Mitarbeiterführung

Traumrolle „Chef“ – oder die Kunst des Vorgesetzten-Daseins

Seite: 2/3

Firma zum Thema

Die Zeiten sollten sich ändern und es kam eine Phase des unermüdlichen Verständnisses für alle und alles. Basisdemokratische Züge prägten das Verhältnis zwischen Vorgesetztem und Mitarbeitern. War es früher die Frage nach dem passenden Führungsstil, setzen wir uns heute verstärkt mit uns und der Situation auseinander. Hier können Chefinnen und Chefs viel von Schauspielern lernen, und zwar in Sachen Rollenfindung: Gute Schauspieler spielen nicht, sie leben. Auch in der Führung darf es nie darum gehen, nur etwas vorzuspielen. Vielmehr gilt es gerade als Vorgesetzter, echt und authentisch zu sein.

Deutliche Rollenidentifikation gefragt

Im Licht dieser stark vereinfachten Darstellung und im zeitlichen Raffer der Geschichte wird deutlich: Während die Anforderungsprofile früher knapper und klarer waren, sind heute differenzierte Bilder nicht nur statthaft, sondern entscheidend. Eine Führungskraft muss immer stärker in mehreren Spannungsfeldern agieren: Einerseits sollen die Bedürfnisse der Mitarbeitenden ernst genommen werden, andererseits soll die Strategie der Konzernleitung ohne Wenn und Aber durchgezogen werden.

Da wird beispielsweise ein rigoroser Sparkurs verordnet, aber die operative Umsetzung ist in einem ständig wandelnden Umfeld mit mehr Aufwand denn je verbunden. Umso wichtiger ist deshalb eine tiefgehende Auseinandersetzung mit den verschiedenen Rollen, den verschiedenen „Hüten“, die eine Führungskraft im Alltag leben soll. Hier entscheidet die jeweilige Situation, das Gegenüber und die eigene Verfassung darüber, welche Rolle in welchem Moment gelebt wird.

Die Kunst des Vorgesetzten-Daseins

Mit der Rollenidentifikation wird die Nähe zum Theater offensichtlich. „Die ganze Welt ist eine Bühne, man tritt auf, man tritt ab“, schrieb Shakespeare. Oder etwas konkreter, angelehnt an die Geschichte von Ignaz Wrobel aus „Die Weltbühne“: „Als Gatte drücke ich einen Kuss auf die Stirn der Gattin, habe als Fahrgast eine Auseinandersetzung in der S-Bahn, als Teamleiter am Arbeitsplatz betrete ich das Büro, als Gast des Restaurants in der Mittagspause freue ich mich auf das Tagesmenü usw.“

(ID:42459824)