Schnittstellenarbeit Software verbinden, ­ohne Sprachverwirrung

Von Dr. Stefan Riedl

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Das Ticket-System beim Kunden priorisiert nach Auswirkungen eines Vorfalls, das beim MSP ordnet in vier Kategorien ein. Oneio will im Zweifel selbst Fahrschulsoftware an CAD-­Programme anflanschen können, wenn solche inhaltlichen Fragen geklärt werden können.

Oneio bringt Schnittstellen zusammen und leistet „Übersetzungsarbeit“ zwischen Anwendungen.(Bild:  Corona Borealis - stock.adobe.com)
Oneio bringt Schnittstellen zusammen und leistet „Übersetzungsarbeit“ zwischen Anwendungen.
(Bild: Corona Borealis - stock.adobe.com)

Der Teufel steckt bekanntlich im Detail – auch was die Zusammenarbeit zwischen Kunden und Managed Service Provider ­angeht. In der Praxis haben Endkunden häufig andere Ticketsysteme im Einsatz als ihre MSPs. Manchmal sind auf Kunden­seite mehrere Systeme im Einsatz – beispielsweise für IT-Support, Hardware- und Software-Management sowie Netzwerk­überwachung – während der MSP mit einer All-in-One-Lösung arbeitet.

Kommunikationsprobleme

Übersetzungsarbeit ist dann nötig, wenn auf der einen Seite ein ITSM-Tool im Einsatz ist, welches wie beispielsweise Jira mit vier Prioritätsstufen arbeitet und auf der anderen Seite eins wie zum Beispiel Service-Now, das die Priorität anhand der ­Faktoren Auswirkungen und Dringlichkeit berechnet. Mitunter wird hier mit E-Mails an den MSP gearbeitet und die Priorität ­sowie das Problem verbal beschrieben. Es liegt auf der Hand, dass diese Lösung nicht optimal ist.

Standards, wo es keine gibt

Auf Schnittstellen- und Vermittlungsarbeit in diesem Umfeld hat sich Oneio spezialisiert, ein Unternehmen, das vor elf Jahren in Finnland gegründet wurde. Anfangs war es im IT-Service-Management beheimatet und bietet inzwischen eine Plattform, die Schnittstellen verschiedener Anwendungen zusammenbringt. IT-Service-Management-Tools spielen hier nach wie vor eine wichtige Rolle. „Wir setzen hier Standards, wo es keine gibt“, sagt Sven Schindler, Head of DACH-Region, Oneio. „Welche Konstellation auch immer vorliegt – wir bringen die Systeme auf Schnittstellenbasis zusammen und leisten – falls nötig – sozusagen Übersetzungsarbeit.“ Das Tool läuft in der Cloud. Einher geht eine Form der Pay-per-Use-Lizenzierung samt kostenloser Anpassungen, so „entstehen keine unkalkulierbaren Kosten, sodass Organisationen ihre IT-Budgets deutlich besser planen können“, sagt der Chef der DACH-Region.

Fahrschulsoftware an CAD-Programm angeflanscht

Das Zusammenspiel verschiedener ITSM-Tools ist ein wichtiges, praxisrelevantes Beispiel für das, was Oneio macht, sagt der Manager. „Allerdings können wir im Prinzip alle Anwendungen, die über Schnittstellen verfügen, zusammenbringen. SAP-Systeme, Warenwirtschaftsprogramme aller Art, CRM-Tools – wenn es sein muss und Sinn ergibt, flanschen wir eine Fahrschulsoftware an ein CAD-Programm an.“ Die ärgste Konkurrenz in diesem Umfeld sei der IT-Mitarbeiter, der im Keller sitzt und denkt, er kann mal eben so schnell ­eine Integration programmieren.

Wir setzen hier Standards, wo es keine gibt.

Sven Schindler, Head of DACH-Region, Oneio

Seiner Erfahrung nach dauern Integrationsprojekte mitunter Monate, „wenn sie über unsere Plattform gelöst werden, ein bis zwei Wochen – das ist vergleichsweise sehr schnell“. Traditionelle Schritte wie Integrationsentwicklung sowie deren Support und Maintenance entfallen dank des Plattform-­Ansatzes. Mit Hilfe eines Oneio-Robots soll die Integration als No-Code-Implementierung durchgeführt werden können, so der Anspruch.

Partnerschaften und frisches Geld

Nun startet Oneio ein Partnerprogramm, das speziell auf MSPs ausgelegt ist, berichtet Schindler. Mit dem Investor Fairpoint Capital an der Seite und frisch eingesammelten Geldern will der Anbieter für automatisierte Integration ab sofort seine Aktivitäten in den deutschsprachigen ­Ländern erheblich verstärken. Mit Managed Service Providern wie dem Bechtle Systemhaus Hamburg und der IBM-Tochter Nordcloud wird bereits zusammengearbeitet. Die ­Vertriebskapazitäten werden ausgebaut.

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