Supply Chain Sustainability Warum die nachhaltige Beschaffung für Unternehmen immer wichtiger wird

Ein Gastbeitrag von Maria Truong*

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Lag der Unternehmensfokus früher stark bei Profit und Gewinnmaximierung, so sind es mittlerweile mehr als nur wirtschaftliche Aspekte, die Unternehmen erfolgreich machen. Obwohl es gesetzlich meist noch nicht zwingend vorgeschrieben ist, integrieren zahlreiche Unternehmen bereits heute Sozial- und Umweltbelange in ihre unternehmerische Tätigkeit.

Nachhaltigkeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette rechnet sich auch auf wirtschaftlicher Ebene.
Nachhaltigkeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette rechnet sich auch auf wirtschaftlicher Ebene.
(Bild: metamorworks - stock.adobe.com )

Eine Vielzahl an Unternehmen weitet ihre Selbstverpflichtung zu einer verantwortungsvollen Unternehmensführung gar bereits auf ihre gesamte Wertschöpfungskette aus. Effiziente Lieferketten sind nicht nur ressourcenschonend, sondern auch agil und transparent – und vor allem digitalisiert. Und auch aus wirtschaftlicher Perspektive macht ein nachhaltiger Einkaufsprozess Sinn.

Im Jahr 1970 behauptete der US-amerikanische Wirtschaftswissenschaftler Milton Friedmann, dass die einzige soziale Verantwortung, die Unternehmen tragen, die Gewinnmaximierung sei. Knapp 50 Jahre später steht sein berühmtes Zitat „The business of business is business“ in Widerspruch zur aktuell beobachtbaren Entwicklung. Stattdessen wird das Leitbild von Unternehmen immer wichtiger – auch, um wirtschaftlich bestehen zu können.

Auch das Konzept der Corporate Social Responsibility (CSR), also der gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen, gewinnt zunehmend an Wichtigkeit. In den letzten Jahren haben sich bereits etliche Unternehmen zum Ziel gesetzt, ihre Unternehmenstätigkeit nachhaltiger zu gestalten – Tendenz steigend. Der Trend geht hin zu noch mehr sozialer Verantwortung. Einige Unternehmen gehen nämlich bereits einen Schritt weiter und integrieren das Thema Nachhaltigkeit in ihre gesamte Wertschöpfungskette. Das bedeutet, dass auch Lieferanten oder Tochtergesellschaften neuen Vorgaben folgen müssen.

Wer glaubt, dass die Ausweitung auf die gesamte Supply Chain in keinem Verhältnis zum Aufwand steht, irrt: für viele Unternehmen rechnet sich der Umstieg auch auf wirtschaftlicher Ebene.

Vorteile einer nachhaltigen Beschaffung

Beim Stichwort Nachhaltigkeit denkt man oft an die Umwelt und dies trifft auch beim Thema Beschaffung zu. Denn ein vollständig nachhaltiger Beschaffungsprozess steigert die Effizienz, reduziert Ressourcen und erspart Unternehmen unter anderem verschiedenste Umweltrisiken. Doch das sind bei weitem nicht alle Vorteile, die zukunftsorientiertes Lieferkettenmanagement mit sich bringt. Blickt man auf die soziale Ebene, können Unternehmen somit die öffentliche Wahrnehmung erheblich steigern.

Einer der wichtigsten Gründe für den Umstieg zu einer ressourcenschonenden Lieferkette ist außerdem die Einhaltung von immer mehr werdenden Rechtsvorschriften und internationalen Grundsätzen. In einigen Ländern gibt es bereits Gesetze zur Einhaltung von gewissen Vorschriften im Beschaffungsbereich. Und auch wirtschaftliche Bedenken sind unbegründet. Eine Großzahl an Unternehmen, die sich aufgrund gesellschaftlicher Entwicklungen oder Erwartungen und befürchtetem Reputationsverlust für nachhaltige Beschaffung entschieden haben, erkennen heute die wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Vorteile, die ein Umstieg mit sich bringt. Beispielsweise profitieren Unternehmen durch die Verwirklichung von Effizienzgewinnen, der Förderung des guten Rufes des Unternehmens sowie der Herstellung innovativer aber vor allem nachhaltiger Produkte.

