Seit Ende letzten Jahres ist die Übernahme von VMware durch Broadcom beschlossene Sache. Inzwischen zeigen sich auch die damit verbundenen Umwälzungen: Mehr als 1.200 VMware-Mitarbeitende werden arbeitslos, hinzu kommen haufenweise Änderung bei Produkten, Lizenzierung und Partnern.
Broadcom hat VMware geschluckt und für viele Anwender wird es in Sachen Lizenzen und Produkten ganz dunkel.
Eine so große Übernahme wie die des Softwarekonzerns VMware durch einen der weltweit größten Anbieter von integrierten Schaltkreisen für Netzwerkanwendungen, Broadcom, wirbelt natürlich einiges in der IT-Welt durcheinander. Das mussten Anfang des Jahres bereits 1.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von VMware erfahren, die ihren Arbeitsplatz verloren. Broadcom ist bekannt dafür, nach großen Übernahmen auch große Teile der Belegschaft zu entlassen. Bei CA-Technologies waren 2018 fast 40 Prozent der Mitarbeiter betroffen und auch die Übernahme der Geschäftskundensparte von Symantec ging nicht ganz reibungslos über die Bühne.
VMware hat bereits angekündigt, bis zu 800 weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu entlassen. Experten gehen derzeit aber davon aus, dass die Kunden von VMware nicht unter der reduzierten Personaldecke leiden werden. Viel schwerwiegender für die Kunden sind die neuen Produkte und die Änderung der Produkt- und Lizenzpolitik.
VMware-Lizenzen künftig stärker auf Subscription ausgerichtet
Die VMware-Lizenzen werden in Zukunft sehr viel stärker auf Subscription, also ein Abonnement-Modell, ausgerichtet sein. Dauerlizenzen für VMware-Produkte wird es nicht mehr geben. Gleichzeitig will Broadcom aber auch die Preise senken, teilweise halbieren. Die Subscriptions sollen eine Laufzeit von einem bis fünf Jahren haben.
Hinzu kommt, dass Partnerverträge gekündigt wurden und ein hoher Informationsbedarf bei den Kunden besteht, da VMware-Produkte oft sehr eng in Unternehmen integriert sind. Broadcom plant in Zukunft deutlich weniger Produkte anzubieten und will wohl weit über 50 Produkte einstellen oder komplett ändern. VMware schreibt dazu: „Alle Lizenzierungsoptionen, einschließlich Perpetual, Support & Subscription (SnS), SaaS/Hosted und Subscription, sowie alle Editionen, Suites und Preismetriken der einzelnen Produkte sind von dieser Ankündigung betroffen, sofern nicht anders angegeben. Diese Produkte stehen nicht mehr zum Kauf zur Verfügung.“
VMware Cloud Foundation und VMware vSphere Foundation
Im Fokus der Produktpolitik stehen vor allem die beiden neuen Hauptangebote VMware Cloud Foundation und VMware vSphere Foundation. Damit einher geht eine deutliche Vereinfachung der Lizenzierung. Kunden, die bisher auf Dauerlizenzen gesetzt haben, müssen daher umdenken.
VMware Cloud Foundation ist das neue Flaggschiff für hybride Clouds. Der Preis wird halbiert und der Support verbessert. Die Produktsuite umfasst vSphere, TKG, vCenter, vSAN (1 TiB/Core), NSX Networking, HCX, AON, Aria Suite Enterprise, SDDC Manager, Select Support und SRE. Die Lösung eignet sich für hybride Cloud-Lösungen in großen und mittelständischen Unternehmen. VMware Cloud Foundation kostet rund 350 US-Dollar pro Core.
Kleine und mittelständische Kunden sollen künftig auf VMware vSphere Foundation setzen. Dazu gehören vSphere, TKG, vCenter, vSAN (100 GiB/Core) und Aria Suite Standard. Diese Sammlung richtet sich an mittlere und kleine Unternehmen, die mit VMware im Netzwerk virtualisieren wollen. Die Preise liegen bei etwa 135 US-Dollar pro Core. Laufende Verträge bleiben bis zum Ende bestehen, neue Verträge gibt es aber nur noch im Abonnement.
Kunden mit laufenden Verträgen müssen also erst aktiv werden, wenn diese auslaufen, Broadcom will hier keine Verträge kündigen oder im Nachhinein ändern. Einzellizenzen für vSphere, Aria oder NSX soll es auf Dauer nicht mehr geben. Aber auch das lässt sich derzeit nicht mit Sicherheit sagen. Im Februar sollen neue Möglichkeiten geschaffen werden, wie Kunden VMware-Produkte unter den neuen Lizenzbedingungen erwerben können.
Das Produktportfolio soll um Storage-Lösungen, Disaster Recovery Services, Schutz vor Ransomware und weitere Services erweitert werden können. Hinzu kommen neue Produkte aus dem Bereich KI. Derzeit sind vSphere Standard und Essential Plus noch nicht von den Änderungen betroffen. Es ist jedoch davon auszugehen, dass es auch hier zu Änderungen kommen wird. Auch die Desktop-Produkte VMware Workstation, Fusion und VMware Player bleiben vorerst erhalten. Allerdings plant Broadcom hier wohl den Verkauf der entsprechenden Unternehmenssparte. Was mit dem VMware Hypervisor/ESXi passiert, lässt sich derzeit nicht mit Sicherheit sagen, er wird wohl ähnlich wie Microsofts Hyper-V als eigenständiges Produkt verschwinden.
