ein Baukastensystem par excellence. Aus über 260 Angeboten können Unternehmen im Handumdrehen eine individuelle Infrastruktur aufbauen. Allerdings sollte jede Komponente im Vorfeld akribisch vorgeplant werden, sonst steigen die Kosten schnell in ungeahnte Höhen.
Damit Unternehmen nicht im umfangreichen Azure-Cloud-Angebot die Orientierung verlieren, empfiehlt sich, die Cloud-Migration im Vorfeld sorgfältig zu planen.
(Bild: Tuomas Kujansuu - stock.adobe.com)
Zu den Kostenfaktoren zählen neben den gebuchten Ressourcen zudem die benötigte Verfügbarkeit, Support oder das Infrastruktur-Management. Glücklicherweise beinhaltet Azure eine Reihe von Tools zur Kostenoptimierung. Qualifizierte Partner können bei Aufbau, Betrieb und Optimierung unterstützen, um so optimal die Migration in die Cloud zu bewerkstelligen.
Im Vorfeld den Bedarf bestimmen
Bei Azure handelt es sich um Infrastruktur – also sollten vor dem Einsatz dieselben Fragen gestellt werden, wie vor der Anschaffung von Systemen für das eigene Rechenzentrum: Was wird an Hardware benötigt, um die definierten Anforderungen abzudecken, und welche Ausstattung ist zweckdienlich? Nur wenn der Bedarf klar definiert ist, können auch in der Cloud die Kosten für den Aufbau, den Betrieb und die Administration zuverlässig kalkuliert werden.
Wer sich hier nach Bauchgefühl eine Cloud-Landschaft zusammenklickt, wird mit großer Wahrscheinlichkeit finanziellen Schiffbruch erleiden. Vor allem zwei Faktoren haben großen Einfluss auf die Kostenentwicklung: 1. Das Timing der Aufwandsplanung: Generell sollte die Planung so früh wie möglich, auf jeden Fall vor der Migration, erfolgen. 2. Controlling: Grundlage für Kosteneffizienz im laufenden Betrieb ist eine kontinuierliche, bestenfalls automatisch erfolgende Überprüfung aller Ausgaben.
Wenn Timing und Controlling funktionieren, besteht die Möglichkeit, bei ausufernden Kosten rechtzeitig gegenzusteuern. Azure selbst bietet eine Reihe integrierter Werkzeuge, mit denen sich nicht nur die Ausgaben monitoren lassen, sondern auch Optimierungen während des Betriebs erfolgen können. Einmal aufgesetzt liefern diese Tools automatisch Analysen über die Nutzung. Zertifizierte Microsoft Cloud Solution Provider wie mein Unternehmen helfen Unternehmen dabei, die Cloud-Infrastrukturen in Azure aufzubauen, zu betreiben oder zu optimieren.
Sechs Maßnahmen für effektive Azure-Cloud-Nutzung
In zahlreichen Praxisbeispielen haben sich sechs Maßnahmen herauskristallisiert, wie Unternehmen die Azure-Cloud effektiv nutzen und gleichzeitig die Kosten im Blick behalten können. Hier unsere Tipps:
Tipp 1: Frühzeitig Ressourcen reservieren Wenn Ressourcen wie beispielsweise VMs, Kubernetes Worker Nodes, SQL-Datenbanken oder Web-Apps über einen längeren Zeitraum (über mehrere Jahre) genutzt werden sollen, können diese vorgebucht werden. Azure gewährt in solchen Fällen deutliche Nachlässe von bis zu 70 Prozent.
Tipp 2: Test-Environments abschalten Wenn eine VM als Testumgebung genutzt wird, ist es vorteilhaft diese nur bei Bedarf hochzufahren bspw. nachts oder an Wochenenden wieder herunterzufahren. Im Prinzip so, als würde man bei Verlassen des Büros das Licht abschalten. Am besten werden solche VMs auch als “Infrastructure as a Code (IaaC)” aufgesetzt und lassen sich dann komplett per Knopfdruck hochfahren. Das Einsparpotenzial liegt hier zwischen 25-35 Prozent. Auch das Zeitmanagement für das Hoch- und Herunterfahren der VMs kann automatisiert werden, was die Infrastruktur- und Betriebskosten weiter reduziert und die IT-Mitarbeitenden entlastet.
