SAP hat „Cloud for Analytics“ in „BusinessObjects Cloud“ umbenannt und um spezielle Funktionen erweitert. BusinessObjects Enterprise steht hingegen on-premise bereit und umfasst künftig das SAP Vora Framework, das Hadoop und Spark unterstützt, sowie mobile Clients: SAP Roambi Analytics. Für Entwickler erfreulich ist die Öffnung zur Open Source Community durch Support für CloudFoundry.
SAP-CEO Bill McDermott bei seiner Eröffnungs-Keynote der Sapphire 2016
(Bild: SAP)
Den rund 20.000 Besuchern der SAP-Kundenkonferenz Sapphire 2016 machte SAP-CEO Bill McDermott klar, was die Stunde geschlagen hat: „Durch die In-memory-Revolution mit HANA ist die alte Datenbankindustrie tot. HANA ,Uber'-rollt die Datenbankindustrie.“ An Selbstbewusstsein mangelt es ihm also nicht. Der SAP-Aufsichtsratsvorsitzende Hasso Plattner sekundiert: „Bei SAP bewegt sich alles in Richtung HANA und in drei bis fünf Jahren wird sich das Software-System SAPs stark verändert haben.“
SAP hat sich des Beistands solcher Cloud-Schwergewichte wie Microsoft, IBM, Google, Apple und Amazon versichert, um im tonangebenden US-Markt bestehen zu können. So lassen sich alle Cloud-Anwendungen und Plattformen sowohl auf der eigenen Business Cloud und der Hana Cloud Platform (HCP) betreiben wie auch auf Amazon Web Services und Microsoft Azure.
Die „Marke“ BusinessObjects umfasst nun alle Analytics-Produkte und -Bausteine. Selbst SAP Lumira für „leichte“ Cloud-Clients und SAP Roambi Analytics für mobile Clients tragen nun diese Marke im Namen. Einzige Ausnahme ist das SAP Vora Framework – es wird nun als Teil von BusinessObjects Enterprise angeboten.
Die SaaS-Software Cloud for Analytics (unser Schwesterportal BigData-Insider berichtete) heißt jetzt BusinessObjects Cloud (BOC). Es hat Erweiterungen um Predictive Analytics, für die Visualisierung und für Storytelling erhalten. Damit bietet es Wettbewerbern wie Tableau oder Qlik Paroli. „Mit BusinessObjects Cloud machen Sie zum Beispiel eine Visualisierung aus der Cloud heraus“, erläutert Rolf Schumann, CTO bei SAP für die Regionen EMEA und MEE sowie Head of Innovation. „Das bedeutet aber nicht, dass das Business Warehouse (BW) der Vergangenheit angehört, im Gegenteil: Sie laden aus dem BW nur die Metadaten hoch und greifen dann über den Browser auf das BW-Backend zu.“
Dieser Hybridansatz soll demnach garantieren, dass das BW weiterhin seine Existenzberechtigung behält. „Das semantische Wissen in Form von Prozess- und analytischer Semantik soll nicht verlorengehen.“ Viele SAP-Kunden haben nämlich in unzähligen Mannjahren individuelle SAP-Analyse-Anwendungen auf dem BW gebaut und sind wohl kaum gewillt, diese Wertanlage abzuschreiben, nur weil ihr Techniklieferant dies nahelegt.
iOS-SDKs für mobile Apple-Apps
„Diese Kunden werden Heavy-weight Clients für ihre spezifischen Zwecke nutzen, sei es im Handel, der Fertigung oder der Medizin“, so Schumann. „Die transaktionalen Fiori-Apps und die neuen mobilen Roambi-Apps eignen sich für diese Zwecke.“ Künftig können SAP-Entwickler mithilfe eines iOS-SDKs auch mobile Apple-Apps programmieren. „Lightweight-Clients bietet hingegen SAP Lumira, das mit Google Drive kooperiert.“ Laut Schumann versteht sein Unternehmen dies unter dem Blickpunkt der „Demokratisierung des Datenzugriffs.“
Mit BOC lassen sich auch die Planungs-Funktionen aus SAP BusinessObjects Planning and Consolidation verknüpfen. Predictive Analytics ist unter Einsatz von Machine Learning (ML) nutzbar, um damit geplante Geschäftsszenarios zu prüfen. „So ist es beispielsweise mithilfe von Analysen möglich, Finanzprognosen für einzelne Zeitreihen zu erstellen und automatisch Faktoren zu ermitteln, die sich auf die operative Leistung des Unternehmens und die Mitarbeiterleistung auswirken“, heißt es seitens SAP. Das österreichische Unternehmen Red Bull nutzt BOC ebenso für Analysen und Prognosen wie das indische Unternehmen Mahindra & Mahindra. Es stellt seinen Anwendern im Vertrieb, im Finanzwesen und in der Beschaffung flexible Visualisierungs- und Analyselösungen bereit.
