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Modernes Arbeiten statt „Work-Work-Balance“ So geht “Work from Anywhere”

| Autor / Redakteur: Andreas Kunz / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Nicht erst seit die Generation Y einen Großteil der Arbeitnehmer stellt, liegt New Work stark im Fokus von Arbeitgebern. Doch viele Unternehmen tun sich noch schwer beim Umstieg auf die neuen Arbeitsmodelle. Dabei braucht es – von Überzeugung mal abgesehen – gar nicht viel, um News Work auf breiter Basis zu etablieren.

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New Work zu etablieren geht relativ einfach – die richtige Einstellung bei Unternehmensführern und Mitarbeitern vorausgesetzt.
New Work zu etablieren geht relativ einfach – die richtige Einstellung bei Unternehmensführern und Mitarbeitern vorausgesetzt.
(Bild: © victor zastol'skiy - stock.adobe.com)

Eine aktuelle repräsentative Studie des Branchenverbands Bitkom zeigt klar: Die deutschen Büroarbeiter wünschen sich ein flexibleres Arbeiten. So steht jeder Zweite (50 Prozent) den neuen Arbeitskonzepten, die unter dem Begriff New Work zusammengefasst werden können, sehr aufgeschlossen gegenüber; 96 Prozent wollen sich ihre Arbeitszeit frei einteilen können und 82 Prozent wünschen sich eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Außerdem ist fast die Hälfte der Befragten (45 Prozent) der Meinung, dass es einen gesetzlichen Anspruch auf Home Office geben sollte.

Das zeigt, dass sich die Arbeitswelt gerade generell in einem Wandel befindet. Nicht nur verschwindet die zwischen 1965 und 1980 geborene Generation X – die noch mit Fax und Telex angefangen und daher überhaupt nicht die heutigen Möglichkeiten hatte – langsam vom Arbeitsmarkt. Die „Digital Natives“ der Generationen Y und Z – also der ab 1980 Geborenen – stellen mittlerweile gerade in kreativen und technischen Berufen den Löwenanteil und mit ihrem neuen Selbstverständnis Arbeitnehmer vor große Herausforderungen.

Vorbei ist es mit „Nine to five“, fixer 40-Stunden-Woche und klarer Trennung zwischen Büro und Zuhause. Stattdessen stehen flexible Arbeitszeiten, „Work-Life-Balance“ und mobiles Arbeiten im Fokus. Doch in vielen Unternehmen hapert es noch stark an der entsprechenden Umsetzung.

Voraussetzungen für New Work

Dabei ist es überhaupt nicht schwer, eine entsprechende Arbeitsumgebung für die Angestellten zu schaffen. Firmen benötigen dafür:

Flexible Arbeitszeit- und Arbeitsplatzregeln: Absolute Grundvoraussetzung für ein mobiles Arbeiten ist die Bereitschaft der Geschäftsführung, dies den Mitarbeitern auch zu ermöglichen. Dafür bedarf es klar festgelegter Regeln über Arbeitszeiten und Arbeitsplatzwahl. Denn wenn nichts festgesetzt wurde, herrscht schnell die große Verunsicherung.

Eine mobile Infrastruktur: Egal ob Laptop, Tablet oder Zugriff auf virtuelle Desktops via Cloud-Oberfläche auf dem eigenen Rechner – so geht maximale Flexibilität bei der Arbeitsplatzwahl.

Qualitativ hochwertige Webcams und Headsets: Nur mit entsprechendem Audio- und Videozubehör haben Remote-Arbeiter trotz „Work from Anywhere“ das Gefühl, ein vollwertiger Teil des Teams zu sein.

Klein- und Kleinst-Meetingräume mit Video-Collaboration-Systemen: Damit die Kommunikation innerhalb der Teams funktioniert, auch wenn die Mitarbeiter nicht am selben Ort sind, bedarf es entsprechend ausgestatteter Räumlichkeiten, so genannter Huddle Rooms. Diese sind speziell für Teammeetings konzipiert und verfügen neben einem Bildschirm und einer hochwertigen Weitwinkelkamera über Mikrofone und hochwertige Lautsprecher (je nach System auch alles in einem), damit eine nahtlose Kommunikation möglich ist.

