Kommentar von Rob van Kranenburg, Asvin Society 5.0 – die nächste Evolutionsstufe

Ein Gastkommentar von Rob van Kranenburg

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Die Society 5.0 ist ein auf Menschen ausgerichtetes Ökosystem, in dem Individuen mit IoT-Geräten drahtlos verbunden sind und ihre Daten von Künstlicher Intelligenz analysiert und anschließend wieder in die Gesellschaft eingespeist werden.

Das Idealbild der Gesellschaft 5.0 kann als zukunftsorientierte Gemeinschaft die drängenden gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Fragen wie Energie, Produktivität oder Überalterung klären.
Das Idealbild der Gesellschaft 5.0 kann als zukunftsorientierte Gemeinschaft die drängenden gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Fragen wie Energie, Produktivität oder Überalterung klären.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

In der Society 5.0 kommen verteilte Algorithmen und Kryptografie ohne eine zentrale Autorität aus. Aufzeichnungen können unveränderlich und sicher auf der Blockchain oder in anderen DLTs aufbewahrt werden.Der Begriff stammt aus dem Bericht „Governance Innovation: Redesigning Law and Architecture for Society 5.0” des japanischen Ministeriums für Wirtschaft, Handel und Industrie (METI) und beschreibt eine Gesellschaft, die auf Menschen ausgerichtet ist und sowohl wirtschaftliche als auch soziale Probleme und Herausforderungen durch Technologien löst.

In der Vision einer Gesellschaft 5.0 kontrolliert der Urheber seine Daten und entscheidet, für wen diese sichtbar sind. Doch diese Vision lässt sich nicht verwirklichen, wenn Probleme wie Datenmonopole, Datenmissbrauch und Fragen über das Dateneigentum nicht gelöst werden. Daten müssen der Gesellschaft zur Verfügung stehen, damit diese sie im digitalen Zeitalter effektiv nutzen und anschließend wieder der Gesellschaft zur Verfügung stellen kann.

Vision einer digitalen Gesellschaft 5.0

Die Wissenschaft agiert hochgradig automatisiert zusammen mit Technologie, Computern und dem Internet und hat eine Welt zum Ziel, in der jeder Mensch sicher leben und auf unterschiedliche Weise sein Glück finden kann. Die Society 5.0 umfasst eine Welt, in der alles mit dem Internet verbunden ist und dadurch ein breites Spektrum an Anwendungsmöglichkeiten entsteht.

Aber kann in dieser Welt jeder Mensch frei von Angst und Stress leben, wenn es an Zugang zum Internet fehlt oder Informationen nicht für alle Menschen frei zugänglich sind? Wie wird diese Welt aussehen, in der Maschinen Menschen ersetzen und sich die Menschen auf manuelle Tätigkeiten konzentrieren, während die Maschinen automatisierte Aufgaben für sie übernehmen?

Mit dem fortschreitenden IoT passen sich immer mehr Systeme an Einzelpersonen und spezifische Anwendungen an. Das birgt Vor- und Nachteile, über die sich die Gesellschaft bewusst sein muss. Wir schaffen ein System, in dem die Nachteile nicht in die Verantwortung des Einzelnen fallen, und nicht durch Wissenschaft und Technik allein gelöst werden können.

Sicherheit und Trust im IoT der Zukunft

Daher ist die Frage nach Sicherheit zentral und muss unter Berücksichtigung von geistes- sowie sozialwissenschaftlichen Erkenntnissen neu überdacht und beantwortet werden, um die Gesellschaft auf komplexe Weise zu involvieren. Basistechnologien wie IoT, KI und Robotik spielen eine immer größere Rolle und bedeuten Veränderungen für die Gesellschaft. Die Society 5.0 zielt darauf ab, die industrielle Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern und Hilfe beim Aufbau einer Gesellschaft zu leisten, die mehr auf ihre individuellen Bedürfnisse abgestimmt ist.

Für die nächste Generation wird Konnektivität etwas völlig Normales sein und in ihren Alltag integriert. Das IoT steht für Komfort, Vernetzung, Agilität und Erfolg. Datenschutz und Sicherheit müssen standardisiert werden, um Risiken zu minimieren. Sicherheit wird immer eine dynamische Sache sein, die entweder vollständig vorhanden ist – oder gar nicht.

Der Mensch steht im Mittelpunkt

Man kann sagen, Society 5.0 ist ein Gesellschaftsmodell, in dem der Mensch im Mittelpunkt steht. Um ihn herum entwickeln sich Ökosysteme, die von und mit Daten wachsen. Soziale und ökonomische Herausforderungen lassen sich bewältigen, wenn es sogenannte smarte Anwendungen gibt. Diese sind technologiebasiert und fußen auf einem vollständig vernetzten, intelligenten System, das eine nachhaltigere Gesellschaft zum Ziel hat.

Der Autor: Rob van Kranenburg ist Gründer des Internet of Things Council und CIO bei Asvin.
Der Autor: Rob van Kranenburg ist Gründer des Internet of Things Council und CIO bei Asvin.
(Bild: Asvin )

Zu den smarten Technologien gehören Künstliche Intelligenz, Robotik, Blockchain und das Internet der Dinge. Sie alle sind geeignet, die bestehenden Systeme zu erneuern und völlig neue Szenarien für ihre Anwendung entstehen zu lassen. Um diese technologieabhängige Gesellschaft zu formen, ist es wichtig, dass klare Regelungen geschaffen und Richtlinien formuliert werden.

