„Phoenix“ schafft saubere, leicht verständliche Code-Struktur

ownCloud-Relaunch modernisiert das User Interface

| Autor: Elke Witmer-Goßner

Erste Screenshots lassen bereits erahnen, wie deutlich sich das neue Frontend vom alten unterscheiden wird.
Erste Screenshots lassen bereits erahnen, wie deutlich sich das neue Frontend vom alten unterscheiden wird. (Bild: ownCloud GmbH)

Mit „Phoenix” integriert ownCloud ein komplett neu gestaltetes Frontend in seine Software und führt damit einen echten Web-Client ein, der nur HTML-, JavaScript- und CSS-Dateien enthält und vollständig vom eigenen Cloud-Backend-Server entkoppelt ist.

Die Entscheidung für den kompletten Relaunch erfolgte vor allem aus technischen Überlegungen heraus. Das ownCloud-Frontend wurde in den vergangenen sechs Jahren kontinuierlich weiterentwickelt – sowohl mit Blick auf die User-Erfahrung, aber auch aus technischer Perspektive. Auf diese Weise entstand eine Vielzahl paralleler JavaScript-Bibliotheken, Frameworks und Komponenten, die das bestehende Frontend zunehmend komplexer, aber auch unübersichtlicher werden ließen.

Durch die Einbindung von UIKit ferfügt das ownCloud-Frontend künftig über ein modulares Framework, das ohne großen Aufwand implementiert und weiterentwickelt werden kann.
Durch die Einbindung von UIKit ferfügt das ownCloud-Frontend künftig über ein modulares Framework, das ohne großen Aufwand implementiert und weiterentwickelt werden kann. (Bild: ownCloud GmbH)

Die Entwickler suchten in der Folge nach einer einfachen Möglichkeit, HTML-Templates zu schreiben, sie vom Datenmodell zu entkoppeln und dadurch eine saubere und verständliche Struktur zum Schreiben von Code zu erhalten. Phoenix macht nun an dieser Stelle einen radikalen Schnitt und liefert eine von Grund auf neu gestaltete Oberfläche auf Basis neuester Frontend-Technologien wie WebPack, Vue.js oder UIKit. Eine große Neuerung ist der modulare Aufbau (UIKit), der ein sogenanntes „atomares Design-Muster” vorsieht, das ohne großen Programmieraufwand implementiert und weiterentwickelt werden kann.

Neustart auf der grünen Wiese

Der Grundstein für Phoenix wurde 2017 im Rahmen des Studentenwettbewerbs Google Summer Of Code gelegt. Der Community-Entwickler Noveen Sachdeva implementierte im Rahmen seines Projektes die js-owncloud-client-Bibliothek und das entsprechende Feature, um domänenübergreifende Anfragen an den ownCloud Server zu ermöglichen. Die Integration von Cross-Origin Resource Sharing (CORS) ermöglicht es jeder Webseite, über APIs kontrolliert auf ownCloud zuzugreifen. Der Prototyp für Phoenix stammt von Felix Heidecke. Mit dem Relaunch erfolgt eine vollständige Trennung des Frontend vom ownCloud-Server. Phoenix ist damit ein reiner Web-Client, der nur HTML-, JavaScript- und CSS-Dateien enthält und nur über öffentliche APIs wie WebDAV oder OCS Share mit dem Server kommuniziert.

Mit dem Relaunch erfolgt eine vollständige Trennung des Frontend vom ownCloud-Server. Phoenix ist damit ein reiner Web-Client, der nur HTML-, JavaScript- und CSS-Dateien enthält und nur über öffentliche APIs wie WebDAV oder OCS Share mit dem Server kommuniziert.
Mit dem Relaunch erfolgt eine vollständige Trennung des Frontend vom ownCloud-Server. Phoenix ist damit ein reiner Web-Client, der nur HTML-, JavaScript- und CSS-Dateien enthält und nur über öffentliche APIs wie WebDAV oder OCS Share mit dem Server kommuniziert. (Bild: ownCloud GmbH)

Aus Deployment-Sicht kann Phoenix in einer komplett isolierten Umgebung betrieben und auf einem separaten Webserver gehostet werden. Ein Betrieb als konsolidierte Anwendung innerhalb desselben Webservers, der auch das ownCloud-Backend zur Verfügung stellt, ist ebenfalls möglich. Die erste Version von Phoenix zielt vor allem auf größere und geclusterte Installationen, bei denen die Betreiber der ownCloud mehr Kontrolle über die Ressourcennutzung und Netzwerktopologie haben möchten. Phoenix wird über den ownCloud Marketplace installiert und aktualisiert und ist sofort nach der Installation einsatzbereit.

Aktuell befindet sich Phoenix in der Testphase und wird demnächst parallel zum bestehenden Frontend über den ownCloud Marketplace verfügbar sein. Der nächste Entwicklungsschritt wird anschließend im Rahmen des Google Summer of Code erfolgen. Die Auswahl der Studenten und die Bestimmung der konkreten Themen für das bekannte Programmierstipendium erfolgt durch ownCloud in Zusammenarbeit mit den Partnern CERN und AARNet. Im Anschluss folgt der Release des App-Plugins und die Suche nach ersten Kandidaten für die Testphase. Phoenix ist Open Source und als Community-Projekt offen für alle, die zum Projekt beitragen wollen. Interessierte Entwickler können sich über den Phoenix-Channel auf ownCloud Talk oder im entsprechenden GitHub-Thread beteiligen.

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