Agil, transparent, digital

Die langfristige Schonung von Ressourcen und Effizienzsteigerung ist allerdings nicht der einzige Aspekt, worauf Unternehmen bei ihrer Supply Chain Wert legen. Immer wichtiger wird auch die Agilität der Lieferkette. Das bedeutet, dass Unternehmen flexibel auf Veränderungen reagieren können, um so Neuerungen und Trends am Markt frühzeitig zu erkennen, Innovationspotenzial ausfindig zu machen und schlussendlich zum eigenen Vorteil zu nutzen.

Um eine nachvollziehbare Kommunikation sowie schnelle Reaktionen aller Beteiligten zu garantieren, sollte eine agile Lieferkette vollständig digitalisiert und weitestgehend transparent sein. Dadurch sind detaillierte Einblicke in den gesamten Lieferprozess möglich, was die Effektivität innerhalb und außerhalb des Unternehmens erheblich steigert. Die neuen – hochgradig cloud-basierten – technischen Funktionalitäten ermöglichen Datenanalysen sowie Datenaustausch in Echtzeit entlang der gesamten Supply Chain.

Umso transparenter eine Lieferkette gestaltet ist, desto schneller und besser kann Wandel umgesetzt werden. Digitalisierung unterstützt in diesem Zusammenhang offene Kommunikationskultur innerhalb des Unternehmens aber vor allem nach außen in das Netzwerk. Nur wenn die Kommunikationswege im eigenen Unternehmen gezielt und effizient ablaufen, kann dies auch auf die gesamte Wertschöpfungskette übertragen werden.

In vier Schritten zur nachhaltigen Beschaffung

Wenngleich für Unternehmen zum Schluss immer auch der Umsatz entscheidend ist, sollten stets auch die Auswirkungen auf die operative und ökologische Performance mitberücksichtigt werden. Zudem ist im Prozess zu mehr Nachhaltigkeit in der Beschaffung für Unternehmen oftmals die Zusammenarbeit mit ethischen und innovativen Lieferanten hilfreich. Da diese ebenfalls aktiv Veränderung vorantreiben, wird es als Unternehmen einfacher, sich daran zu beteiligen.

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Den Prozess zu mehr Nachhaltigkeit hat das Global Compact Office der Vereinten Nationen übrigens 2010 in vier Schritten zusammengefasst. Im ersten Schritt steht die Selbstverpflichtung im Fokus, es werden Visionen, Erwartungen und Ziele formuliert. Schritt zwei bewertet und ermittelt den notwendigen Aufwand, in Schritt drei folgt dann die Festlegung und Umsetzung. Zum Schluss findet dann sowohl das Messen als auch die Kommunikation der erreichten Leistungen statt.

Wenngleich der Prozess in der Praxis oftmals anders ablaufen mag, bieten diese vier Schritte sicherlich eine gute Orientierung über die Inhalte, mit denen sich Organisationen in diesem Zusammenhang beschäftigen müssen. Auf dem Weg zu einer vollständig nachhaltigen Lieferkette kann es allerdings durchaus hilfreich sein, auf den externen Erfahrungsschatz von Beratungsunternehmen wie beispielsweise CNT Management Consulting zurückzugreifen.

Über die Autorin*
Die Österreicherin Maria Truong studierte Betriebswirtschaft und Informationsmanagement an der FH Salzburg und startete ihre SAP-Karriere als Inhouse-Logistik Beraterin in Salzburg. Nach 11 Jahren in internationalen Projekten in den SAP-Bereichen Logistik und Datenmanagement übernahm sie 2018 die Standortleitung der CNT Management Consulting in Mainz.

Bildquelle: CNT Management Consulting GmbH

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