Wenn wir von Enterprise Ressource Planning (ERP) aus der Cloud sprechen, dürfen wir die Scopevisio AG nicht unerwähnt lassen. Die Software des Bonner Anbieters ist „aus der Cloud geboren“ und spielt eine wichtige Rolle im deutschen Markt für mittelständische Unternehmen. Wir haben Alexander Kintzi, Vorstand Marketing & Vertrieb, zu seinen weiteren Plänen befragt.
„In der Cloud geboren“: Scopevisios ERP-Software wurde von Anfang an als multi-mandantenfähige Cloud-Lösung mit entsprechender Software-Architektur entwickelt.
Scopevisio ist eine Macht in der deutschen Softwarebranche und wächst nicht zuletzt durch Übernahmen massiv. Der Bonner Anbieter von Cloud-Unternehmenssoftware hat sich allein vergangenes Jahr zweimal verstärkt, einmal mit dem Dokumentenmanagement-Experten Iquadrat, das andere mal mit der act'o-soft GmbH Informationssysteme aus Halle, Westfalen, einem Omnichannel-Spezialisten für Point-of-Sale-(POS)-Software. Deren Lösungen werden gerade in die Finanz- und ERP-Anwendung für große und mittelständische Einzelhandelsunternehmen integriert, wie uns Alexander Kintzi, Vorstand Marketing & Vertrieb, CSO Scopevisio AG, berichtet:
CloudComputing-Insider: Scopevisio ist rasant gewachsen und muss nun verschiedene Systeme unter einen Hut bringen. Wie wollen Sie das bewerkstelligen?
Alexander Kintzi: Zunächst einmal freuen wir uns, mit Iquadrat und act’o-soft zwei starke Marktplayer in ihren jeweiligen Segmenten als neue Mitglieder der Scopevisio Familie gewonnen zu haben. Iquadrat ist führend im Bereich Dokumenten-Workflow für beispielsweise Vertrags- oder Personalmanagement, und bietet sich perfekt als vorgelagertes System zu einer Finanz- und ERP-Software an. In Kombination mit unserem Scopevisio-Enterprise Content Management (ECM) haben wir bereits Anfang des Jahres unsere neue Lösung „Scopevisio Documents“ präsentiert. Wir nutzen die Stärken beider Systeme, um uns breiter aufzustellen und mit starkem DMS & Workflow Management eine C5 testierte Cloud Lösung für eine Vielzahl möglicher Anwendungsszenarien anbieten zu können. Die act’o-soft erweitert unsere Branchen-Expertise um das Thema POS im Retail-Bereich. Hier haben wir neben einer starken Softwarelösung auch eine Vielzahl agil arbeitender Experten an Bord genommen, die es uns ermöglichen, im Scopevisio ERP-Lösungsspektrum weitere Funktionalitäten anzubieten. Ganz konkret werden wir die act’s-soft Lagerverwaltungs-App als Erweiterung zu unserem neuen Beschaffungsmodul am Markt platzieren.
Ende Januar haben Sie Ihren Cloud Unternehmertag abgehalten – dabei stand die Automatisierung im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Wie schlägt sich das in der Software der Scopevisio nieder? In welchen Bereichen treiben Sie die Automatisierung aktuell besonders voran?
Kintzi: Automatisierung treiben wir besonders dort voran, wo es um die Schnittstellen der Zusammenarbeit unterschiedlicher Abteilungen geht. Scopevisio wurde von Anfang an als Cloud-Software zur Automatisierung von Unternehmensprozessen konzipiert und gestartet. Unser Anspruch ist es, viele unterschiedliche Systeme mit üblicherweise jeweils eigenen proprietären Daten und Prozessen durch eine integrierte Plattform zu ersetzen. Ohne redundante Datenhaltung – und mit der Möglichkeit, Informationen und Abläufe abteilungsübergreifend, zu jederzeit und von überall zu nutzen. Das spart insbesondere Zeit.
Das sagt sich so schön. Können Sie und das anhand eines konkreten Beispiels darlegen?
Kintzi: Beispiel hierfür ist ein einheitliches Kontaktmanagement – egal, ob es sich um Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten, Dienstleister handelt, und ob diese Daten vom Vertrieb, der Buchhaltung oder dem Projektteam benötigt werden. Und mit der Möglichkeit, dass diese Informationen in der jeweils passenden Art und Weise schnell und ohne Medienbrüche von einem Kollegen zur anderen Kollegin gelangen – unabhängig von Ort und Zeit. Mit Integration in die Office-Welt und Automatisierung an allen Stellen, die das zulassen.