Stand: 08.12.2025
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Bestellchaos nicht unwahrscheinlich: Broadcom kündigt Distributoren
Viele Unternehmen haben derzeit Probleme, Produkte oder einzelne Lizenzen nachzubestellen, weil VMware seine Produkt- und Lizenzpolitik grundlegend geändert hat. Die Verlängerung und Aktivierung von Lizenzen ist seit Anfang Januar teilweise problematisch. Resellern von VMware-Produkten wurde zum 04. Februar 2024 gekündigt und die Bestellung neuer Lizenzen über OEMs ist derzeit ein schwieriges Unterfangen. Lenovo und HPE zum Beispiel waren bisher OEM-Lieferanten von VMware-Produkten, aber auch sie haben die Kündigung erhalten. Gleiches gilt für die meisten anderen OEM-Lieferanten.
Derzeit wissen die Kunden also nicht genau, wie es mit der Geschäftsbeziehung zu VMware weitergeht, und auch Reseller können ihren Kunden keine verlässlichen Lizenzinformationen geben. Dies wäre für die Kunden angesichts der weitreichenden Veränderungen aber wichtig. Hinzu kommt die Kündigung der VMware Cloud Service Provider durch VMware zum Ende April 2024. Wie das neue VMware/Broadcom-Partnerprogramm aussehen wird, ist daher derzeit nicht mit Sicherheit zu sagen. Es ist jedoch davon auszugehen, dass Broadcom die 2.000 wichtigsten Kunden zukünftig selbst und ohne Partnerstruktur betreuen wird.
Angesichts der zu erwartenden Unzufriedenheit freuen sich Unternehmen wie Nutanix, Proxmox oder auch Microsoft bereits auf zahlreiche Kunden, die von VMware-Produkten wechseln werden, weil sie mit der aktuellen Situation nicht zufrieden sind. Dies wird aber vor allem kleinere Unternehmen betreffen. Bei großen Konzernen sind die Produkte oft so eng in die eigene Infrastruktur eingebunden, dass ein schneller Wechsel kaum möglich ist.
Welche Alternativen gibt es für VMware vSphere, NSX und andere Lösungen
Vermutlich werden angesichts der zahlreichen Probleme, die Kunden aktuell mit VMware/Broadcom haben, zahlreiche Unternehmen zu anderen Produkten wechseln – auch, wenn dies mitunter viel Arbeit bedeutet.
Bezüglich der Virtualisierung steht hier natürlich vor allem Microsoft Hyper-V ganz oben auf der Alternativen-Liste, das im Rahmen der Windows-Server-Lizenz sogar kostenlos beim Betriebssystem dabei ist. Auch Proxmox VE kann vor allem für kleine und mittlere Umgebungen eine wertvolle Alternative darstellen.
VMware NSX ist eine anerkannte Lösung im Bereich der Netzwerkvirtualisierung und Sicherheitsplattformen in Software-Defined Data Centers (SDDCs). Bei der Suche nach Alternativen bieten sich aber auch hier mehrere Optionen, die je nach Anforderungen und IT-Infrastruktur aber unterschiedlich gut geeignet sein können.
Eine Alternative ist Cisco ACI (Application Centric Infrastructure). Cisco ACI ist eine umfassende SDN-Lösung (Software-Defined Networking), die sich auf Anwendungsagilität und die Automatisierung von Rechenzentren konzentriert. Sie bietet eine enge Integration sowohl mit physischer als auch mit virtueller Infrastruktur und zielt darauf ab, die Netzwerkkomplexität zu verringern, während sie gleichzeitig eine hohe Skalierbarkeit und Performance sicherstellt.
Eine weitere Option ist OpenContrail (jetzt bekannt als Tungsten Fabric). Diese Open-Source-SDN-Lösung wird von der Linux Foundation unterstützt und bietet eine flexible und skalierbare Netzwerkvirtualisierung für Cloud- und NFV-Umgebungen (Network Functions Virtualization).
Nuage Networks von Nokia bietet zudem eine SDN-Lösung, die sich auf die Automatisierung und Orchestrierung in Multi-Cloud- und Hybrid-Cloud-Umgebungen konzentriert.
Nutanix bietet gleich eine ganze Palette an Produkten an, die als Alternativen für verschiedenen VMware-Lösungen dienen können. Im Zentrum steht Nutanix Acropolis AOS, eine hyperkonvergente Infrastrukturlösung (HCI), die eine integrierte Virtualisierungslösung bietet und als Alternative zu VMware vSphere fungiert. Es vereint Speicher, Netzwerk und Virtualisierung in einem einzigen System und unterstützt neben dem eigenen AHV-Hypervisor auch andere gängige Hypervisoren.
Die Nutanix-Plattform erweitert ihre Funktionalität durch Prism. Das Management-Tool ermöglicht eine umfassende Verwaltung und Automatisierung der Infrastruktur. Prism bietet eine zentrale Steuerung und einfache Automatisierung von täglichen IT-Aufgaben und dient damit als Alternative zu VMware vCenter.
Für Disaster Recovery und Business Continuity bietet Nutanix mit Xi Leap eine cloud-basierte Lösung, die eine Alternative zu VMware Site Recovery Manager (SRM) und vSphere Replication darstellt. Xi Leap ermöglicht eine einfache und effiziente Disaster-Recovery-Planung direkt aus der Nutanix-Managementkonsole.
Neben diesen Kernprodukten entwickelt Nutanix auch Lösungen im Bereich der Application Mobility und Database Management, die sich als Alternativen zu entsprechenden VMware-Produkten positionieren. Diese Angebote zielen darauf ab, die Migration von Anwendungen und Datenbanken zwischen verschiedenen Umgebungen zu vereinfachen und zu optimieren.