Verbindung von SaaS-Diensten und weiteren Cloud-Bereichen SaaS: Die richtige Struktur und Architektur schaffen Mehrwerte

Ein Gastbeitrag von Jean-Baptiste Grandvallet* 5 min Lesedauer

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Lösungen für Software-as-a-Service (SaaS) boomen. Es wird erwartet, dass dieser Markt bis 2028 durchschnittlich jährlich um 11 Prozent wächst. Nicht nur, weil Unternehmen zunehmend Cloud-Computing-Technologien nutzen. Sondern auch wegen immer mehr implementierter KI-Technologien, von denen viele auf SaaS-Architekturen basieren.

Die digitale Infrastruktur sollte aus verschiedenen Saas-Anbietern und -Lösungen bestehen, die miteinander funktionieren und den Anforderungen des Unternehmens gerecht werden. (Bild:  Tryfonov - stock.adobe.com)
Die digitale Infrastruktur sollte aus verschiedenen Saas-Anbietern und -Lösungen bestehen, die miteinander funktionieren und den Anforderungen des Unternehmens gerecht werden.
(Bild: Tryfonov - stock.adobe.com)

Solche Lösungen stehen von verschiedenen Anbietern bereit. Sie alle benötigen digitale Infrastrukturen, die sicher miteinander funktionieren und den Anforderungen des Unternehmens entsprechen, auch hinsichtlich der Compliance-Bestimmungen.

Demzufolge sind eine übergeordnete Koordination und die unternehmensbezogene, individuelle Planung einer SaaS-Architektur unverzichtbar, um Budgets zu schonen und sicherheitsrelevante Fehler zu vermeiden. Dazu sollten diese Fragen vorab geklärt werden: Wer ist für die Verbindung von SaaS-Diensten zuständig? Wann sollten SaaS-Dienste und der weitere Cloud-Bereich miteinander verbunden werden oder voneinander getrennt bleiben? Welche Rolle spielen die Automatisierung und Robotic Process Automation (RPA) in der cloud-basierten SaaS-Landschaft?

SaaS-Entitäten richtig verbinden

Bei der Verbindung von Service-Einheiten müssen in der Regel verschiedene SaaS-Anwendungen integriert werden, um den Datenfluss und die Kommunikation zwischen ihnen zu ermöglichen.

Zunächst geht es um die Bestimmung, welche Anwendungen verbunden werden müssen, um Daten auszutauschen oder Aktionen auszulösen. Dann müssen die Integrationsanforderungen für den Zugriff bewertet werden. Um diesen Prozess zu verstehen, sollten Unternehmen spezifische Integrationsanforderungen definieren, z. B. Datensynchronisierung, automatisierte Workflows oder Echtzeitkommunikation.

Danach entscheiden die Verantwortlichen, wie sie die SaaS-Entitäten verbinden wollen. Sie können ein Integrationstool oder eine Plattform auswählen, die ihren Anforderungen entspricht. Dazu stehen mehrere Optionen zur Verfügung, etwa:

  • Integrationsplattformen als Service (iPaaS): Diese Plattformen bieten vorgefertigte Konnektoren und Tools für die Erstellung von Integrationen.
  • Kundenspezifische Entwicklung: Bei komplexen Integrationsanforderungen müssen möglicherweise benutzerdefinierte Integrationen mithilfe von APIs und Code erstellt werden. Eine beliebte API ist die RestAPI, die den Designprinzipien der REST-Architektur (Representational State Transfer) entspricht.
  • Integrationen von Drittanbietern: Einige SaaS-Anwendungen bieten Integrationen über Marktplätze von beliebten Cloud-Service-Anbietern wie AWS, Google oder Microsoft oder Konnektoren von Drittanbietern.

Viele SaaS-Anwendungen stellen APIs (Application Programming Interfaces) bereit, über die Experten programmatisch mit ihren Diensten interagieren können. Die bekanntesten sind die APIs für Office 365 von Microsoft oder die APIs von AWS. Für diese Dienste müssen Benutzer einen SaaS-Connector einrichten, der als eine Art Proxy fungiert. In den Dokumentationen wird detailliert erläutert, welche Informationen im Proxy konfiguriert werden müssen, um SaaS zu verbinden. In den meisten Fällen müssen Dienstkonten eingerichtet, Anmeldedaten ausgetauscht und Netzwerkkonfigurationen definiert werden. Der Proxy selbst hilft bei der Verteilung der Arbeitslast auf verschiedene SaaS-Regionen, der Authentifizierung der Benutzer, der Verwaltung des Failovers und der Verschlüsselung der Daten.

Zuständigkeiten für die Anbindung von SaaS-Diensten klären

Wer für die Anbindung von SaaS-Angeboten zuständig ist, hängt stark von der Größe und Struktur des Unternehmens sowie von der Komplexität der Integration ab. In der Regel ist eine Kombination aus IT-Fachleuten, Entwicklern, Business Ownern, Endnutzern und manchmal auch Integrationsspezialisten von Drittanbietern dafür verantwortlich. Für eine erfolgreiche Integration von SaaS-Diensten ist es wichtig, dass alle beteiligten Parteien effektiv zusammenarbeiten. Eine klare Kommunikation, klar definierte Rollen und ein gründliches Verständnis der Unternehmensziele sind für einen erfolgreichen Integrationsprozess entscheidend.