Alexander Kintzi, Vorstand Marketing & Vertrieb, Scopevisio
(Bild: Scopevisio)
Scopevisio ist ja bereits seit vielen Jahren mit seiner ERP-Software am Markt, Ihre Cloud richtet sich an den Mittelstand – welchen Branchen legen Sie den Einsatz besonders ans Herz?
Kintzi: Unsere Cloud-Unternehmenssoftware mit den Funktionsbereichen Organisation, Finanzen, ECM und Dokumentenmanagement (DMS), Vertrieb, Personal und jetzt neu auch Beschaffung richtet sich an den deutschen Mittelstand generell und ist branchenunabhängig einsetzbar. Dennoch haben wir über die letzten Jahre in unserer Kundenbasis einen Branchenschwerpunkt ausgemacht und empfehlen insbesondere der Hotellerie, dem Gesundheitswesen, also soziale Einrichtungen und Kliniken, sowie Unternehmen aus der Dienstleisterbranche wie IT-Dienstleister, Software-Entwicklungshäuser, Systemhäuser und Beratungsunternehmen den Einsatz. Je nach Anforderungen und Dringlichkeiten des Kunden beraten wir gerne, welcher Einstiegspunkt unserer Software am passendsten erscheint. Unser modularer Aufbau ermöglicht es, mit unterschiedlichen Lösungsszenarien zu starten und im weiteren Verlauf der Partnerschaft weitere Lösungen hinzuzunehmen. So beginnen viele Unternehmen zunächst mit der Finanzbuchhaltung und dem Dokumentenmanagement oder der automatisierten Verarbeitung von Eingangsrechnungen. Später entscheiden sich dann die Kunden auch weitere Funktionalitäten wie z.B. das Customer Relationship Management (CRM), Angebotsstellung oder Abrechnung, also Faktura, zu verwenden.
Ihre Lösung kommt als Software-as-a-Service (SaaS) beim Kunden an, Sie bezeichnen Ihr ERP-System selbst als „aus der Cloud geboren“ – woran machen Sie das fest?
Kintzi: Entgegen nahezu aller anderen existierenden ERP-Anbieter in Deutschland wie z.B. SAP, Microsoft, Sage oder Oracle haben wir von unserer ersten programmierten Code-Zeile an eine multi-mandantenfähige Cloud-Lösung mit entsprechender Software-Architektur entwickelt. Das bedeutet, dass wir keine Altlasten wie andere Anbieter im Sinne eines ursprünglichen On-Premises-Systems haben, das technologisch in eine Cloud überführt werden muss. Vielmehr konzentrieren wir uns in all unseren Weiterentwicklungen der Lösung stets darauf, dass Funktionalitäten über die gesamte Kundenbasis hinweg skalierend eingesetzt werden können – das ist der riesige Vorteil einer multi-mandantenfähigen Cloud-Lösung.
Welche neuen Trends machen Sie aus, die Ihr ERP in den kommenden ein, zwei Jahren schwer tangieren werden?
Kintzi: Ganz klarer Trend: Das gesammelte Cloud-Unternehmenswissen mit Daten und Prozessen bestmöglich als Datenbasis für intelligente Unternehmensplanung vorantreiben. Hier analysieren wir die Lage genau und sind gespannt auf die vielfältigen Möglichkeiten, die sich durch Tools wie ChatGPT ergeben. Aktuell arbeiten wir zudem eng mit unseren Kunden und Servicespezialisten daran, aus den vielfältigen Daten im Unternehmen smarte Dashboards zusammenzustellen – die dabei helfen, das Reporting und die Planung im Unternehmen in Echtzeit zu vereinfachen.
Software entwickelt sich permanent weiter. Welche Neuerungen können Anwender 2023 noch erwarten?
Kintzi: Ganz konkret haben wir in diesem Jahr das Thema Beschaffungsprozesse im Fokus: Eine Auftragssteuerung, die mit einem Blick erkennbar macht, womit man Umsatz macht. Ziel sind intelligente Bestellwesen und Bestandsverwaltung – geplant ist hier auch eine App für das interne Beschaffungswesen, mit dem Mitarbeitende ihren Bedarf per Klick an die Verantwortlichen melden können. Des Weiteren wachsen wir nach „oben“: Haben wir vor zehn Jahren noch Lösungen für eher kleinere mittelständische Unternehmen zur Verfügung gestellt, können wir heute auch größere Kunden aus verschiedenen Branchen wie Hotellerie, IT-Dienstleistung und Gesundheitswesen bedienen. Für dieses Jahr sind hier weitere sogenannte „Enterprise-Funktionen“ geplant, die Unternehmensgruppen und auch international aufgestellte Unternehmen im Fokus haben.
