3. Google Cloud Summit 2019 in München

„Veränderung erreichen wir nur, wenn wir etwas verändern!“

| Autor: Elke Witmer-Goßner

Komplett ausverkauft war der dritte Google Cloud Summit, der mehrere tausend Teilnehmer nach München lockte.
Komplett ausverkauft war der dritte Google Cloud Summit, der mehrere tausend Teilnehmer nach München lockte. (Bild: © Fabian Vogl/Google LLC)

Die Google Cloud steht heute für „Sicherheit, Kontinuität und Innovation“. Mit diesem Credo eröffnete DACH-Chefin Annette Maier den dritten Google Cloud Summit in München, mit mehr als 2.000 Teilnehmern Googles größter Kunden- und Partnerevent in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Das Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt „die“ Antwort zu sein auf die digitalen Herausforderungen der Unternehmen, die ihre IT vorrangig in Hybrid- und Multi-Cloud-Umgebungen installieren. Um welche Herausforderungen es sich handelt, untermauerte Maier mit kürzlich veröffentlichten Zahlen von Gartner und IDC. Demnach werden bis zum Jahr 2021 über 75 Prozent aller Mittelständler und Großunternehmer eine Multi-Cloud- und bzw. oder Hybrid-IT-Strategie verfolgen und bis spätestens 2022 sollen Public-Cloud-Services für 90 Prozent aller Geschäftsinnovationen unerlässlich sein. Gleichzeitig soll bis 2023 die Summe der Daten weltweit voraussichtlich um das Fünffache ihrer derzeitigen Größe anwachsen.

„Cloud ist für jedes Unternehmen der wichtigste Baustein für eine zukunftsgerichtete Digitalstrategie. Erst die Infrastruktur der Cloud eröffnet die Möglichkeit, aktuellste Technologien wie KI und ML einzusetzen und wettbewerbsfähig zu bleiben“, betonte Annette Maier, Managing Director Google Cloud DACH. Sichere und auf die zukünftige Entwicklung vorbereitete Google-Cloud-Services sollen diesen Prozess durchgehend unterstützen. Künstliche Intelligenz und Machine Learning stehen dabei als wichtigste Technologiefeatures im Vordergrund. Digitale Transformation, erklärte Googles CIO Ben Fried, bedeute schlicht und einfach: Modernisierung der Technik, damit Unternehmen ihre Produkte, Kundenbeziehungen und die Zusammenarbeit der Teams optimieren können. Dass Google hier kräftig in seine Kunden investiere, zeigten die mehr als 130 aktuellen Updates für die Plattform und neue Services zu Sicherheit, Infrastruktur, Anwendungen, Data Management, Smart Analytics und AI sowie Produktivität und Zusammenarbeit, so Fried.

Von SAP zu Google Cloud: Robert Enslin gab sich erstmals beim Summit 2019 die Ehre.
Von SAP zu Google Cloud: Robert Enslin gab sich erstmals beim Summit 2019 die Ehre. (Bild: © Fabian Vogl/Google LLC)

Robert Enslin, seit April dieses Jahres President Global Customer Operations, skizzierte die Google Cloud Vision als Zusammenspiel der globalen, skalierbaren verteilten Infrastruktur, digitaler Transformationsplattform und Lösungen für die digitale Transformation der Industrie. Am wichtigsten für Unternehmen sei aber die Modernisierung ihrer Infrastruktur, um die „richtige“ hybride Umgebung zu haben, aufgebaut auf Open Source mit software-basiertem Stack und verteilter Infrastruktur. Am besten geeignet hierfür sei natürlich das hybride Betriebs-Framework „Anthos“, das auf der diesjährigen Google Cloud Next vorgestellt wurde. „So etwas hat es noch nicht gegeben“, sagte Enslin. „Einmal geschrieben, läuft überall“, was heißt: eine Plattform mit einheitlichem Stack, auf der Kunden ihre Anwendungen unverändert auf eigenen Servern oder in fremden Rechenzentren als Cloud-Service laufen lassen und über eine einheitliche Managementoberfläche auch übersichtlich verwalten können. Für Unternehmen sei Anthos das „intelligent enterprise framework“, um erfolgreich zu transformieren: „Je schneller der Switch gelingt, desto schneller wird man profitieren.“

Veränderungswille und Flexibilität

Neben Entwicklern, Experten und Entscheidungsträgern präsentierten auch zahlreiche Neukunden, wie ARD Online, MediaMarktSaturn, die Deutsche Börse und das Institut für Robotik und Mechatronik des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), ihren Weg der Digitalisierung mit Hilfe von Google Cloud. So war es beispielsweise für die ARD, als Schwergewicht der internationalen Fernsehbranche und einer der größten öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten der Welt, ihr mediales Angebot an den sich verändernden TV- und Radiokonsum anzupassen. So hat sich ARD Online für eine agile Kubernetes-Infrastruktur auf Google Cloud entschieden, um damit schneller und durch sein so modernisiertes Online-Angebot näher am Kunden zu agieren. Die Google Cloud, so Malte Blumberg, der bei der ARD die Entwicklung leitet, sei es möglich gewesen, eine gemeinsame Plattform für die Mediathek aller ARD-Sendeanstalten aufzubauen, die einfach und hoch-skalierbar von verteilten Teams eingerichtet und gepflegt werden kann. Die schnelle Umsetzung habe vor allem die Mitarbeiter sehr ermutigt: „Wir trauen uns jetzt mehr“, sagte Blumberg und verwies auf die nächsten Projekte, die bald umgesetzt werden: Audiothek für die Radiobeiträge, Tagesschau, Sportschau und Kinderkanal.

Das Thema „Veränderung“ stand auch bei MediaMarktSaturn ganz oben. „Wenn sich der Kunde verändert, muss sich auch die Technologie beim Anbieter verändern“, sagte Managing Director Dr. Johannes Wechsler. Da dürfe man dann auch nicht zu klein anfangen, damit man gleich das volle Potenzial ausschöpfen könne. Wechsler schätzt an der Google Cloud insbesondere, dass „alte“ Backbones wie SAP auch weiter erhalten werden können. Das sei für viele Mitarbeiter eine große Erleichterung. Und dass eine moderne IT mit effektiven Arbeitsabläufen auch dazu beitragen kann, die eigene Attraktivität zu erhöhen, konnte man beim mittelständischen Druckmaschinenhersteller Koenig & Bauer feststellen: „Die Arbeitsplatzmodernisierung mit Google G Suite locke tatsächlich neue Mitarbeiter ins Unternehmen“, erzählte CIO Jürgen Tuffentsammer, die Zahl der Initiativbewerbungen habe jedenfalls deutlich zugenommen.

Am Institut für Robotik und Mechatronik des DLR setzen Forscher auf Google Compute Engine (GCE), um die rechenintensiven Methoden des Deep Reinforcement Learning für ihre Humanoiden Roboter anzuwenden. Dabei lernt der Roboter in einer simulierten Welt mit Hilfe neuronaler Netze selbstständig durch Versuch und Irrtum komplexe Aufgaben zu bewältigen und das Erlernte dann in der realen Welt einzusetzen. Mit der skalierbaren Google Cloud stellen die rechenintensiven Lernaufgaben wie das geschickte Greifen und Benutzen von Gegenständen mit den Roboter-Händen keine Kapazitätsprobleme mehr dar.

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