Einen zuverlässigen Videokonferenz-Anbieter: Die hochwertigste Hardware nutzt nichts, wenn ein Unternehmen keinen zuverlässigen Anbieter für Videokonferenzen hat. Sonst gibt es Call-Abbrüche, eine schlechte Verbindungsqualität oder – im schlimmsten Fall – geschäftsschädigende Missverständnisse, weil ein kurzer Tonaussetzer die Bedeutung einer Aussage um 180 Grad gedreht hat.

Sind diese Anforderungen erfüllt, sollte einem erfolgreichen Wandel des Arbeitsalltags nichts mehr im Weg stehen.

Einzig den „Faktor Mensch“ gilt es noch zu beachten. Denn wenn Arbeitnehmer von überall aus arbeiten können, ist die Gefahr groß, dass sie auch versucht sind, immer zu arbeiten. Dann verschwinden schnell die Grenzen zwischen Beruf und Privatleben und ehe man sich’s versieht, sitzt man im Urlaub in einer zweistündigen Telefonkonferenz.

Innerhalb des Unternehmens muss also noch ein Bewusstsein für die vielbeschworene Work-Life-Balance geschaffen werden. Auch wenn man seinen Laptop immer dabei und stehts Zugriff auf die Dateien aus der Arbeit hat, ist Freizeit immer noch Freizeit. Die Mitarbeiter und Vorgesetzten sollten daher also nicht nur auf sich selbst schauen, sondern auch dafür sensibilisiert werden, wenn ihre Kollegen Gefahr laufen, diese Balance zu verlieren.

New Work in der Praxis

Ein Unternehmen, das das moderne Arbeiten bereits seit einiger Zeit offensiv lebt, ist Logitech. So hat das Unternehmen bereits 2017 beschlossen, seine Münchner Niederlassung zu einem Leuchtturm für New Work zu machen. Seither hat jeder Mitarbeiter in Deutschland stets die freie Wahl, wann er von wo aus arbeiten möchte.

Im Rahmen einer Open-Space-Kultur existieren keine festen Arbeitsplätze mehr, selbst Führungskräfte sitzen direkt bei ihren Teams – nicht mehr im Einzelbüro. Und sollte es doch mal Bedarf nach Rückzugsmöglichkeiten geben, hat Logitech verschiedenste Raumkonzepte geschaffen, um diesen Bedarf zu stillen. Egal ob große Meetingräume mit hochwertiger technischer Ausstattung, Einzelplätze für Arbeiten, die Konzentration erfordern, oder der mittlerweile nicht mehr wegzudenkende Huddle Room – alles ist auf maximale Flexibilität ausgerichtet.

Dabei arbeitet Logitech bereits seit Langem mit den verschiedensten Teams über die unterschiedlichsten Zeitzonen hinweg zusammen. Und da das Unternehmen bereits seit vielen Jahren auch selbst Hardwarelösungen für die Videokommunikation herstellt, setzen die Mitarbeiter sowieso schon ganz selbstverständlich im Arbeitsalltag auf Anwendungen wie Skype for Business oder Zoom. Der Wandel hin zu einem komplett flexiblen Arbeiten stellte sich also schon von vornherein als nicht so komplex dar wie bei einem Unternehmen ohne diese Voraussetzungen.

Natürliche Transformation von innen heraus

Am Beispiel von Logitech können sich ganz viele Geschäftsführer und Unternehmensentscheider orientieren. Denn dieser Wandel – weg von Präsenzkultur und Nine-to-Five, hin zu Work from Anywhere und flexiblen Arbeitszeiten – hat in vielen Unternehmen längst begonnen; zwar vielleicht nicht offiziell und von oben genehmigt, aber die Grundsteine sind gelegt. Kaum ein Team, kaum eine Abteilung kommt heute noch ohne Videokonferenzen aus. Laptops sind längst nicht mehr nur in Kreativberufen gang und gäbe. Und Gleitzeitregelungen gibt es dank immer mehr Teilzeitkräften auch in fast jeder Firma.

Andreas Kunz.
Andreas Kunz.
(Bild: Logitech)

Es bedarf also nur noch eines kleinen Schubses von Seiten der Geschäftsleitung, um hier den Stein endgültig ins Rollen zu bringen und den Wandel hin zu einer flexiblen Unternehmensstruktur zu vollziehen.

Über den Autor

Andreas Kunz ist Head of Marketing & PR B2B/B2C DEAT bei Logitech.

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