Stand: 08.12.2025
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Da haben Sie sich einiges vorgenommen, das auch geliefert werden muss. Wo befinden sich eigentlich Ihr Rechenzentrum?
Kintzi: Die sensiblen Daten unserer Kunden befinden sich im Hochleistungsrechenzentrum Frankfurt der Digital Realty Trust. Es ist ISO 27001 zertifiziert, bietet verschlüsselte Datenübertragung, regelmäßige, redundante Datensicherung und wirksamen Schutz vor Cyberattacken.
Von dort aus erhalten Ihre Kunden Scopevisio wie besprochen als SaaS – unterstützen Sie auch hybride Modelle, bei denen Ressourcen aus der Public Cloud mitgenutzt werden?
Kintzi: Nein, wir unterstützen keine hybriden Modelle für unsere Scopevisio Cloud-Lösungen. Wir stellen sämtliche Funktionsbereiche beziehungsweise Module unserer Unternehmenssoftware ganzheitlich und ausschließlich aus unserer Cloud zur Verfügung.
Scopevisio ist nicht zuletzt durch die Übernahme von Iquadrat auch beim Dokumentenmanagement eine Macht. Wieso ist ECM wichtig für ERP?
Kintzi: Das integrierte ECM legt Dokumente und Belege entlang des entsprechenden betriebswirtschaftlichen Prozesses ab. Durch festgelegte Regelwerke beziehungsweise Workflows und Zugriffsberechtigungen werden sie den Prozessbeteiligten verschiedener Abteilungen zentral zugänglich gemacht. Automatisch lassen sie sich dann im ECM-System GoBD- und DSGVO-konform archivieren und versionieren. Durch smarte Suchfunktionen können sie jederzeit und schnell wiedergefunden werden. Ebenso kann man vom Dokument entsprechend in die vor- und nachgelagerten Prozessschritte abspringen, also z.B. Angebote, Rechnungen, Verträge, etc. Zusammengefasst ergeben sich als Vorteile eines integrierten ECM, dass die Durchlaufzeiten drastisch minimiert werden, die Ablage von Dokumenten und Belegen GoBD- und DSGVO-konform erfolgt, Transparenz und Nachvollziehbarkeit bei Workflows und der Versionierung von Dokumente herrscht, Dokumente schneller gefunden werden, betriebswirtschaftliche Prozesse kontextbezogen zugeordnet werden sowie die Zusammenarbeit entlang eines Prozesses abteilungs- und standortübergreifend erfolgen kann.
Wenden wir den Blick von der Software hin zu den übergeordneten Zielen: Welche Vision verfolgen Sie und Scopevisio generell, wo wollen Sie hin?
Kintzi: Wir verfolgen bei Scopevisio die Vision, dass wir unseren Kunden zeitfressende, wiederkehrende Routinetätigkeiten in den kaufmännischen Prozessen abnehmen und bestmöglich voll-automatisieren möchten. Ebenso streben wir mit unserer Software an, dass wir die Schlüsselanwender unserer Kunden ausbilden und in die Lage versetzen, die Software eigenständig unternehmensweit zu nutzen und optimal für das jeweilige Arbeitsumfeld zu individualisieren.
Sie wurden vergangenes Jahr als „Innovator des Jahres“ und auch mit dem „Gold Award“ von CloudComputing-Insider in der Kategorie „Enterprise SaaS“ ausgezeichnet. Was würden Sie als besonderes Merkmal von Scopevisio als Unternehmen, Anbieter und auch Arbeitgeber herausstellen wollen?
Kintzi: Wir sind nahbar, wir hören unseren Kunden zu – und sind vielleicht noch etwas bodenständiger in Deutschland unterwegs als so mancher international konkurrierende Marktbegleiter. Unsere Räumlichkeiten – am ebenfalls ausgezeichneten Innovationsort Bonner Bogen, unsere Mitarbeiter und unsere DNA. Wir fördern und fordern eine Kultur von Freiheit und Eigenverantwortung – und gerade in Zeiten, da es am Markt turbulent zugeht, freuen wir uns, die richtige Mannschaft am Start zu haben.