Schon der Handywechsel kann Probleme machen

Wenn im Smart Home der Ofen kalt bleibt

| Redakteur: Elke Witmer-Goßner

Langfristig können nur branchenübergreifende Lösungen Sicherheit, Kompatibilität und effektive Abläufe in vernetzten Eigenheimen gewährleisten.
Langfristig können nur branchenübergreifende Lösungen Sicherheit, Kompatibilität und effektive Abläufe in vernetzten Eigenheimen gewährleisten. (© Brian Jackson - Fotolia.com)

Das vernetzte Eigenheim erreicht durch kostengünstige Einsteigersysteme, neue Übertragungstechnologien und den Siegeszug von Smartphones und Tablets zunehmend den Massenmarkt. Dabei gibt es oft unterschätzte Fallstricke bei der Einrichtung des persönlichen Smart Home.

Dr. Bettina Horster, Direktorin Mobile im eco-Verband der deutschen Internetwirtschaft e. V. und Vorstand der VIVAI Software AG, erklärt: „In vernetzten Eigenheimen treffen Telekommunikation auf Haushaltsgeräte und deren Steuerungen aufeinander. Ein echtes Spannungsfeld, denn die Laufzeiten und Lebenszyklen – etwa von Smartphone und Heizung – unterscheiden sich massiv. Während Smartphones und Tablets oft schon nach zwei bis drei Jahren nicht mehr mit Updates versorgt werden, sind Heizungsanlagen auf eine Betriebsdauer von mehreren Jahrzehnten ausgelegt.“ Daher kann der Wechsel zu einem neuen Mobilgerät allein aufgrund fehlender Kompatibilität und mangelnder Updates schnell zu deutlichen Problemen führen.

Keine Kostenfallen zulassen

Aus Sicht von Dr. Horster sind IT- und Telekommunikationsdienstleister, Strom- und Heizungsanbieter, sowie Haushaltsgerätehersteller gleichermaßen gefragt: Sie müssen sich gemeinsam an die längeren Laufzeiten anpassen sowie ihren Kunden langfristigen Support, regelmäßige Updates und umfassende Garantien bieten. Die Expertin ist überzeugt: „Verbraucher müssen sich darüber im Klaren sein, dass auch eine vermeintlich komfortable Heimsteuerung langfristig Kosten und Mühen verursacht. Im Rahmen des Verbraucherschutzes muss aber seitens der Hersteller gewährleistet werden, dass innovative Smart Home Lösungen nicht zu Kostenfallen mutieren.“

Auch eine gemeinsam entwickelte Plattform würde die Kommunikation aller involvierten Geräte im Smart Home vereinfachen und um ein Vielfaches flexibler gestalten. Heizung, Home Entertainment, Beleuchtung etc. könnten so jederzeit mit dem persönlichen Tablet oder Smartphone gesteuert werden – ohne Abstriche in puncto Funktionalität und Sicherheit machen zu müssen. Über Schnittstellen und Apps hätten Nutzer zudem jederzeit die Möglichkeit, ihr Smart Home bedarfsgerecht um weitere Anwendungen und Geräte zu erweitern.

Der Schlüssel zum Erfolg

Laut Dr. Horster ist die Steuerung über mobile Endgeräte wie Smartphones und Tablets der Schlüssel zum Erfolg der vernetzten Eigenheime. Als ständige Begleiter ermöglichen sie es, das smarte Zuhause bequem und von überall aus zu steuern. Branchenübergreifende Lösungen würden garantieren, dass auch ein neues Smartphone oder Tablet als Universalfernbedienung reibungslos in die bestehende Infrastruktur integriert werden könnte. „Für Millionen Deutsche gehören Smartphones, Tablets und unzählige praktische Apps längst zum Alltag. Die Erweiterung des Smart Home muss in Zukunft so einfach, individuell und zuverlässig sein wie das Installieren einer neuen App“, so die eco-Expertin.

Im Rahmen der Mobile Business Fachmesse M-Days in Frankfurt am Main stellt Dr. Horster am 13. Mai um 10:30 Uhr im Vortrag „M2M – vom Hypertrend zum Geschäftsmodell“ aktuelle Smart Home und M2M Trends vor.

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