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Bei schwindendem Informationswert von Daten sollte eine Kostenkompression stattfinden Von der Information Governance zur Informationsökonomie

| Autor / Redakteur: Deidre Paknad / Rainer Graefen

Viele Organisationen erkennen intuitiv die qualitativen Vorteile einer besseren Informationsverwaltung, aber sie haben Schwierigkeiten, diese Vorteile auch zu quantifizieren oder ihre Organisationen vorausschauend dahingehend zu präparieren.

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Das IGRM verknüpft Informationen mit Zuständigkeiten und Wert, um so für ein effizientes Management zu sorgen.
Das IGRM verknüpft Informationen mit Zuständigkeiten und Wert, um so für ein effizientes Management zu sorgen.
(Grafik: CGOC)

Gegenwärtig vollzieht sich bei einer Reihe von Konzernen der Schritt von der reinen Information Governance hin zu einer Informationsökonomie. Letztere beinhaltet viele Governance-Konzepte, setzt aber darüber hinaus einen Schwerpunkt auf die Ökonomie von Informationen - also deren Wert und Kosten. Der Begriff Informationsöknomie ist dabei aus mehreren Gründen geeignet: Er verweist auf das Verständnis und die Extraktion von Wert, das Wissen und die Kontrolle der Kosten und am wichtigsten die Harmonisierung von Kosten und Wert; eine praktizierte Informationsökonomie kann die Gewinnmarge von Informationen verbessern.

Das ist genauso herausfordernd wie wichtig, weil der Wert von Information über die Zeit hinweg abnimmt, ihre Kosten jedoch konstant bleiben und das Informationsrisiko wächst. Diese zunehmende Kluft zwischen dem Wert und den Kosten sowie dem Risiko der Information sorgen für einen negativen Effekt auf die Wirtschaftlichkeit jeder Organisation, denn die Kosten und das Risiko der Information überschreiten so ihren Wert.

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Manche Daten verlieren ihren Wert schneller als andere

Bestimmte Informationstypen behalten oder verlieren ihren Wert dabei schneller als andere. Zudem variiert der Gesamtwert von Informationen auch nach Branche. Zum Beispiel beschränkt sich die Spanne, in der Produktentwicklungsinformationen werthaltig sind, auf die Phase der Forschungs- und Entwicklungszyklen, in denen man ein Produkt erfindet und auf den Markt bringt.

Im schnelllebigen Consumer-Elektronics-Segment, in dem ein neues Modell alle zehn Monate auf den Markt kommt und Konsumenten ihre Geräte dementsprechend austauschen, sind sechs Jahre alte Produktdesigninformationen von geringem Wert, da sie schon lange veraltet sind und kaum mehr die Quelle von Innovationen sein können. Andererseits sind bei den 30-jährigen Zyklen der Flugindustrie und ihrem sehr langsamen Umsatzverhalten sechs Jahre alte Produktdaten durchaus von Wert für das Geschäft. Auch die Regulatoren werden sich noch für solche Daten interessieren.

In beiden Beispielen wird die Dauer, in der Backoffice-Informationen von Wert sind, vergleichbar sein. In vielen Geschäftsfunktionen und Branchen verlangen Regulatoren und Regierungsbehörden von Unternehmen, Daten noch zu behalten, nachdem sie ihren Wert verloren haben. Tatsächlich läuft solche Gesetzgebung den Interessen von Unternehmen zuwider und zwingt sie dementsprechend zu handeln, um so zu gewährleisten, dass Informationen, die Unternehmen unter anderen Umständen entsorgen könnten, für Ermittlungen oder Gerichtsverfahren zur Verfügung stehen.

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