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SAP Roambi Analytics ist seit Februar Bestandteil von SAP BusinessObjects Cloud. Diese Komponenten erlaubt die Umwandlung von Daten aus unterschiedlichsten Quellen in aussagekräftige, interaktive Visualisierungen, auf deren Grundlage sich unabhängig von Zeit und Ort Berichte, Dashboards und Analysen erstellen und für die Anwender bereitstellen lassen. Nach den Worten Schumanns sind Roambi-Apps nicht in HTML5 programmiert.
BusinessObjects Enterprise
Wer seine Daten keiner Cloud anvertrauen will oder es einfach nicht braucht, weil die eigene IT leistungsfähig genug ist, der kann BusinessObjects Enterprise on-premise nutzen. Es gibt zunächst einmal drei Editionen: Standard, Professional und Premium. BOE bietet die bekannten Datenmodelle aus den BusinessObjects Universes, zahlreiche Funktionen für Reporting (Crystal Reports etc.), Web-Analyse (Web Intelligence), Planung, Prognose und Visualisierung sowie eine Integration mit Microsoft Office. Auch die Unterstützung von BusinessObjects Lumira 2.0 findet man bei BOE. Wer das neue Support Pack 12 von HANA einspielt, bekommt Visualisierungsmöglichkeiten mit einer Graph-Engine, die SAP selbst entwickelt hat. Damit lassen sich allerlei Beziehungen darstellen, was u. a. zur Aufdeckung von Betrug nützlich sein kann.
Stand: 08.12.2025
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Eine vierte BusinessObjects-Version ist die überarbeitete Edge Edition. Hier wurde die Einstiegsschwelle erheblich von 128 auf 32 Gigabyte RAM gesenkt, sodass gerade Mittelständler nach Ansicht Schumanns ein akzeptables Angebot erhalten. Natürlich lassen sich die 32 auf 128 Gigabyte RAM ausbauen. „SAP bietet bereits auf dieser Stufe dynamisches Tiering für Storage, sodass heiße, aktuelle Daten schneller zu laden sind als kalte, ältere Daten.“ Mit diesem skalierbaren Storage-Speicher sollten die KMUs keine Angst mehr haben, nicht mit dem Wachstum ihrer Datenvolumina mithalten zu können.
SAP Vora und Open Source
Nur die Premium Edition umfasst bereits eine Vier-Knoten-Lizenz für SAPs eigene Hadoop-Umsetzung im SAP Vora Framework. „Damit lassen sich Data Lakes anlegen, um handlungsunterstützende Einsichten zu gewinnen“, sagt Stefan Sigg, SVP und Leiter der SAP-Analytics-Einheit. Vora kann aber auch standalone erworben und mit jedem Hadoop-Cluster betrieben werden, versichert Rolf Schumann. Der große Vorteil dabei: Es muss keine Daten-Replikation zwischen Hadoop und HANA stattfinden, um die Hadoop-Inhalte in HANAs In-memory Engine verarbeiten zu können. „Nutzer können mit jeder Technologie außerhalb HANAs arbeiten, sei es Apache Spark, Machine Learning, IoT oder Artificial Intelligence.“
Bernd Leukert, SAP-Vorstandsmitglied für Produkte und Innovation
(Bild: SAP)
Zur neuen Systemarchitektur der SAP-Core-Anwendungen gehört auch der Komplex für Big Data und IoT. Die neue APIs im API Business Hub ermöglichen nach Aussage von Bernd Leukert, dem weltweiten Leiter für die Produktentwicklung, auch die Integration von ML, AI oder Cognitive Computing. Das neue Hub ermöglicht zudem künftig die Nutzung von Elementen aus der CloudFoundry. „Von SAP aus lässt sich künftig Open-Source Software genauso nutzen, wie man umgekehrt aus einem Hadoop-Umfeld auf SAP Enterprise Dateien zugreifen kann“, erläutert Rolf Schumann die Bedeutung dieses Schrittes.
Neue Hybrid Services sollen On-premise-Anwendungen mit Cloud-Plattformen verknüpfen, mit den neuen APIs im Hub können zahlreiche Programmierer neuartige Mashup-Apps erstellen. Die Mashups, die SAP selbst bereits auf der Konferenz zeigen konnte, sind „RealSpend“, „Financial Statement Insight“, „Knowledge Space“ und der seit sieben Jahren vorangetriebene „Digital Boardroom“.