Wohlstandstreiber Business App

Smartphone, App, Cloud – und Go!

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Höhere Ebene der Produktivität

Welcher konkrete Nutzen sich daraus ergibt, lässt sich am Beispiel der Logistik demonstrieren: Bisher wegen ihrer Komplexität nur Spezialisten offen stehende Prozesse wie etwa die SAP-Welt werden mit Hilfe von App, Smartphone und Cloud-Technologie auch „ganz normalen“ Anwendern zugänglich: Der LKW-Fahrer und der Mitarbeiter an der Rampe eines Logistikunternehmens sind in der Lage, direkt mit dem SAP-System zu kommunizieren, ohne jemals direkten Zugriff auf die diesbezügliche Kernsoftware zu haben und die entsprechenden Datenprozesse zu beherrschen.

Aber noch weit dramatischer: In einem Produktionsbetrieb hat beispielsweise ein Sensor der Produktionslinie ein Problem gemeldet, das eine mehrstündige Verzögerung bei der Produktfertigstellung verursachen wird und automatisch die zuständige Prozessebene vorgewarnt. Durch die App-gestützte Vernetzung mit den Partnern gehört aber zu dieser Ebene nicht nur die unternehmensinterne Prozesssteuerung und -verwaltung, sondern auch der Logistikservice-Partner, der die fertigen Produkte an der Rampe abholt. Direkt nachdem er automatisch vom Produktionsstopp informiert worden ist, kann dessen Disponent den betreffenden LKW zu einem anderen Einsatz umdirigieren – ein mehrstündiges unproduktives Herumstehen von LKW und Fahrer an der Rampe wird vermieden.

App-Economy im Handel

Ein weiteres Beispiel für die weitreichenden Vorteile der App-Economy sind Lösungen für den Handel, die die Geschäftsprozesse verschiedener Lieferketten (beispielsweise Ladengeschäft und E-Commerce) zu einem Prozess zusammenführen und so die Voraussetzung für erfolgreiche Multi-Channel- oder Cross-Channel-Modelle schaffen. Per Cloud und App lässt sich eine zentrale Stammdatenverwaltung realisieren, die alle Vertriebskanäle konsistent mit Informationen über Filialen, Produkte, Kunden und Fulfillment-Prozesse versorgt. Dies ermöglicht eine einheitliche Lieferstrategie, indem z.B. die Kunden-Bestellungen aus dem Onlineshop an den nächstgelegenen Händler oder die nächste Filiale übermittelt werden. Die online bestellten Produkte lassen sich dann per mobiler Prozesssteuerung auf dem kürzestmöglichen Weg effizient und schnell an die gewünschte Adresse liefern.

Das Smartphone als Business-kritische Infrastruktur

Bereits diese wenigen Beispiele machen deutlich, dass Cloud und intelligente Apps das allgegenwärtige Smartphone zur Business-kritischen Infrastruktur erhoben haben: Start-ups und kleine Unternehmen, die sich keine eigene IT-Infrastruktur und kein vertieftes IT-Know-how leisten können oder wollen, sind auf diese Weise in der Lage, ohne lange Anlaufzeiten und großen finanziellen Aufwand individuell gestaltete Geschäftsmodelle anzubieten, deren Prozessvielfalt sonst nur größere Konkurrenten mit ihren IT-Abteilungen bewältigen können.

Besonders mittelständische Unternehmen dürften davon profitieren, einfach und schnell neue Geschäftsmodelle umzusetzen oder vorhandene kundenfreundlicher zu gestalten. Smartphone, Apps und Cloud sind das Handwerkszeug für die dynamischen Unternehmen der Zukunft, die alle Kompetenz in den Dienst ihres Geschäftsmodells stellen wollen, ohne erst über die Hürden ausufernder IT-Infrastrukturen springen zu müssen.

Makroökonomische Auswirkungen der App-Economy

Was unternehmensintern beginnt, hat schnell makroökonomische Auswirkungen, wie Claudia Linnhoff-Popien vom Institut für Informatik der Ludwig-Maximilians-Universität in München anmerkt: „Produktivitätssteigerung und Prozessbeschleunigung sind seit jeher Treiber für Wachstum und Wohlstand. Business-Apps schaffen durch die Mobilisierung der Geschäftswelt die Voraussetzungen für bessere und schnellere Abläufe und eine effektivere Nutzung der Arbeitszeit. So leisten sie einen wichtigen Beitrag zur volkswirtschaftlichen Entwicklung.“

Nur: Sie allein schaffen leider überhaupt nichts. Es sind die Wirtschaftsunternehmen in Logistik, Handel, Service oder Produktion, die durch intelligente Nutzung der Technologie und Entwicklung eigener Geschäftsmodelle diese Technologie fruchtbar machen – oder dies eben aus Trägheit versäumen. Denn, wie Philipp Weirauch richtig anmerkt: „Aktiv werden müssen die Unternehmen natürlich schon selbst.“

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