Hinter dem Begriff Cloud Readiness verbirgt sich die Frage, ob ein Unternehmen reif für einen Wechsel von der herkömmlichen IT-Infrastruktur in die Datenwolke ist. Denn dafür müssen mehr Faktoren erfüllt sein als nur der Einkauf von Cloud-Diensten.
Dem Weg in die Cloud sollte eine sorgfältige Soll-Ist-Analyse vorausgehen. Ein Cloud Readiness Check ist ein probates Mittel, um bereits im Vorfeld wichtige Punkte für eine erfolgreiche Migration in die Cloud abzufragen.
Selbst heute gibt es noch einige Entscheider in Unternehmen, die einem Umzug in die Cloud skeptisch gegenüberstehen. Ursachen für diese Haltung sind häufig ein gewisses Misstrauen und eine allgemeine Unsicherheit. Dies betrifft hauptsächlich die Themenbereiche Datenschutz und Datensicherheit, berührt aber auch Aspekte wie die Leistungsstärke und Zuverlässigkeit angebotener Cloud Services. Wenn die Expertise fehlt, siegt am Ende der Zweifel und rückt die Cloud Readiness in weite Ferne.
Technologie allein reicht für die Cloud Readiness nicht aus
Für einen optimalen Start in eine nachhaltige und erfolgreiche IT-Transformation benötigen Unternehmen eine gute Vorbereitung und sorgfältige Planung. Denn der Erfolg stellt sich nicht automatisch ein und nicht jedes Konzept eignet sich gleichermaßen. Vor allem reicht es nicht aus, sich einfach nur die Technologie von Cloud-Diensten einzukaufen und „dann mal zu schauen, wie es läuft“. Um festzustellen, wie gut oder schlecht es mit der Cloud Readiness bestellt ist, sollte zunächst der Ist-Zustand im Unternehmen untersucht und festgehalten werden. Dabei ist selbstverständlich der aktuelle technische Stand der IT-Infrastruktur zu überprüfen, ebenso die Netzwerkarchitektur. Auch nebensächlich erscheinende Faktoren müssen dabei ins Auge gefasst werden, darunter etwa die Qualität und Schnelligkeit der vorhandenen Internetzugänge.
Mangelhaftes Wissen in den Unternehmen
In vielen Unternehmen ist zu beobachten, dass Entscheider falsche Vorstellungen von Cloud-Diensten haben oder auch den Umfang möglicher Leistungen gar nicht kennen. Hier ist Aufklärungsarbeit durch Experten gefragt. Dazu zählt auch, Schritt für Schritt die Erwartungen an die Cloud und die Provider auszuloten. Letztendlich kann der Umstieg nur dann erfolgreich verlaufen, wenn alle Voraussetzungen für die Einführung erfüllt sind und der finale Nutzen den Erwartungen entspricht.
Cloud-Ziele klar definiert
Nach der Analyse des Status-quo sollten im nächsten Schritt die Ziele definiert werden, die ein Unternehmen mit dem Wechsel in die Cloud erreichen will. Das darf jedoch nicht allein eine Angelegenheit der Geschäftsführung sein, sondern muss unter Einbeziehung der für die IT relevanten Abteilungen und Teams geschehen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass eine Schatten-IT aufgebaut und das Ziel verfehlt wird.
Die wichtigsten Ziele, die mit einer Implementierung von Cloud-Diensten erreicht werden sollen, werden von beteiligten IT-Fachleuten wie folgt benannt:
die Möglichkeit des mobilen Zugangs zu allen Applikationen und Plattformen;
die Möglichkeit des mobilen Zugangs zu sämtlichen relevanten Unternehmensdaten und Informationen;
eine Steigerung der Flexibilität;
eine Steigerung der Effizienz von Geschäftsprozessen im Arbeitsalltag;
die Möglichkeit kurzfristiger Implementierung neuer Abläufe und Prozesse;
eine Verbesserung von Datensicherheit und Datenschutz;
eine Reduzierung der Kosten für die IT-Infrastruktur.
An Hand dieses Forderungskataloges lässt sich nicht nur eine Priorisierung der einzelnen Aspekte durchführen, sondern auch überprüfen, inwieweit sich die realen Angebote der Cloud-Anbieter mit den Erwartungen eines Unternehmens decken.
Die individuellen Gegebenheiten und Anforderungen eines Unternehmens sollten bei diesem Prozess aber nicht verdrängt werden. Nicht jeder einzelne Ablauf muss eine Anpassung an die Cloud nach sich ziehen, sondern kann eventuell so bleiben, wie er ist. Das Bewusstsein hierfür ist durchaus ein wichtiger Faktor für die Frage, ob ein Unternehmen tatsächlich reif für die Cloud ist.
