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Bares Geld aus ungenutzter Software schöpfen So verkaufen Sie gebrauchte Software ohne jedes Risiko

| Autor / Redakteur: Christian Penava / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Es gibt eine Vielzahl von Unternehmen, die viel zu große Softwarepakte besitzen. So liegen oft viele Lizenzen ungenutzt in Unternehmen herum und bergen totes Kapital. Der Handel mit gebrauchter Software mag im ersten Moment wenig lukrativ klingen, bringt aber auf den zweiten Blick einige strategische Vorteile.

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Mit den in vielen Unternehmen ungenutzten Software-Lizenzen lässt sich richtig Geld machen!
Mit den in vielen Unternehmen ungenutzten Software-Lizenzen lässt sich richtig Geld machen!
(Bild: © kalpis - stock.adobe.com)

Die Identifizierung ungenutzter Software-Lizenzen im Unternehmen und deren Verkauf kann sehr lukrativ sein. Für den Verkauf ungenutzter Gebraucht-Software bzw. deren Lizenzen gibt es jedoch ein paar Schritte zu beachten, um einen solchen Prozess ohne Risiken durchzuführen. Denn der Veräußerungsprozess muss unter Beachtung spezieller Kriterien vorbereitet werden. Und hier ergeben sich meist schon zu Beginn ein paar Fragen:

Darf ich meine Lizenzen überhaupt verkaufen?

Jede Lizenz, die bspw. rechtmäßig bei Microsoft erworben wurde, verliert nicht wie andere Gebrauchsgegenstände durch ihre Benutzung an Funktionstüchtigkeit. Ein Verkauf gebrauchter Software ist daher ebenso attraktiv, wie der Kauf von gebrauchten Lizenzen.

In der gesamten EU und in der Schweiz ist sowohl der Weiterverkauf als auch der Erwerb gebrauchter Softwarelizenzen zulässig und rechtsgültig. Die rechtliche Grundlage ist hier der so genannte Erschöpfungsgrundsatz, der besagt, dass das urheberrechtliche Verbreitungsrecht eines geschützten Gutes verbraucht ist, sobald es einmal rechtmäßig in den Verkehr gebracht worden ist. Es herrscht also eine prinzipielle Zulässigkeit des Vertriebs von gebrauchten Softwarelizenzen, bestätigt von europäischen Gerichten sowie dem Bundesgerichtshof.

Damit eine zweifelsfrei legale Veräußerung der Software stattfinden kann, sollten Unternehmen jedoch ein paar wichtige Punkte beachten:

  • Es muss sich um getrennt verkehrsfähige Produkte handeln
  • Die Nutzungslizenz des Herstellers muss zeitlich unbeschränkt gelten
  • Es muss sich um eine rechtmäßige Verbreitung der Software handeln
  • Die Software muss faktisch weitergegeben, also für das verkaufende Unternehmen unbrauchbar gemacht werden

Warum sollte ich meine Lizenzen verkaufen?

Für den Verkauf ungenutzter Softwarelizenzen sprechen einige gewichtige Argumente: Abseits des normalen Geschäftsbetriebs werden damit signifikante Einkünfte erzielt und das Unternehmen bekommt frische finanzielle Mittel, um Investitionen in beispielsweise den Bereichen IT und Kommunikation zu tätigen.

Die IT-Abteilung hat meist den besten Blick auf alle genutzten oder eben ungenutzten Lizenzen im Unternehmen, so kann sie sich als unternehmerisch denkend positionieren. Das ist die beste Voraussetzung, um initiativ zu werden.

Der Verkauf bringt zudem den Vorteil, eine flexible Kostenstruktur sowie mehr Freiheiten in der Neugestaltung des Lizenzmanagement zu ermöglichen. Die Lizenzen werden nicht abgeschrieben, sondern ergeben neues Kapital. Das stärkt automatisch die Verhandlungsposition hinsichtlich des Softwareanbieters, denn die Lizenzen werden nicht als Verlust verbucht. Zudem muss für die Veräußerung ungenutzter Lizenzen Klarheit über den Bestand vorliegen. So kann auch direkt Ordnung in das Software-Management gebracht werden.

Wie genau verläuft der Verkauf gebrauchter Lizenzen?

Eine fundierte Vorbereitung zum Verkauf von Lizenzen ist die Basis für einen erfolgreichen und rechtssicheren Abschluss. Im ersten Schritt definiert das Unternehmen exakt, welche Lizenzen veräußert werden sollen und um welche Art von Lizenzen es sich handelt.

Die so angelegte Liste zeigt, welche Produkte, Versionen und Stückzahlen sich zweifelsfrei rechtssicher übertragen lassen. Wer hier auf Nummer sicher gehen will, zieht für diesen Prozess eine externe Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hinzu. So lassen sich sowohl für den Verkäufer als auch für den späteren Käufer alle Risiken ausschließen.

Ein weiterer wichtiger Tipp: Es sollte in jedem Fall ein seriöser Anbieter für den An- und Verkauf gebrauchter Lizenzen gewählt werden. Damit ein reibungsloser Lizenztransfer ermöglicht wird, muss zusammen mit diesem Experten ein Konzept erarbeitet werden.

Ist der passende Partner ausgewählt, steht dem Prozess zur Veräußerung nichts mehr im Wege:

  • Zunächst werden alle Eventualitäten bezüglich der Anforderungen einer Lizenzübertragung und des Ankaufszenarios geklärt
  • Im nächsten Schritt erfolgen die tatsächliche Ermittlung und Prüfung der Datenbasis
  • Liegen alle relevanten Informationen vor, wird ein so genannter Ankaufspaketpreis kalkuliert und ein offizielles Angebot erstellt
  • Sind alle Unklarheiten beseitigt und hat der Lieferant die angebotenen Konditionen akzeptiert, übermittelt der Ankäufer eine offizielle Ankaufsvereinbarung, in der nochmals alle Vertragsvereinbarungen definiert sind
  • Daraufhin kommt es zur Vertragsunterzeichnung und somit zum Austausch aller relevanten Dokumente und Verträge inklusive der Lizenz-Keys. Die Übertragung der Lizenzen erfolgt unter Verwendung der offiziellen Microsoft „Perpetual License Form“ (PLTF) und der Meldung des Transfers an Microsoft

Christian Penava.
Christian Penava.
(Bild: Relicense)

Fazit

Von der grundsätzlichen Entscheidung bis zum Verkauf einer nicht mehr gebrauchten Softwarelizenz sind es für Unternehmen nur wenige Schritte. Diese müssen aber genau passen.

Über den Autor

Christian Penava ist Sales Manager Germany bei der Relicense AG. Penava hat seine gesamte berufliche Laufbahn im Vertrieb verbracht. Vor seiner Zeit bei Relicense war er erfolgreich bei Unternehmen, wie Insight Technologies und Crayon, tätig.

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