IT-Awards 2025 Die beliebtesten Anbieter souveräner Clouds 2025

Von Bernhard Lück 3 min Lesedauer

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Die souveräne Cloud entwickelt zu einem strategischen Baustein der digitalen Transformation. Sie verspricht Rechtssicherheit, technologische Gestaltungsfreiheit und ein höheres Maß an Kontrolle über Daten. Klar ist: In Europa kommt ihr in den kommenden Jahren eine Schlüsselrolle zu.

Die souveräne Cloud ermöglicht es, sensible Daten rechtskonform und unter größerer Kontrolle des Kunden zu speichern und zu verarbeiten.(Bild:  © Catsby_Art – stock.adobe.com / KI-generiert)
Die souveräne Cloud ermöglicht es, sensible Daten rechtskonform und unter größerer Kontrolle des Kunden zu speichern und zu verarbeiten.
(Bild: © Catsby_Art – stock.adobe.com / KI-generiert)

Unternehmen wie Behörden treiben die Digitalisierung ungebremst voran. Cloud-Plattformen sind dabei längst unverzichtbar geworden. Gleichzeitig wächst das Bedürfnis nach größerer Kontrolle, Sicherheit und Unabhängigkeit. Die souveräne Cloud soll genau das leisten: Sie soll es ermöglichen, sensible Daten rechtskonform und unter größerer Kontrolle des jeweiligen Kunden zu speichern und zu verarbeiten – egal ob in der öffentlichen Verwaltung, im Gesundheitswesen oder in kritischen Industriezweigen.

Digitale Souveränität im europäischen Kontext

Die Diskussion über digitale Souveränität hat in den vergangenen Jahren an Intensität gewonnen. Dabei geht es längst nicht mehr allein um die Einhaltung der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Vielmehr steht die Frage im Mittelpunkt, wie Europa technologische Abhängigkeiten verringern und gleichzeitig seine Handlungsfähigkeit sichern kann. Die Bundesregierung hat 2025 erstmals eine Definition vorgelegt: „Souveräne Cloud-Angebote müssen es öffentlichen Stellen und Unternehmen ermöglichen, selbstständig, selbstbestimmt und sicher zu agieren.“ Dazu gehört neben der Datenspeicherung im eigenen Land auch die Möglichkeit, zwischen verschiedenen Anbietern zu wechseln und aktiv Einfluss auf technologische Entwicklungen zu nehmen.

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Auch auf europäischer Ebene wächst der regulatorische Rahmen stetig. Neue Vorgaben wie der Data Act oder der Cybersecurity Act fordern mehr Transparenz, Nachvollziehbarkeit und rechtssichere Datenverarbeitung. Mit dem geplanten AI Act wird zudem ein weiterer Baustein eingeführt, der gerade für den Einsatz künstlicher Intelligenz (KI) entscheidend ist.

Merkmale und Initiativen

Souveräne Clouds unterscheiden sich von herkömmlichen Public-Cloud-Angeboten in mehreren Punkten. Daten sollen ausschließlich in nationalen oder regionalen Rechenzentren gespeichert und verarbeitet werden, die den geltenden Sicherheits- und Datenschutzgesetzen unterliegen. Die Kontrolle über Informationen soll beim Kunden verbleiben, der bestimmt, wer welche Daten nutzen darf. Anbieter verpflichten sich zu umfassender Auditierbarkeit und erfüllen nationale wie internationale Sicherheitsstandards. Offene Schnittstellen und der Einsatz von Open Source sollen verhindern, dass neue Abhängigkeiten entstehen und Workloads dauerhaft in einer einzelnen Umgebung gebunden bleiben.

Inzwischen gibt es eine Vielzahl von Initiativen, die diese Ansätze praktisch umsetzen. Europäische Gemeinschaftsprojekte arbeiten an Referenzarchitekturen und offenen Software-Stacks. Parallel dazu entstehen Partnerschaften zwischen globalen Cloud-Konzernen und europäischen Dienstleistern, die den Betrieb vor Ort übernehmen und so rechtliche Anforderungen erfüllen sollen. Spezialisierte Anbieter entwickeln zudem Plattformen für den öffentlichen Sektor, die besonders strenge Vorgaben etwa zum Geheimschutz berücksichtigen. Viele dieser Lösungen befinden sich noch in der Pilot- oder Zertifizierungsphase, dennoch sind bereits erste Angebote verfügbar – etwa bei der Deutschen Verwaltungscloud.

Sicherheit und Marktakzeptanz

Im Zentrum souveräner Cloud-Angebote steht die Sicherheit. Kunden erwarten, dass ihre Daten nicht nur gesetzlichen Anforderungen genügen, sondern auch vor unbefugtem Zugriff umfassend geschützt sind. Entsprechend setzen die Betreiber auf starke Verschlüsselung, Zero-Trust-Konzepte und kontinuierliche Prüfungen. Zertifizierungen wie ISO-Normen oder branchenspezifische Vorgaben sollen zusätzlich Vertrauen schaffen. Für viele Organisationen wäre der Aufbau einer derart komplexen Infrastruktur in Eigenregie kaum machbar, sodass Anbieter neben dem Betrieb auch Integration, Skalierung und laufende Anpassungen übernehmen.

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Trotz dieser Vorteile ist die Akzeptanz noch begrenzt. Studien zeigen, dass viele Entscheider den Begriff zwar kennen, die konkrete Funktionsweise aber nicht erklären können. Dazu kommen finanzielle Hürden: Souveräne Clouds sind in der Regel teurer als Standardlösungen, teils mit spürbaren Aufschlägen. Auch die Frage nach der tatsächlichen Unabhängigkeit bleibt, denn viele Ansätze beruhen weiterhin auf Basistechnologien globaler Anbieter. Zudem können technische Fernwartungspflichten oder eingesetzte Fremdsoftware die praktische Souveränität einschränken. Kritiker sprechen daher eher von relativer als von absoluter Souveränität.

Ausblick

Prognosen gehen dennoch von deutlichem Wachstum aus. Treibende Faktoren sind strengere Regulierungen, die steigende Sensibilität für Datensouveränität und der Bedarf, KI unter europäischen Rahmenbedingungen betreiben zu können. In den kommenden Jahren wird die EU zudem an einheitlichen Zertifizierungen arbeiten, um Vertrauen und Vergleichbarkeit zu stärken. Auch neue Einsatzfelder wie die Industrieproduktion in Verbindung mit Edge Computing gewinnen an Bedeutung.

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