Im Rahmen unseres Themenschwerpunktes „Im Fokus: Cloud Storage“ erläutern wir die unterschiedlichen Facetten des Komplexes, bieten einen mosaikartigen Überblick und gehen nicht zuletzt der Frage nach: Welche Cloud-Speicherstrategie eignet sich am besten für mein Unternehmen? Der vorliegende Gastbeitrag beschäftigt sich mit dem Thema „NAS als Sprungbrett zur Cloud“.
„Moderne NAS-Systeme lassen sich mit wenig Aufwand auch in Richtung Cloud- und Objektspeichertechnologie erweitern, um die Vorteile beider Welten zu kombinieren.“
In der digitalen Wirtschaft stellen Geschäftsmodelle und Applikationen extrem hohe Anforderungen an die Performance und Skalierbarkeit von Speichersystemen. Kein Wunder, dass die Cloud in all ihren Ausprägungen nach wie vor auf dem Vormarsch ist. Aber es gibt nach wie vor Business-Anforderungen und -Umgebungen, die andere Speicheransätze als die Cloud erfordern. Gerade kleine und mittelständische Unternehmen benötigen vor allem stabile Dateiservices im Netzwerk, wie sie ein klassisches NAS-System (Network Attached Storage) bereitstellt. Hinzu kommt, dass viele Branchenanwendungen, beispielsweise in der Industrie oder im Gesundheitssektor, auf Filedaten zugreifen müssen.
Aktuell geht die Entwicklung in vielen Bereichen in Richtung Object Storage, etwa beim Remote-Zugriff, bei IoT- oder Analyse-Lösungen oder bei Scan-Anwendungen, die direkt Files anlegen. Aber das bedeutet nicht automatisch, dass die bewährte NAS-Technologie damit zum alten Eisen gehört. Im Gegenteil: Moderne NAS-Systeme lassen sich mit wenig Aufwand auch in Richtung Cloud- und Objektspeichertechnologie erweitern, um die Vorteile beider Welten zu kombinieren. Und am Ende steht schließlich immer der Kundennutzen im Vordergrund, nicht die Technologie!
Vom NAS in die Cloud
In Zeiten von Corona ist vielen Unternehmen klar geworden, wie wichtig es ist, Mitarbeitern von außerhalb des Firmennetzwerkes Zugriff auf Daten zu ermöglichen. Das funktioniert im Prinzip über Laufwerksfreigaben auch mit einem Fileserver wie einem NAS, allerdings mit zwei wichtigen Einschränkungen: Zum einen sind die Anwender durch Microsoft 365 oder Google Workplace heute den Komfort moderner Cloud-Lösungen gewohnt, da erscheint ein freigegebenes Laufwerk mit eingeschränkten Möglichkeiten der kollaborativen Bearbeitung oder der unkomplizierten Freigabe von Daten an Dritte wie aus der IT-Steinzeit.
Zum anderen erfolgt der Zugriff – auch wenn Sicherheitsmechanismen wie Autorisierungen oder ein VPN genutzt werden – auf die Datenebene im eigenen Netzwerk. Wenn trotz aller Vorsichtsmaßnahmen Schad-Software eingeschleust wird, sind Datenverluste vorprogrammiert, vor denen nur ein intelligentes Backup-und-Restore-Konzept schützt, das wiederum Ausfallzeiten mit sich bringt.
Abhilfe kann hier Objektspeichertechnologie schaffen: Über Schnittstellen wie S3 (der De-facto-Standard) können cloud-ähnliche Umgebungen gestaltet werden. Metadaten ermöglichen hier die schnelle Suche von Dateien, eine parallele und kollaborative Bearbeitung verhindert Versionskonflikte, und – last but not least – erfolgt der Zugriff im ersten Schritt immer auf die Metadatenebene. Falls beispielsweise eine Ransomware „durchrutscht“, kann diese auch nur die Metadaten kompromittieren. Durch einfaches Zurücksetzen der Metadaten auf die letzte gespeicherte, „cleane“ Version ist der Datenbestand wiederhergestellt, deshalb können im schlimmsten Fall lediglich die letzten Änderungen an einigen Daten verloren gehen.