Das bringt immense ethische und juristische Herausforderungen mit sich. Die auf den Menschen ausgerichtete Gesellschaft schafft den wirtschaftlichen Fortschritt nur, wenn es ein ausbalanciertes System gibt, dass sowohl den virtuellen als auch den realen Raum ausreichend berücksichtigt. Das fördert am Ende auch die notwendige soziale Akzeptanz.

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Risiken der Gesellschaft 5.0

Vor diesem Hintergrund muss auch geklärt werden, wer die Einhaltung der Regelungen und Richtlinien im digitalen Raum kontrolliert. Wenn erhebliche Mengen persönlicher Daten systemübergreifend verfügbar sind und geteilt werden, müssen adäquate Sicherheitsmaßnahmen existieren. Die zunehmend vernetzte Gesellschaft soll alle Aspekte des Lebens erleichtern, doch die omnipräsenten Computer führen zu einer Reihe von Herausforderungen.

Wenn alle Menschen, Dinge und Systeme miteinander verbunden sind, wenn Sensoren beträchtliche Datenmengen entstehen lassen, und Big Data von Künstlicher Intelligenz analysiert wird, dann entstehen neue Werte für die Industrie und die Gesellschaft. Doch die Werte des Individuums könnten auf der Strecke bleiben. Der Mensch könnte sich nicht mehr als autonomes Wesen betrachten, dass sein Leben nach den eigenen Wünschen führt, sondern vielmehr, als wäre er gesteuert durch ein Netzwerk aus elektronischen Algorithmen.

Das Internet der Dinge als ein weltgroßer Roboter

Wenn die oben aufgeworfenen Fragen nicht zum Wohle der gesamten Gesellschaft geklärt werden, wäre theoretisch auch eine negative Version der obigen Vision denkbar. In dieser düsteren Zukunftsvision ist der Mensch im Internet der Dinge nur noch eine Maschine von vielen, ist austauschbar und entbehrlich. Fabriken werden übersät sein mit Sensoren, die Daten produzieren und verarbeiten. Hinter ultrasmarten Lösungen steht hier der rein kommerzielle Charakter. Welche Rolle spielt der Mensch dann noch in der smarten Gesellschaft, im Internet der Dinge und in der Welt überhaupt? Wenn Künstliche Intelligenz mit hoheitsrechtlichen Aufgaben betraut wird, müssen zumindest legitimatorische Grundlagen vorhanden sein.

Diesem Gedanken folgend: Wer sich nicht der Gesellschaft 5.0 anschließt, verliert demnach den Anschluss. Es gibt praktisch keine Wahl mehr, denn alles ist vernetzt und voneinander abhängig. Ohne Internetanschluss verpasst man das Leben und nimmt nur begrenzt an gesellschaftlichen Aktivitäten teil. Maschinen und Sprachassistenten nehmen uns Entscheidungen ab und beantworten sämtliche Fragen, ohne sicherzustellen, dass diese wahr oder validiert sind.

Im Internet der Dinge überwachen elektronische Algorithmen den Tag, die Woche, das Jahr, das ganze Leben. Das IoT führt immer mehr Aktionen für uns und in unserem Namen aus. Menschliche Intervention reduziert sich auf ein Minimum, wenn Sensoren Daten sammeln, smarte Geräte Daten analysieren und anhand dieser Datenbasis dann Entscheidungen für uns statt mit uns treffen.

Potenziale der Vision

Das Idealbild der Gesellschaft 5.0, das sich deutlich vom düsteren Szenario abgrenzt, ist eine zukunftsorientierte Gemeinschaft, die das bestehende Gefühl der Stagnation aufbricht. Eine Gesellschaft, deren Mitglieder sich über Generationen hinweg gegenseitig respektieren, und eine Gesellschaft, in der jeder ein aktives und angenehmes Leben führen kann. Society 5.0 kann die drängenden gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Fragen klären, dazu gehören die Themen Energie, Produktivität, Überalterung oder die Wiederbelebung von ländlichen Regionen.

Die „neue Wachstumsmaschine“ kann grundlegende Reformen auf den Weg bringen und virtuelle sowie physikalische Daten integrieren. Der Einsatz von KI hat das Potenzial, optimale Ergebnisse zu erzielen, welche die Fähigkeiten des Menschen übersteigen. Als Folge werden die Treibhausemissionen reduziert, die Produktion gesteigert und die Kosten für die Gesellschaft gemindert.

Bei dem Weg in eine nachhaltigere Industrialisierung schreiten neue Technologien wie IoT, Robotik, KI und Big Data voran. Sie können die Gesellschaft positiv beeinflussen und den Wohlstand fördern. Das Ziel ist eine vorbildliche zukünftige Gesellschaft, die sowohl die wirtschaftliche Entwicklung fördert als auch Lösungen für soziale Probleme findet. Eine Welt, in der genau auf die unterschiedlichen individuellen Bedürfnisse eingegangen wird und regionale, alters- sowie geschlechterspezifische und sprachliche Unterschiede beseitigt sind.

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