.Next in Barcelona Aber holla! Nutanix tanzt Sardana

Von Dr. Dietmar Müller 5 min Lesedauer

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Nutanix präsentierte sich auf seiner Anwenderkonferenz in der katalanischen Hauptstadt als tragfähige Cloud-Plattform – selbstredend künstlich intelligent. Zu Hilfe kamen Partner wie Dell, Cisco und Nvidia. Gemeinsam spielte man zum Tanz auf, in Barcelona typischerweise der Sardana.

Nutanix hat auf seiner .Next-Konferenz in Barcelona Neuerungen in seinem Produktportfolio und Partnerprogramm präsentiert. (Bild:  Müller)
Nutanix hat auf seiner .Next-Konferenz in Barcelona Neuerungen in seinem Produktportfolio und Partnerprogramm präsentiert.
(Bild: Müller)

Nutanix hat seine .Next-Konferenz in der Gran Fira in Barcelona abgehalten. Ganz nach dem Motto „viel hilft viel“ wurden die Teilnehmer in zwei Hallen des weitläufigen Messegeländes mit Neuigkeiten bombardiert. Nach Ansicht von Nutanix-CEO Rajiv Ramaswami im Gespräch mit CloudComputing-Insider ist ein neuer Deal mit Dell die wichtigste davon.

Gemeinsam sitze man aktuell an zwei neuen Lösungen, sie sollen im Laufe des Jahres „in einem frühen Stadium“ verfügbar sein. Geheimnisvoller geht es nicht mehr. Nur so viel ließen sich die Verantwortlichen entlocken: Die geplanten Anwendungen sollen von den Dell-Vertriebsteams und -Partnern weltweit vertrieben werden, die bestehende Vertriebspartnerschaft sei entsprechend erweitert worden.

Dell will zudem künftig eine hyperkonvergente Appliance anbieten, die Nutanix Cloud Platform und Dell-Server kombiniert. Sie soll mit mehreren PowerEdge-Server-Modellen und -Konfigurationen erhältlich sein. Kunden, die Rechenleistung und Speicher unabhängig voneinander skalieren müssen, können darüber hinaus Storage von Dell nahtlos auf die Nutanix-Software erweitern.

„Unternehmen suchen nach einer einheitlichen Plattform für den Betrieb ihrer Legacy- und Container-Anwendungen“, erläuterte Tarkan Maner, Chief Commercial Officer bei Nutanix, die Beweggründe für die erweiterte Zusammenarbeit. „Diese wird den gemeinsamen Kunden von Dell und Nutanix höhere Flexibilität, vereinfachte Abläufe und eine größere Ausfallsicherheit bringen.“

Nutanix-CEO Rajiv Ramaswami gab einen Überblick über alle News von Barcelona. Für ihn stellte die erweiterte Partnerschaft mit Dell die wichtigste davon dar.  (Bild:  Müller)
Nutanix-CEO Rajiv Ramaswami gab einen Überblick über alle News von Barcelona. Für ihn stellte die erweiterte Partnerschaft mit Dell die wichtigste davon dar.
(Bild: Müller)

Nutanix erstmals positiv

Mit vollen Hosen lässt es sich gut stinken: Ramaswami und seine Kollegen hatten in Barcelona leicht reden, da ihr Unternehmen einige Wochen zuvor erstmals in der fünfzehnjährigen Geschichte und acht Jahre nach dem Börsengang einen Gewinn auswies. Der Umsatz des am 31. Januar beendeten Quartals hatte 565,2 Millionen US-Dollar betragen (im Vorjahr: 486,5 Millionen USD), der besagte Gewinn 32,8 Millionen US-Dollar (im Vorjahr: Minus 70,8 Millionen USD).

„Dank unserer großen Disziplin konnten wir im zweiten Quartal trotz eines unsicheren, aber stabilen makroökonomischen Umfelds eine solide Finanzleistung vorweisen“, erklärte Ramaswami damals. „Wir konzentrieren uns weiterhin darauf, unseren Kunden in einer hybriden Multicloud-Welt ein langfristiger strategischer und innovativer Partner zu sein.“

AVH bekommt Unterstützung von Cisco

Und dann kam der CEO zu einem seiner Hauptthemen in Barcelona: Wie schon auf der deutschen .Next-Konferenz im November in Darmstadt hat es Nutanix geballt auf Vmware-Kunden abgesehen, die von der Übernahme durch Broadcom abgeschreckt werden. Um sie auf die eigene Plattform zu ziehen, sitzt Nutanix an neuen Bereitstellungsoptionen und -Programmen. Eine neue Funktionalität soll bestehende Server, einschließlich Blade, für den Betrieb des AHV-Hypervisors auslegen. Im Rahmen des Nutanix Elevate-Programms werde, so CEO Ramaswami in Barcelona, zudem der AHV-Hypervisor auf einer Vielzahl von Serverkonfigurationen laufen lernen.

Dabei sollen die vielen OEM-Partner behilflich sein. Mit Cisco betreibe man beispielsweise gerade die Zertifizierung von Ciscos UCS Blades. Darüber hinaus unterstütze Nutanix die Wiederverwendung vieler der vSAN ReadyNode-Konfigurationen, um VMware-Kunden die Migration zur Nutanix noch schmackhafter zu machen.