Mit dem HNAS zur „Private Cloud On-Premises“
NAS der Enterprise-Klasse lassen sich mit den üblichen Consumer-Angeboten nur schwer vergleichen. Hitachis High Performance NAS (HNAS) beispielsweise ist für Oracle, VMware und Microsoft optimiert und eignet sich bestens für verteilte Workloads von Unternehmens- und Rechenzentrumsanwendungen. Ein HNAS nutzt performanten Blockspeicher für transaktionale Datenbanken, lässt sich als leistungsfähiger, skalierbarer Fileserver einsetzen und lässt sich darüber hinaus zum modernen Object Storage erweitern. Auf einem System lassen sich momentan bis zu 64 virtuelle Unternehmensserver und 500 Dateisysteme anlegen, im Cluster können Dateisysteme (physisch) bis zu 32 Petabyte groß sein. Je nach Filesystem unterstützen HNAS-Systeme mehrere Zehntausend Benutzer (bei SMB 45.000) gleichzeitig, je nach Konfiguration können pro Node mehr als eine Million Dateien parallel geöffnet werden. Dabei können natürlich auch verschiedene Dateisysteme parallel genutzt werden, um Speichersilos zu vermeiden. Bereits von Haus aus unterstützen alle HNAS-Systeme als Protokolle NFS, CIFS, SMB, FTP, iSCSI und HTTPS (S3) zur Cloud, so dass User-Daten auch direkt in den Objektspeicher geschrieben werden können.
Mit der Möglichkeit, Objekttechnologie für eine „Private Cloud On-Premises“ in die NAS-Welt zu integrieren, steht den meisten Kunden eine im Vergleich zu einer Public Cloud deutlich günstigere Alternative zur Verfügung. Hier bietet sich als Ergänzung die Hitachi Content Platform (HCP) an, die als „Software-Defined Storage“ (SDS) bei einem Hyperscaler, als VM oder auch als komplette „Turnkey“-Appliance an den Start gebracht werden kann. Mit dieser Kombination können Unternehmen die File-Umgebung auf dem HNAS splitten, indem die User-Verzeichnisse und -Dateien direkt auf dem Object Store liegen und der Zugriff über ein CIFS/NFS-Gateway erfolgt. Wenn als Storage für diesen Anwendungszweck ein gespiegeltes System neben dem HNAS installiert wird, profitiert die Unternehmens-IT auch von der Ausfallsicherheit des HCP-Systems. Über die Erweiterung HCP Anywhere kann der Datenzugriff dann auch remote mit der Funktionalität gängiger Cloud-Speicher und dem gewohnten Komfort erfolgen. Eine Migration mit hundertprozentiger Datenverfügbarkeit wird – Hitachi-typisch – praktisch auf Knopfdruck erfolgen können.
Stand: 08.12.2025
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Einige Experten sehen NAS als Auslaufmodell, aber in einer Hitachi-Umgebung kann das HNAS bei vielen Mittelständlern nicht nur alle bestehenden Storage-Aufgaben abdecken, sondern auch als Brücke zu modernen Speichertechnologien wie Objektspeicher oder Software-Defined Storage (SDS) dienen. Unternehmen profitieren von den bewährten und gleichzeitig zukunftssicheren Systemen und können bestehende Prozesse unkompliziert und Schritt für Schritt auf neue Systeme und Technologien migrieren – oder einfach wie gewohnt mit genügend Power in ihrer File-Umgebung weiterarbeiten.
* Der Autor Jürgen A. Krebs ist seit Juli 2004 bei Hitachi Vantara tätig und verantwortet seit 2016 das CTO Office für die Central Region. Mit Hilfe seiner umfangreichen Branchenerfahrung von mehr als 30 Jahren gestaltet er die strategische Ausrichtung von Hitachi Vantara mit Fokus auf die Kernkompetenzen des Unternehmens.