Einrichten einer Test- und Entwicklungsumgebung für die Private Cloud OpenStack Cloud auf CentOS 8 und Ubuntu installieren

Autor / Redakteur: Thomas Joos / Elke Witmer-Goßner

Wer eine private Cloud mit OpenStack aufbaut, kann die Installation auch auf Ubuntu 20.04 und CentOS 8 vornehmen. Wir zeigen in diesem Beitrag wie die Installation vorgenommen werden kann.

Die offene Cloud-Architektur OpenStack lässt sich auch auf verschiedenen Linux-Distributionen installieren.
Die offene Cloud-Architektur OpenStack lässt sich auch auf verschiedenen Linux-Distributionen installieren.
(Bild: © Photocreo Bednarek - stock.adobe.com)

OpenStack ist schnell einsatzbereit, wenn es um die Installation auf einem einzelnen Server geht. Das ist für Test- und Entwicklungsumgebungen problemlos möglich und auch in VMs umsetzbar. Wer Openstack produktiv einsetzt, sollte auf Dauer einen Cluster einrichten, um die Hochverfügbarkeit zu gewährleisten.

OpenStack-Paket in CentOS 8 verfügbar machen

Für die Installation von CentOS muss das Repository zunächst hinzugefügt werden:

sudo dnf config-manager --enable PowerToolssudo dnf install -y centos-release-openstack-ussurisudo dnf -y update

Auf CentOS erfolgt als Nächstes die Installation des Packstack Packages. Damit handelt es sich um ein Tool der OpenStack-Entwickler, das mit Modulen der Automatisierungslösung Puppet die Installation von OpenStack vereinfacht.

Danach wird das Advanced Virt Module aktiviert:

sudo dnf -y module enable virt

An dieser Stelle kann CentOS wieder aktualisiert und neu gestartet werden:

sudo dnf update -ysudo systemctl reboot

Anschließend wird OpenStack mit Packstack bereitgestellt:

Sudo packstack –allinone

Durch diesen Befehl richtet Packstack einen OpenStack-Server ein, auf dem alle Dienste zentral auf einem Server vorgenommen werden. Das ist ideal für den Aufbau einer Test- und Entwicklungsumgebung. Um den Demo-Modus zu deaktivieren, wird „sudo packstack --allinone --provision-demo=n“ eingegeben. Alternativ kann die Installation auch mit einer Konfigurationsdatei durchgeführt werden.

Die einzelnen Optionen werden in der Antwortdatei an Packstack übergeben:

sudo packstack --answer-file /root/packstack-answers.txt

Der Installationsassistent erstellt automatisch eine externe OVS-Bridge auf dem Netzwerkinterface. Die Einstellungen können mit „sudo ovs-vsctl show“ überprüft werden.

Fehler bei der Installation von OpenStack auf CentOS 8 beheben

Für die Installation von OpenStack kann es sinnvoll sein, einige Dienste wie firewalld und NetworkManager kurzzeitig zu deaktivieren, damit die Einrichtung nicht blockiert wird. Vor allem, wenn Probleme auftreten, hilft die nachfolgende Vorgehensweise. Für die Installation wird das Paket „network-scripts“ installiert.

Das ist auf CentOS hilfreich, um Netzwerkfunktionalitäten zur Installation und Betrieb von CentOS steuern zu können:

sudo dnf install -y network-scriptssudo systemctl disable --now firewalld NetworkManagersudo systemctl enable networksudo systemctl start network

Anschließend kann mit „systemctl status network“ überprüft werden, ob das Netzwerk funktioniert.

Auch SELinux kann deaktiviert werden, um Probleme bei der Einrichtung zu vermeiden:

sudo setenforce permissive

Mit „sestatus“ wird der Zustand von SELinux angezeigt, der Befehl „sudo setenforce 0“ deaktiviert SELinux temporär. Um SELinux dauerhaft zu deaktivieren, wird mit einem Editior, zum Beispiel vi oder nano die Datei „/etc/selinux/config“ geöffnet. Die Zeile „SELINUX=enforcing“ wird zu „SELINUX=disabled“ gesetzt. Nach den Änderungen kann mit „reboot“ der Server neu gestartet werden. Nach dem Neustart kann mit „sestatus“ überprüft werden, ob SELinux deaktiviert ist. Auch die Namensauflösung sollte überprüft werden. Alternativ kann in der Datei „/etc/hosts“ der Name des Servers eingetragen werden.

OpenStack auf Ubuntu 20.04 installieren

Die Installation auf Ubuntu erfolgt über MicroStack. Dabei handelt es sich um eine OpenStack-Bereitstellung in einem Snap. Dadurch befinden sich alle notwendigen Dienste und Funktionen in einem gemeinsamen Paket. Dieses Paket kann schnell und einfach installiert, konfiguriert und genauso einfach wieder entfernt werden.

Zur Installation wird im Terminal der folgende Befehl eingegeben:

sudo snap install microstack --beta –devmode

Auch diese Installation ist ideal für Test- und Entwicklungsumgebungen auf Basis der aktuellen Version von OpenStack. Die erfolgreiche Installation wird im Terminal angezeigt. Bevor OpenStack genutzt werden kann, muss die Umgebung initialisiert werden.

Dabei richtet der Assistent die notwendigen Datenbanken und Netzwerke ein:

sudo microstack init --auto –control

Der Zugriff auf OpenStack kann mit der Weboberfläche oder im Terminal erfolgen, zum Beispiel zur Verwaltung der Umgebung. Der Zugriff auf die Weboberfläche erfolgt über die Eingabe der IP-Adresse des Computers. Die Anmeldung wird mit dem Benutzername „admin“ und dem Kennwort, das für die Umgebung erstellt wurde, durchgeführt.

Dieses kann im Terminal mit dem folgenden Befehl angezeigt werden:

sudo snap get microstack config.credentials.keystone-password

Nach der Anmeldung steht das Dashboard zur Verfügung und OpenStack kann auf dem Server genutzt werden.

Im Terminal erfolgt der Zugriff auf die Umgebung mit „microstack.openstack“. Die einzelnen Endpunkte der Umgebung können mit „microstack.openstack catalog list“ angezeigt werden.

Um eine OpenStack-Instanz auf diesem Weg zu starten, steht der folgende Befehl zur Verfügung:

microstack launch cirros --name test

Die Instanz ist in der Weboberfläche zu sehen und kann hier auch gesteuert werden. OpenStack ist jetzt einsatzbereit und kann im Terminal und der Weboberfläche verwaltet werden. In der Weboberfläche sind auch die IP-Adressen der Instanz und deren Status zu sehen. Durch einen Klick auf die Instanz kann diese gesteuert werden. Bei „Console“ ist die aktuelle Oberfläche der Instanz zu sehen.

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Über den Autor

 Thomas Joos

Thomas Joos

Freiberuflicher Autor und Journalist