Tipp 3: Skalierung nach Last Ein großer Vorteil der Cloud ist die Skalierung: Je nach Bedarf können Instanzen hinzugebucht und wieder abbestellt bzw. abgeschaltet werden (Scale out). Dies kann zwar manuell erfolgen, deutlich effizienter ist jedoch eine automatische Skalierung: sie reagiert schneller und reduziert den Administrationsaufwand deutlich.
Tipp 4: Automatisches Deployment Deployment und Management der Infrastruktur können mithilfe verschiedener Azure-Tools über eine Infrastructure-as-a-Code-Lösung automatisiert werden, was die Erstellung und Verwaltung von VMs deutlich vereinfacht. Einzelne Ressourcen oder ganze Umgebungen können innerhalb kürzester Zeit bereitgestellt und nach Gebrauch wieder ausgeknipst werden. Dabei bieten sich u.a. Azure ARM Templates, Azure Biceps oder das Automatisierungstool Terraform an. Analog zu Tipp 2 („Test-Environments abschalten“) liegt das Einsparpotenzial in der Reduzierung der Infrastruktur- und Betriebskosten sowie der Entlastung des IT-Staffs.
Stand: 08.12.2025
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Tipp 5: Kontinuierliche Kostenkontrolle Azure umfasst auch das Azure Cost Management mit einer Vielzahl an Funktionen zur Kostenanalyse und -kontrolle. So können Budgets voreingestellt und Alerts bei Schwellenwerten eingerichtet werden. Auf diese Weise liefert das Azure Cost Management einen guten Kostenüberblick und zeigt Einsparpotenziale. Eine kontinuierliche Kostenkontrolle führt zu berechenbaren Nutzungskosten, sogar im laufenden Betrieb. Erfahrungsgemäß lassen sich die Gesamtkosten mit Azure Cost Management um 20 bis 34 Prozent reduzieren.
Tipp 6: Azure Advisor nutzen Mit dem Azure Advisor liefert Microsoft eine Recommendation-Engine, mit deren Hilfe die Bereitstellung von Azure-Ressourcen optimiert werden kann. Individuelle Empfehlungen zeigen konkrete Einsparpotentiale auf. Darüber hinaus bewertet der integrierte Advisor Score auf Wunsch den Optimierungsgrad der Ressourcen-Auslastung und liefert ein Ergebnis, das als Grundlage für gezielte Sparmaßnahmen dienen kann.
Mit Azure-Bordmitteln effektiv Kosten sparen
Azure enthält zahlreiche Tools und Stellschrauben, um Kosten zu sparen – man muss sie nur kennen und anwenden können. Einige der Optionen bringen langfristige und kontinuierliche Erfolge, im Zusammenspiel kann der Einspareffekt erheblich sein.
Im Rahmen von Transitionen setzen wir für unsere Kunden die Systeme häufig in der Azure Cloud auf. Als Managed Service betreiben wir das System- und Plattform-Management für den Kunden und überführen es in den Regelbetrieb bei Adacor, damit die potenziellen Kostenvorteile dem Kunden vollständig zugutekommen. Darüber hinaus implementieren wir ein Monitoring der Systeme, um die Reaktion durch den Adacor Service Desk auf Incidents sicherstellen zu können.
Bei einer Cloud-Migration ist es auf jeden Fall empfehlenswert, schon im Vorfeld akribisch zu planen, um unerwarteten Kosten einen Riegel vorzuschieben. Nach dem Übergang in die Cloud gilt es dann, die geplanten und tatsächlichen Kosten regelmäßig abzugleichen und bei Bedarf gegenzusteuern.
* Über den Autor Stephan Flöther ist Senior Consultant Cloud bei Adacor und bietet weitreichende Erfahrung in der Konzeption, Planung und Realisierung großer Infrastruktur Lösungen sowie Transition von On-Premises-Lösungen in Cloud-Technologie.