Ein Unternehmen muss verschiedene Elemente innerhalb eines Cloud-Stacks integrieren, um eine kohärente und funktionale Cloud-Infrastruktur zu schaffen. Auch hier können die spezifischen Elemente je nach Unternehmensanforderungen und den genutzten Cloud-Diensten variieren. Bestimmte interne Dienste und Tools sollten auf jeden Fall integriert werden, wenn sie Service Level Agreements in Kernbereichen wie Sicherheit und Compliance unterstützen. Die Integration von IAM-Lösungen ist entscheidend für die konsistente Verwaltung von Benutzerzugriff und -berechtigungen über verschiedene Cloud-Dienste und -Anwendungen hinweg.

Auch die Überwachung und Protokollierung der verschiedenen SaaS- und Multi-Cloud-Umgebungen sollte zentral im Unternehmen erfolgen. Dies ermöglicht es, Leistungs-, Kosten- und Betriebsdaten verschiedener Cloud-Dienste zu sammeln, zu analysieren und zu visualisieren. Die Überwachung sollte auch die implementierten Sicherheitskontrollen und die Einhaltung der Vorschriften umfassen. So können Unternehmen Cyber-Vorfälle und potenzielle Compliance-Probleme in ihrer Cloud-Umgebung schnell erkennen.

Bei der Umstellung auf die Cloud ist die Datenmigration eine wichtige Integrationsaufgabe, um bestehende Daten aus lokalen oder Legacy-Systemen in die Cloud zu verschieben. Unternehmen sollten vor dieser Migration sicherstellen, dass sie die Daten bereinigen sowie deren Volumen mit Technologien wie Komprimierung und Deduplizierung reduzieren.

SaaS-Verbindungen trennen: wann und wie?

Die Trennung von SaaS-Verbindungen oder die Beendigung von Integrationen mit bestimmten SaaS-Diensten kann aus verschiedenen Gründen notwendig sein, z. B. wegen veränderter Geschäftsanforderungen, Kostenerwägungen, Sicherheitsbedenken oder der Verfügbarkeit besserer Alternativen. Auch Fragen der Datenhoheit oder der Einhaltung von Vorschriften können ein Unternehmen zu einer Neubewertung zwingen, wo geistiges Eigentum oder personenbezogene Datensätze extern gespeichert werden.

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Bei der Trennung von SaaS-Verbindungen muss eine Datenmigration oder -sicherung erfolgen und die von den SaaS-Anbietern beschriebenen Verfahren befolgt werden, um Unterbrechungen und Datenverluste zu vermeiden. Darüber hinaus sollten Unternehmen die potenziellen Auswirkungen auf ihre Geschäftsprozesse und Benutzer-Workflows berücksichtigen. Insgesamt muss der Rollback sorgfältig geplant und getestet werden.

Aufwand durch Automatisierung und RPA reduzieren

Sowohl die Automatisierung als auch RPA revolutionieren die Interaktion zwischen Diensten und Nutzern und machen sie komfortabler. Der Benutzer, sei es ein Geschäftsanwender oder ein Mitglied des IT-Teams, erhält aussagekräftigere Informationen und wird in die Lage versetzt, bessere Entscheidungen zu treffen. Automatisierung und RPA reduzieren den Aufwand für Benutzer, IT- und Sicherheitsteams deutlich, indem sie viele Aufgaben selbst erledigen.

Unternehmen erhalten durch die richtige Anbindung von SaaS-Lösungen mehr Flexibilität, Skalierbarkeit, Sicherheit und globale Verfügbarkeit zu einem niedrigeren Preis. Denn Cloud-Dienste sind per Definition so konzipiert, dass sie nahtlos miteinander arbeiten und verschiedene Funktionalitäten und Datenquellen zu einer umfassenderen Lösung kombinieren. Diese Integration kann Arbeitsabläufe automatisieren, die gemeinsame Nutzung von Daten ermöglichen und die Kommunikation zwischen verschiedenen Diensten erleichtern. Dies steigert die Effizienz und reduziert manuelle Prozesse.

Unternehmen können für Aufgaben wie maschinelles Lernen, KI, Analysen und Datenbankmanagement auch auf spezialisierte Dienste zurückgreifen und so die Möglichkeiten Ihrer Anwendung erweitern. Dabei lassen sich Dienste auswählen, die für bestimmte Aufgaben am kostengünstigsten sind, oder kostensparende Maßnahmen wie Serverless Computing und bedarfsorientierte Ressourcenzuweisung umsetzen.


* Der Autor Jean-Baptiste Grandvallet ist EMEA SE Manager für strategische Kunden und Experte für cloud-basiertes Datenmanagement bei Cohesity.

Bildquelle: Cohesity

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