Atlassian-Studie „Reworking Work“ Office-Homeoffice-Balance für mehr Miteinander

Bei den meisten Arbeitnehmern besteht der Arbeitstag nicht nur aus acht Stunden reiner Arbeit. Auch Begegnungen und Gespräche mit den Kollegen – ob in der Kaffeeküche, mit dem Tischnachbarn oder beim gemeinsamen Brainstorming – spielen eine wichtige Rolle für die Unternehmenskultur.

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Immer mehr Arbeitskräfte können und wollen im Homeoffice arbeiten; doch die kollegiale Zusammenarbeit leidet, wenn sich Mitarbeiter immer seltener sehen.
Immer mehr Arbeitskräfte können und wollen im Homeoffice arbeiten; doch die kollegiale Zusammenarbeit leidet, wenn sich Mitarbeiter immer seltener sehen.
(Bild: gemeinfrei© magnetme / Pixabay )

Als Folge der COVID-19-Pandemie arbeiten allerdings immer mehr Mitarbeiter Zuhause und sehen ihre Kollegen höchstens noch virtuell. Ein Zustand, der allerdings erstmal auch so gewollt ist: Immer mehr Arbeitskräfte können und wollen im Homeoffice arbeiten. So bestätigen in der diesjährigen Ausgabe der Studie „Reworking Work“ von Atlassian fast neun von zehn Wissensmitarbeitern in Deutschland (87 Prozent), dass sie in Zukunft hybrid oder vollständig remote arbeiten möchten. Vor allem hybrides Arbeiten erfreut sich dabei großer Beliebtheit, 58 Prozent präferieren dieses Arbeitsmodell.

Das neue Arbeitsplatzmodell hat aber Folgen für die Zusammenarbeit und das Miteinander. So verbringen die Befragten weniger Zeit damit, informell mit ihren Kollegen zu sprechen (45 Prozent) sowie bei organisierten Events mit ihrem Team und anderen Teams (jeweils 55 Prozent). Entsprechend empfinden zwei von fünf Befragten (40 Prozent), dass die Qualität der sozialen Interaktionen mit ihren Teamkollegen schlechter geworden sei, nur 15 Prozent nehmen dagegen eine Verbesserung wahr. Eine weitere Folge der zunehmenden Arbeit im Homeoffice: Ein Viertel der Befragten (24 Prozent) glaubt, dass seine Fähigkeiten, bedeutungsvolle Arbeitsbeziehungen aufzubauen, schlechter geworden ist.

Der kollegiale Zusammenhalt beginnt zu bröckeln

Auch der Vergleich zum letzten Jahr zeigt einen zwar langsamen, aber durchaus beunruhigenden Trend: Nur gut jeder zweite Befragte (55 Prozent) hat das Gefühl, dass sein Team zusammenhält und eine Einheit bildet, ein Rückgang um vier Prozent gegenüber dem Vorjahr (59 Prozent). Darüber hinaus finden etwas weniger Befragte als letztes Jahr, dass ihr Team an einem Strang zieht, um die Arbeit zu bewältigen (58 zu 61 Prozent). Im internationalen Vergleich stimmen dem dagegen in den USA (75 Prozent), Australien (76 Prozent) und Indien (85 Prozent) wesentlich mehr Befragte zu, während Frankreich sich auf einem ähnlichen Niveau wie Deutschland befindet (57 Prozent) und Japan sogar noch schlechtere Ergebnisse erzielt (37 Prozent).

Trotz aller Vorteile des Homeoffice – etwa für die Work-Life-Balance, den eigenen Arbeitsrhythmus oder die Produktivität – die Nachteile für die soziale Komponente der Arbeit können langfristig immer größer werden. Unternehmen, so die Empfehlung der Studienmacher, sollten deshalb neue Wege finden, um Interaktionen zwischen Mitarbeitern zu fördern und ihnen dafür auch die richtigen Tools zur Verfügung stellen.

Kollaborative und motivierende Kultur schaffen

Dazu gehören in erster Linie Tools für Videokonferenzen, damit Kollegen sich mal wieder sehen können. Chat- oder Messenger-Dienste ermöglichen es, ohne größeren Aufwand Fragen zu aktuellen Aufgaben zu stellen oder sich über die Wochenendpläne zu unterhalten. Kollaborationstools beispielsweise für Wissens- oder Projektmanagement unterstützen dabei als Verlängerung der persönlichen Zusammenarbeit im Büroraum.

Gleichzeitig sollte aber auch die gemeinsam im Büro verbrachte Zeit neu strukturiert werden, denn sie wird durch remote Arbeit in Zukunft immer wertvoller. Es bietet sich beispielsweise an, sie für kreative Prozesse zu verwenden: So zeigt die Studie, dass zwei Fünftel der Befragten (41 Prozent) inzwischen weniger Zeit mit Brainstorming-Sessions verbringen. Dies ist auch nicht verwunderlich, da dieser Prozess auch mit entsprechenden Tools digital oft sehr mühsam ist. Ein kreativer „Flow“ zwischen den Teilnehmern kommt so oft nicht zustande.

Gemeinsam verbrachte Zeit ist wertvoll

Auf den ersten Blick mag es für Unternehmen keine Nachteile haben, wenn Mitarbeiter sich während ihrer Arbeitszeit durchgängig auf ihre Arbeit konzentrieren, statt mit Kollegen zu sprechen. In informellen Gesprächen werden aber oft auch arbeitsrelevante Informationen und spannende Gedanken ausgetauscht. Zudem stärken sie die Beziehungen zwischen Mitarbeitern. Dies wirkt sich wiederum positiv auf die Zusammenarbeit aus. Mitarbeiter erzielen zudem positiver Erlebnisse.

Besonders in verteilt arbeitenden Belegschaften sollten Vorgesetzte Möglichkeiten zum Austauschen schaffen und den internen Zusammenhalt fördern. So geht dann trotz Distanz die Nähe nicht verloren.

Methodik:
Für die Studie hat die Unternehmensberatung Paper Giant im Auftrag von Atlassian zwischen dem 28. Juli und dem 5. September 2021 Wissensarbeiter in sechs Ländern (Australien, Deutschland, Frankreich, Indien, Japan und den USA) befragt. Insgesamt gaben 6.192 der Befragten – davon 1.045 aus Deutschland –, die zu einem Zeitpunkt in den letzten zwölf Monaten remote gearbeitet haben, Auskunft zu ihren Arbeitserfahrungen. Die Studie baut auf den Ergebnissen der letztjährigen Befragung „Changing Work Practices“ auf.

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