Kooperation mit Nvidia

„Es steht ein Elefant im Raum“, erklärte Ramaswami im Laufe seiner Keynote, und die 4.000 Besucher verstanden auch sofort, wen er meinte: An der künstlichen Intelligenz (KI) kommt aktuell kein Anwender vorbei. Stolz präsentierte Ramaswami eine Zusammenarbeit mit Nvidia, mit dem man die Nvidia NIM-Microservices für Nutanix GPT-in-a-Box 2.0 startklar mache. Dieses soll in Kombination mit Nutanix Files und Objects sowie Nvidias Tensor Core GPUs eine einheitliche Benutzeroberfläche für die Verwaltung von Basismodellen, API-Endpunkte und die Verwaltung von Zugriffsschlüsseln offerieren. Der CEO stellte für die Freigabe die zweite Jahreshälfte in Aussicht.

Mit GPT-in-a-Box 2.0 würden Anwender in die Lage versetzt, GenAI-Anwendungen für Cloud und Edge zu erstellen. Dafür wurde Nutanix darüber hinaus für die Nvidia AI Enterprise 5.0-Plattform zertifiziert und für die Hugging Face Large Language Models (LLMs)-Bibliothek ausgelegt. So könnten beispielsweise Textgenerierungsmodellen auf dem Hugging Face Hub innerhalb von Nutanix GPT-in-a-Box 2.0 erzeugt werden. Tatsächlich löste die Kooperation mit Hugging Face unter vielen Beobachtern die größte Reaktion aus, hat sich doch die Kombination aus Open-Source-Bibliotheken und Open-Source-Plattform unter Experten viele Freunde gemacht. Hugging Face gilt ihnen als eine Art GitHub für Machine Learning (ML) und KI.

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Ramaswami hob dann die Bedeutung von Storage für die Branche hervor – nie sei sie notwendiger, selten aber auch wertvoller gewesen als heute. Nutanix habe daher seine Unified Storage (NUS)-Plattform erweitert, so dass sie nun kostengünstige All-NVMe-Plattformen mit einer Dichte von über 550 Terabyte und einem sequentiellen Lesedurchsatz von bis zu 10 Gigabyte/Sekunde von einem einzelnen Knoten aus unterstützen kann. Und Nvidia GPUDirect Storage könne Nutanix nun auch ansteuern. Gesichert soll das alles mit Nutanix Data Lens werden, das ein weiteres Mal um neue Sicherheitsfunktionen erweitert worden sei.

Weitere Partnerschaften und noch mehr Container

Was gab’s noch? Die Partnerschaft mit EnterpriseDB (EDB) wurde so erweitert, dass die Einführung von PostgreSQL auf Basis der Nutanix Database Service (NDS) schneller vonstattengehen kann. „Diese automatisieren die Bereitstellung, das Patching, das Klonen und die Datensicherung. Das wiederum stärkt die Compliance und erleichtert den Betrieb großer Datenbanken“, so Tarkan Maner, Chief Commercial Officer bei Nutanix. „Unsere Zusammenarbeit mit EDB ermöglicht es Kunden, PostgreSQL in den anspruchsvollsten Unternehmensumgebungen einzusetzen.“

Peter Goldbrunner, Vice President und General Manager Central Europe, im Gespräch mit CloudComputing-Insider.(Bild:  Müller)
Peter Goldbrunner, Vice President und General Manager Central Europe, im Gespräch mit CloudComputing-Insider.
(Bild: Müller)

Auch das Project Beacon wurde erweitert. Das von Peter Goldbrunner, Vice President und General Manager Central Europe, vor einem Jahr vorgestellte Vorhaben hat sich zum Ziel gesetzt, Anwendungen und deren Daten von der zugrunde liegenden Infrastruktur abzukoppeln. Neu bietet es jetzt einen Zugang zu Ressourcen und Infrastructure-as-a-Service (IaaS)-Services wie Blöcke, Dateien und Objekte als auch zu Platform-as-a-Service (PaaS)-Funktionen wie Datenbanken, Streaming, Caching und KI-Endpunkte.

Und ach ja: Die Nutanix Kubernetes Platform (NKP) mache die Bereitstellung von Cloud-nativen und containerisierten Anwendungen nun noch einfacher. „Unternehmen haben Kubernetes standardisiert, um die Anwendungsentwicklung zu beschleunigen und die Portabilität über die Hybrid Cloud hinweg zu vereinfachen. Die DevOps-Kultur hat jedoch dazu geführt, dass innerhalb eines Unternehmens unterschiedliche Kubernetes-Umgebungen eingesetzt werden. Das führt zu betrieblicher Komplexität, Overhead und Silos“, erläuterte Simon Robinson, Principal Analyst, Infrastructure, Enterprise Strategy Group. „Die Nutanix Kubernetes Platform bietet einen Weg, Kubernetes-Cluster konsistenter zu gestalten, was Betriebskosten senkt und die Markteinführung beschleunigt.“

Goldbrunner hob im Gespräch mit CloudComputing-Insider abschließend noch die Bedeutung der Transparenz hervor. Nur wenn Anwender ihre Parameter, etwa den Stromverbrauch, genau beobachten und auswerten können, dürfen sie auch auf Einsparungen hoffen. Deswegen habe Nutanix neue Funktionen in die Nutanix Cloud Platform (NCP), um den Stromverbrauch in Nutanix-Umgebungen transparent zu machen. „Dies wird Unternehmen auch helfen, ihre Nachhaltigkeitsplanung zu verbessern“, so der Europachef. „Zu diesem Zweck wird der Stromverbrauch der verwendeten Hardware gemessen und in nahezu Echtzeit aktualisiert. Kunden können sich in ihrem Nutanix-Dashboard Metriken zum Energieverbrauch anzeigen lassen und den Energieverbrauch in ihrer IT-Umgebung besser verstehen.“

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