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Die Rolle der Deutschen Telekom für die Entwicklung des Cloud-Marktes in Deutschland

Review der Cloud-Strategie – die Deutsche Telekom macht Ernst

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Telekom Business Marketplace – Machtverschiebung im Cloud-Markt hat begonnen

Das Announcement von zwei neuen Partnerschaften hat den Telekom Business Marketplace zu einem der zentralen Themen des Telekom Cloud Days am 30. November 2012 gemacht. So werden zukünftig der Cloud-Storage-Dienst von Box sowie auch Microsoft Office 365 auf dem Marktplatz der Telekom verfügbar sein. Für die Kunden in Deutschland hat dies den entscheidenden Vorteil, mit der Deutschen Telekom nur einen einzigen Vertragspartner (und somit auch nur eine Rechnung) mit Sitz in Deutschland zu haben.

Die Deutsche Telekom übernimmt für die Kunden auf diese Weise einen Teil des Risikos, auch wenn die Dienste weiterhin in den US-Rechenzentren von Box und Microsoft betrieben werden und somit wohl noch nicht geeignet für „Cloud-Angsthasen“ sind.

Experton Group schätzt die Ausweitung des Marktplatzangebotes als eindeutig positiv ein. Es wird deutlich, dass der Kundenzugang in Deutschland nur über „trusted Partner“ erfolgreich und profitabel gestaltet werden kann. So findet derzeit eine leichte Machtverschiebung zugunsten derjenigen Akteure statt, die über einen direkten Kundenzugang und Einfluss verfügen. Die Cloud-Player wie Box und auch Microsoft müssen lernen, dass sich der Direktverkauf im deutschen Mittelstand deutlich schwieriger gestaltet als in den überschwänglich optimistischen Businessplänen zunächst angenommen. Es stellt sich wiederholt heraus, dass kulturelle Unterschiede und lokale Marktbedingungen einen fundamentalen Einfluss auf die Adaption neuer Technologietrends haben. Dies werden in den nächsten Quartalen noch weitere Player erfahren müssen.

Cloud Marktplätze – Chancen für Kunden und Partner

Für die Kunden wird sich die Situation in den kommenden 12 bis 24 Monaten substanziell verbessern. Die Transaktionskosten für die Suche, Evaluierung und Aushandlung und das Monitoring von Cloud Services werden sich dank solcher SaaS-Marktplätze deutlich reduzieren. Und für die Software- und App-Entwickler öffnet sich langsam ein neuer Vertriebskanal, der auch die internen Abrechnungs- und Provisionierungsprozesse vereinfacht und das Cloud-Business somit profitabler macht. Dies haben die Marktplätze für mobile Apps ja schon vorgemacht. Experton Group geht auf Basis aktueller Prognosen davon aus, dass im Jahr 2015 schon rund 8 Prozent der SaaS-Umsätze über Marktplätze generiert werden, was einem Transaktionsvolumen von rund 280 Mio. Euro entspricht.

Nun liegt es hauptsächlich an den Kunden, ihre Sourcing-Gewohnheiten sukzessive umzustellen. Allerdings bleiben wichtige Fragen nach der Integration der eingekauften SaaS-Lösungen mit den internen IT-Systemen auch in diesem Modell erst einmal ungelöst. Hier müssen die Deutsche Telekom und ihre Partner noch hart an der Standardisierung der Services und Schnittstellen (APIs) arbeiten. Fairerweise muss erwähnt werden, dass auch im Falle der klassischen Lizensierung und dem On-Premise-Betrieb diese Integration anfällt. Die Cloud verursacht somit nicht – wie vielfach verlautbart – neue Integrationskosten, nur andere. Und viele praktische SaaS-Lösungen, wie z.B. Box, kommen auch gut ohne tiefe Backend-Integration aus.

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