Fünf Faktoren für die Standortbestimmung
Für die Definition der Ziele ist nicht nur die oben erwähnte Analyse des Ist-Zustandes von Bedeutung. Es gilt auch, eine allgemeine Standortbestimmung durchzuführen, bevor die flächendeckende Einführung von Cloud-Diensten in Angriff genommen wird. Unternehmen, die vielleicht schon einzelne Lösungen im SaaS-Bereich wie Office 365 nutzen, haben damit bereits einen Schritt auf dem Weg zur Cloud Readiness zurückgelegt.
Die Standortbestimmung dient auch als Grundlage für eine Beurteilung vorhandener Stärken und Schwächen sowie zur Ableitung von Handlungsempfehlungen. Dabei sind vor allem die fünf Kriterien Strategie, Netzwerk-Architektur und -Technik, Organisation, Compliance und User Experience zu berücksichtigen.
Strategie
Um die Strategie festzulegen, müssen verschiedene Fragen beantwortet werden. Dazu zählen beispielsweise Überlegungen, welchen Mehrwert ein Unternehmen vom Umstieg auf Cloud-Dienste erwartet und wie diese Überlegungen am besten kommuniziert werden. Eine weitere Frage ist, wie die Cloud Services genutzt und welche Rahmenbedingungen dafür vorgegeben werden sollen. Schließlich ist noch zu klären, ob es eine klare und deutliche Perspektive für die Cloud-Nutzung gibt.
Netzwerk-Architektur und -Technik
Die vorhandene IT-Infrastruktur ist darauf zu prüfen, ob die technischen Voraussetzungen für die Einführung von Cloud Services gegeben sind und wie weit eventuell nachgerüstet werden muss. Reicht die Bandbreite aus, die benötigt wird? Sind die möglichen Szenarien für die Cloud-Migration bekannt - Stichwort „5 Rs“: Rehost, Refactor, Revise, Rebuild und Replace? Kann die Umsetzung der Szenarien verifiziert werden? Ist ein Prüfschema vorhanden, um Standards festzulegen und gesammelte Erfahrungen abzuspeichern?
Stand: 08.12.2025
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Organisation
Vor einem Wechsel in die Wolke muss den Verantwortlichen klar sein, dass Cloud Services sich in zahlreichen Punkten von der traditionellen und gewohnten IT unterscheiden. Auch die diversen Prozesse und Rollen von Cloud-Lösungen weichen stark von den althergebrachten ab.
Deshalb müssen sich Entscheider damit beschäftigen, wie Prozesse und Rollen neu definiert werden, welche Skills und Qualifikationen bereits vorhanden sind und welche nicht. Wie weit sind die Planungen gediehen, die Skills und Qualifikationen bei den Mitarbeitenden aufzubauen? Auf welche Weise werden die Cloud Services den einzelnen Teams und Fachbereichen bereitgestellt? Wie sieht die Verteilung der Kostenstellen aus? Schließlich ist auch noch zu klären, wer für den Betrieb der Cloud-Lösung zuständig sein soll. Bleibt die Verantwortung dafür im eigenen Haus oder wird auf einen externen Dienstleister zurückgegriffen?
Compliance
Ein sehr wichtiges und brisantes Thema ist der Bereich Datenschutz und IT Security, denn in der Regel werden auch hochsensible Unternehmensdaten in die Cloud ausgelagert. Welche Anforderungen müssen erfüllt werden, um die Sicherheit gewährleisten zu können? Wie können die potenziellen Risiken der Nutzung von Cloud Services minimiert werden? Außerdem muss den Verantwortlichen klar sein, dass nicht alle Lizenzen in der Cloud verwendet werden dürfen.
User Experience
Unter diesem Punkt ist zu klären, wie die einzelnen Fachabteilungen eingebunden und die Self Services der Cloud an sie weitergegeben werden können? Zudem sind Regularien für Feedbacks zu definieren, um die gesammelten Erfahrungen festzuhalten und die Nutzung der Cloud fortlaufend zu optimieren.
Fazit
Der Zustand der Cloud Readiness dürfte von Unternehmen zu Unternehmen sehr verschieden ausfallen. Deshalb gibt es auch keine Standardlösung, wie der richtige Weg dahin auszusehen hat. Es dürfte aber klar geworden sein, dass ohne gründliche Überlegung und Planung keine befriedigende Lösung zu erreichen ist. Deshalb könnte man auch in Anlehnung an Friedrich Schiller sagen: „Drum prüfe, wer sich wolkig bindet, ob er auch das Richtige findet.“
Microservices, Cloud Native, REST API , Kubernetes & Co.: Cloud Computing Wiki
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